Wir sind Helden
© Getty Wir sind Helden

Berlinale-News Helden in der Hauptstadt

Berlin, Berlin, sie kommen nach Berlin: Am 07. Februar eröffnen "Wir sind Helden" die Berlinale. Live natürlich

Sie sind Helden. Am Erfolg ermessen ganz eindeutig. Aber abgehoben sind sie deswegen keinesfalls. Ganz im Gegenteil: Mit ihren sozialkritischen Texten, die sie laut in die Welt hinausschreien, spricht die deutsche Band "Wir sind Helden" mal ironisch, mal humorvoll, aber meist offen und ehrlich die großen und kleinen Probleme des Alltags an.

Wir sind Helden
© GettyImmer für einen Spaß zu haben: Drei der "Helden" Pola Roy, Judith Holofernes und Jean-Michel Tourette

Es gab aber auch Zeiten, da waren sie keine Helden. Kein Wunder: Kaum jemand kannte sie. Aber Frontfrau Judith Holofernes, die mit Nachnamen eigentlich Holfelder von der Tann heißt, hatte große Ziele. Also suchte sie mit größter Sorgfalt drei Männer aus, die sie ab sofort begleiten sollten, um mit ihr zu musizieren: Bassist Mark Tavassol, Keyboarder und Gitarrist Jean-Michel Tourette (Jens Eckhoff) und Schlagzeuger Pola Roy (Sebastian Roy) sollten ihre Helden werden. Letzterer sogar zu ihrem ganz persönlichen - er wurde ihr Ehemann und im Dezember 2006 Vater ihres gemeinsamen Sohnes Friedrich.

Doch der Weg zum musikalischen Heldentum war steinig: Zwar schaffen die vier 2002 auch ohne großes Plattenlabel mit ihrem ersten Song "Guten Tag" den Sprung in die deutschen Single-Charts. Doch erst mit einem sympathischen und äußert schlagfertigen Auftritt in der Harald-Schmidt-Show bringt Sängerin Judith den Stein so richtig ins Rollen. Die selbst bemalten T-Shirts und Aufkleber, die sie an ihre langsam wachsende Fanschar verschenken, tun ihr Übriges.

Wir sind Helden
© Getty"Wir sind Helden" in festlicher Robe: Pola Roy, Judith Holofernes, Jean-Michel Tourette und Mark Tavassol (von links)

Ihre Zeit ist nun angebrochen: Ihr erstes Album "Die Reklamation" steigt sofort auf Platz sechs der deutschen Album-Charts ein und klettert hoch bis auf den zweiten Platz. Der "Synthie-Punk-Pop" aus 28 Prozent Synthie, 34 Prozent Punk und 38 Prozent Pop, wie die Band ihren Stil selber beschreibt, erinnert an die "Neue Deutsche Welle". Unkompliziert, gerade heraus und doch einfühlsam erreichen die "Helden" so ein breites Publikum. Die Mühe wird belohnt: 2004 heimst die Band gleich drei "Echos" ein, 2006 gleich noch einen als beste nationale Rock-/ Pop-Gruppe.

Doch richtige Helden ruhen sich nicht aus: Ihr zweites Album "Von hier an blind" schießt 2005 sofort auf Platz eins der Album-Charts, sein Nachfolger "Soundso" steigt 2007 auf Platz 2 ein. "Soundso" heißt übrigens so, damit man sagen kann: "Kennste schon soundso". So sind sie, die Helden. So und nicht anders. Sicher auch am 7. Februar in Berlin nicht - wenn sie bei der Perle deutscher Filmfeste die Eröffnungsfeier rocken dürfen.