Berlinale 2010: Dominic Raacke
© Getty Images Dominic Raacke

Berlinale 2010 "Ganz schön alt"

So fühlt sich Dominic Raacke Gott sei Dank nicht, sondern das ist sein erster Gedanke zum 60. Jubiläum der Berlinale - und den verriet er auf der "Shutter Island"-Party

Dominic Raacke findet die Berlinale zwar schon ziemlich alt, aber das ist durchaus positiv gemeint - schließlich sei das Filmfestival wirklich eine super Sache. Besonders freut er sich übrigens darüber, dass er mittlerweile bei den meisten Veranstaltungen ein gern gesehener Gast ist: "Das ist toll, früher musste ich mich manchmal einschleichen, wenn ich irgendwo dabei sein wollte, heute werde ich schon ziemlich oft eingeladen." Und für wen würde sich Herr Raacke heute noch reinmogeln? "Och, ich denke, Martin Scorsese ist einer der ganz Großen, da würde ich schon einiges für tun!" Da lag Dominic Raacke mit seinem Besuch auf der "Shutter Island"-Party, die ja immerhin zu Ehren von Scorseses neuem Werk veranstaltet wurde, ja prinzipiell schonmal richtig.

Der leicht angestaubte Club Münze in der Nähe der Nikolaikirche passte perfekt zum Film: kahle Wände, kalte Atmosphäre und architektonisch gesehen eigentlich kein Stück behaglich. Doch die Veranstalter machten sich den eigenwilligen Charme des Gebäudes zu nutze und inszenierten eine Party in einer Nervenanstalt - immerhin Spielort des neuesten Scorsesefilms.

Lucy Diakovska ist erst grad wieder in Berlin, nachdem sie die Dreharbeiten für "Das perfekte Dinner" abgeschlossen hat.
© Gala.deLucy Diakovska ist erst grad wieder in Berlin, nachdem sie die Dreharbeiten für "Das perfekte Dinner" abgeschlossen hat.

Die Hostessen trugen Krankenschwesterkostüme, auf den Stehtischen standen Süßigkeiten in Urinbechern - nicht schön, aber lecker.

Aber wie gesagt, Dominic Raacke lag leider nur prinzipiell richtig mit seiner Entscheidung, Scorsese in der Münze zu seinem neuesten Werk zu gratulieren. Denn weder einer der Darsteller noch der Regisseur ließen sich auf ihrer Filmparty blicken und zogen es offenbar vor, woanders das Berliner Nachtleben unsicher zu machen. Davon ließen sich die Gäste jedoch nicht den Spaß nehmen, auch wenn Tyron Ricketts ein wenig Stimmung fehlte: "Ich find's ein bisschen langweilig, ehrlich gesagt. Allerdings habe ich heute den ganzen Tag auf dem Sofa gelegen, da ist so 'ne ruhige Nummer eigentlich genau richtig", fand der Schauspieler. Sven Martinek hatte von vornherein geplant, "nur auf einen Drink vorbei zu schauen". Der "Clown" bekommt nämlich am Sonntag Besuch vom Sohn und das ist "wichtiger als jede Party".

Und wie kam die Party beim Schauspielnachwuchs an? David Kross jedenfalls genoss den Abend sichtlich, fand es allerdings extrem schade, dass er noch keinen Berlinalefilm sehen konnte. Dieses Problem kennt auch No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska, die ich später im Nobelclub Felix treffe.

Dorthin hatte mich das Gerücht verschlagen, Leonardo DiCaprio feiere dort seinen neuen Film. Leider Fehlanzeige, kein Leo in Sicht, auf Nachfrage meint ein Türsteher nur geheimnisvoll "Ich habe ihn jedenfalls nicht gesehen". Ich auch nicht, aber es war auch so schön. Der Abschlussabsacker im Borchardt zeigte wieder, wie früh die Nacht dort zu jeder Stunde ist. Mittlerweile kurz vor drei Uhr ist jeder Tisch besetzt, Andrea Sawatzki ist wieder mit Christian Berkel da, Barbara Meier feiert mit Freundinnen und Ben Becker genießt ebenfalls sichtlich entspannt den Abend.

Einen Hollywoodstar konnte ich zwar nicht entdecken, aber dem Spaß am dritten Berlinale-Abend tat das keinen Abbruch.