Der Hobbit

Sehnsucht nach Mittelerde

Endlich gibt es ein Wiedersehen mit vielen Helden aus "Der Herr der Ringe": Peter Jacksons "Der Hobbit" wird der Kinohit des Winters. "Gala" verrät, was Sie über den Fantasyfilm der Superlative wissen müssen

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Der Regisseur - ein positiv Verrückter


Seine bis zu 21-stündigen Drehtage zahlen sich aus: Was Sir geschaffen hat, lässt einen schwindeln. Die ""-Trilogie war mit knapp drei Milliarden Dollar Einnahmen nicht nur kommerziell erfolgreich - sie fuhr auch 17 Oscars ein. Drei davon gingen direkt an den gebürtigen Neuseeländer. Ob der 51-Jährige sich das träumen ließ, als er ab Ende der Achtzigerjahre Splatterfilme wie "Braindead" und "Bad Taste" fabrizierte und das Silikon für die zerfetzten Leichen im Ofen seiner Mutter backte?

Regisseur Peter Jackson am Filmset des Fantasy-Abenteuers "Der Hobbit: eine unerwartete Reise"

Regisseur Peter Jackson am Filmset des Fantasy-Abenteuers "Der Hobbit: eine unerwartete Reise".

Mit dem Teenagerdrama "Heavenly Creatures" 1994 ( Debüt) verliebte sich Hollywood in den komischen Kauz von der Insel, 1997 begann er mit der Verfilmung der Tolkien-Trilogie - stets barfuß. Ähnelte Jackson anfangs noch einem dickbäuchigen , nahm er während der Dreharbeiten fast 30 Kilo ab, indem er sich das Catering am Set verkniff und stattdessen Suppen, Joghurt und Obst in Papiertüten mitbrachte. "Peter ist ein Kontroll-Freak der guten Art. Deswegen macht er diese Filme, das ist seine Kunst", schwärmt Bilbo-Darsteller .

Das Erfolgs-Buch


"In einer Höhle in der Erde lebte ein Hobbit" - so lauten 1930 die ersten Worte, die John Ronald Reuel Tolkien für sein späteres Meisterwerk "Der kleine Hobbit" auf Papier brachte. Auf die Seite eines Schulhefts genauer gesagt. Der damals 38-Jährige korrigierte als Literaturprofessor in Oxford gerade Aufsätze, als ihm die Idee für ein Märchen kam. Ein Tarantelbiss als Kind in Afrika, wo er geboren wurde, der frühe Tod der Mutter, sein Aufwachsen im ländlichen Sarehole Mill, einem Vorort von Birmingham, seine Leidenschaft für Pferde - all diese Ereignisse in seinem Leben sollten in die fantastische Geschichte von Bilbo Beutlin und den 13 Zwergen einfließen.

Das Buch, auf dem alles basiert: "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien.

Das Buch auf dem alles basiert: "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien.

1937 erschien das Buch, bis heute zieht es weltweit Leser jeden Alters in seinen Bann, obwohl es als Geschichte für Kinder gedacht war. Mit rund 100 Millionen verkauften Exemplaren belegt es Platz 15 auf der Liste der meistverkauften Bücher, ist in 40 Sprachen übersetzt worden, ein Exemplar der Erstausgabe erzielte bei einer Auktion 70 000 Euro.

So waren die Dreharbeiten


Nach etlichen Verzögerungen, unter anderem wegen eines Streiks der neuseeländischen Schauspielergewerkschaft, war es am 21. März 2011 so weit: Die erste Klappe fiel in , es sollten 266 Drehtage folgen. Klar, dass sich auch mal Lagerkoller breitmachte. Vor allem bei Sir , 73, der den weisen Zauberer Gandalf verkörpert, lagen immer wieder die Nerven blank: "Einmal musste ich mit 13 imaginären Zwergen, von denen nur das jeweilige Bild angestrahlt wurde, in der Bluebox drehen", berichtete er in einem Interview. "Dafür bin ich nicht Schauspieler geworden!"

Pech: Sein Mikro war noch an, und die gesamte Mannschaft hörte seinen Ausbruch mit. hielt der Schauspiel-Legende trotzdem die Treue: "Er ist ein Gott unter den Männern. Zu schade, dass er nicht hetero ist." Nach Drehschluss konnte der Brite mit dem vornehmen Akzent seine Schauspielkunst voll und ganz ausleben: Er tingelte mit seiner One-Man-Show durch die Stadttheater des Landes. Er war es auch, der Couch-Potatoes wie Martin Freeman abends animierte, um die Häuser zu ziehen.

