Chris Isaak
© PR/Warner Music Chris Isaak

Chris Isaak "Immer unterwegs"

Warum der Popstar Chris Isaak nie heiraten wird und die Finger von Alkohol und Drogen lässt

Zum Interview im Hamburger Hotel "Park Hyatt"

empfängt Chris Isaak GALA mit einem Ständchen auf seiner Gitarre. "Die und mein Notizbuch habe ich immer dabei", sagt er. Isaak ist Anfang 50, ein Alter, das ihm gut steht - ebenso wie der schwarze Anzug, der seine durchtrainierte Figur betont. Seine Crooner-Stimme hat nach wie vor den Gänsehautfaktor von "Blue Hotel", wie seine neue Platte "Mr. Lucky" beweist. Und wie ist der Musiker und Schauspieler im Gespräch? Sehr lässig und herzlich, als würde man mit einem guten Freund plaudern.

Chris Isaak ist Musiker, Schauspieler und Zeichner. Das Cover seiner neuen CD stammt von ihm
© PR/Warner MusicChris Isaak ist Musiker, Schauspieler und Zeichner. Das Cover seiner neuen CD stammt von ihm

Sie feiern dieser Tage Ihren 53. Geburtstag und sind immer noch Junggeselle. Woran liegt das?
Viele denken: Er lebt allein, trägt Glitzeranzüge, sammelt französische Lampen - er muss schwul sein! (lacht) Falsch. Aber ich habe meine Band, meine Musik, meine TV-Show und bin deshalb so gut wie nie zu Hause. Eine Partnerschaft klappt da nicht. Deshalb habe ich noch nie mit einer Frau zusammengelebt.

Aber Sie sehen sich doch gern als der einsame Wolf, oder?
(grinst) Wenn ich zu Hause aufräume, dann nur, weil ich mir ausrechne, dass es doch mal einer Frau dort gefallen würde. Aber ganz ehrlich, ich bin zufrieden mit meinem Leben.

Wann hatten Sie Ihre wildeste Phase?
Mitte der Achtziger traten wir mit der Band eine Woche in Los Angeles auf. Der Junge an der Rezeption des Hotel zog mich andauernd auf: "Isaak! 37 Anrufe in Abwesenheit, alle von Frauen!", rief er durch die Lobby. Wie sich später herausstellte, war der Typ Jeff Buckley.

Der gefeierte Singer/Songwriter aus den Neunzigerjahren?

Schmalzig? Ja doch! Isaak Herzschmerz-Rockpop kommt auch auf "Mr- Lucky" wieder gut
© PR/Warner MusicSchmalzig? Ja doch! Isaak Herzschmerz-Rockpop kommt auch auf "Mr. Lucky" wieder gut

Ja, er war damals noch unbekannt. Zehn Jahre später ertrank er dann in einem Fluss. Die Drogen. Schlimm, wie so etwas ein Talent zerstören kann. Beim Dreh von "The Informers" ...

... die Verfilmung des Buchs von Bret Easton Ellis ...
... habe ich Brad Renfro kennengelernt, einen dieser Ex-Hollywood-Kinderstars. Er trank und nahm Drogen, als gäbe es kein Morgen. Ich habe ihm gesagt: Weißt du, wie die Leute über dich reden, wenn du nicht im Raum bist? Sie sagen, du bist ein toller Schauspieler, ein toller Kerl. Und dass es eine Schande ist, dass du bald tot sein wirst. Nach Drehschluss ist er an einer Überdosis Heroin draufgegangen.

Wieso sind Sie nie den Versuchungen Hollywoods verfallen?
Mein Vater war ein Trinker. Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und habe oft gesehen, wie Leute sich sinnlos volllaufen lassen, sich im Suff prügeln und vollkotzen. Ich finde das widerlich. Außerdem bin ich nicht der Hollywood-Typ. Ich lebe in San Francisco.

Boxen Sie noch?
Nein. Ich habe dem Sport meine Nasenscheidewand geopfert, das reicht. Ich surfe lieber.

Sind die Bedingungen dafür in San Francisco gut?
Oh ja, die Wellen sind prima, außerdem ist das Wasser kalt und es gibt viele Haie. Da ist die Konkurrenz nicht so groß wie in Los Angeles, man kann entspannt surfen.