Stress im Auenland: Bilbo (Martin Freeman) wird von Zauberer Gandalf (Ian McKellen) überredet, sich auf das Abenteuer seines Leb

Stress im Auenland: Bilbo (Martin Freeman) wird von Zauberer Gandalf (Ian McKellen) überredet, sich auf das Abenteuer seines Lebens einzulassen.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2012

20. Dezember 2012: Zac Efron und Imogen Poots stehen gemeinsam für den Film "Are We Officially Dating" in New York vor der Kamer
17. Dezember 2012: Ewan McGregor lässt sich für einen Sketch bei der "Late Night With Jimmy Fallon"-Show vor dem "Green Screen"
12. Dezember 2012: Erschreckend authentisch verkörpert Matthew McConaughey in dem Film "The Dallas Buyers Club" den Aids-Kranken
11. Dezember 2012: Emmy Rossum steht für "You're Not You" vor der Kamera.

95

Gollum, von Schauspieler Andy Serkis gespielt und mit aufwendiger Computertechnik täuschend echt zum Leben erweckt.

Gollum, von Schauspieler Andy Serkis gespielt und mit aufwendiger Computertechnik täuschend echt zum Leben erweckt.

Dabei kam es schon mal vor, dass sie im Pub auf Trinker in Zwergen-Montur trafen. Denn das ganze Land ist im Hobbit-Fieber. Höhepunkt: die Weltpremiere am 28. November in Wellington: Zehntausende jubelten am 500 (!) Meter langen roten Teppich Stars wie Cate Blanchett und Elijah Wood (Frodo) zu. "Es war atemberaubend", erzählt die Studentin Felicity Leahy aus Auckland "Gala", "wir sind so weit weg vom Rest der Welt - wenn wir schon unser eigenes Hollywood-Spektakel inszenieren, dann richtig!"

Die neue Technik


Mittendrin statt nur dabei: Die Elben, Orks und Zwerge marschieren im 166-minütigen Spektakel direkt vor unserer Nase durch die Kinoreihen. Denn Peter Jackson und Joe Letteri, sein Special-Effects-Supervisor, wollen mit dem "Hobbit" ganz nebenbei die Kinowelt revolutionieren. Statt mit der seit 80 Jahren verwendeten Bildwiederholungsrate von 24 Bildern pro Sekunde filmte Jackson Bilbos märchenhafte Schatzsuche mit 48 Bildern pro Sekunde und in neuer 3-D-Technik. Deshalb scheint einem der fiese Gollum, von Andy Serkis dank Motion-Capture-Verfahren täuschend echt dargestellt, beinahe auf den Schoß zu kriechen. Es gibt allerdings auch Kritik an der neuen Technik: Sie lasse ganz normale Szenen so aussehen wie drogengeschwängerte Halluzinationen, meckerte etwa James Rocchi von der Kino-Homepage boxoffice.com.

Prinz Charles trifft bei einem Besuch in der Maske am Filmset auf Schauspieler Peter Hambleton, der gerade in den Gnom Gloin ver

Prinz Charles trifft bei einem Besuch in der Maske am Filmset auf Schauspieler Peter Hambleton, der gerade in den Gnom Gloin verwandelt wird.

Perfektionismus


Zwerge, zieht euch warm an: Unter Fatsuits, Perücken und dicken Schichten Silikon schwitzte auch Peter Hambleton, der den Gnom Gloin (r.) spielt. Von der schweißtreibenden Arbeit der Maskenbildner überzeugte sich Prinz Charles höchstpersönlich bei seinem Besuch in den "Weta Workshop"-Studios in Wellington. Weil Perfektionist Peter Jackson angeblich sogar merkt, wenn einem Zwerg ein Haar fehlt, piksen die Perückenmacher bis zu vier Stunden lang borstige Haare ins Silikon - pro Braue!

In manchen Fällen hilft das beste Handwerk nichts: "Bei 'Herr der Ringe' war Orlando Bloom ja noch jung und schön", erzählt Make-up-Artist Peter King in einem , "inzwischen hat er Tränensäcke." Also legte man Elben-Beau Legolas, der erst im dritten Teil dabei ist, unters (digitale) Messer. Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 13. Dezember, am Kiosk erhältlich. Roland Rödermund, Franziska Simon

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