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© 2009 Twentieth Century Fox Avatar

Avatar - Aufbruch nach Pandora Die Zukunft ist blau

Regisseur James Cameron entführt die Kinobesucher in die außergewöhnliche Welt des Planeten Pandora im Jahre 2154 und zeigt, was mit moderner Filmtechnik möglich ist

Story: Ex-Marine-Soldat Jake Sully (Sam Worthington) sitzt querschnittsgelähmt im Rollstuhl, als ihm das Angebot seines Lebens gemacht wird: Er soll zum Planeten Pandora reisen und die Gewinnung des wertvollen Rohstoffes Unobtainium unterstützen. Pandora ist eine wundersame Welt mit herrlichen Urwäldern, schwebenden Gebirgen und gruseligen Ungeheuern. Die Ureinwohner Pandoras sind die Na'vis, drei Meter große, blaue Wesen, eine Mischung aus Mensch und Katze. Damit Jake und seine Kollegen in der Atmosphäre Pandoras überleben können, wurden für sie Avatare gezüchtet. Das sind den Na'vis gleichende, künstliche Personen, die sie mental lenken.

Bei seinem ersten Erkundigungsgang trifft Jake im Dschungel auf Neytiri (Zoe Saldana), die Tochter des Stammesführers der Na'vi. Der Erdling verliebt sich in die schöne Fremde. Sie bringt ihm die Kultur der Na'vis näher und so springen die beiden bald im Urwald von Ast zu Ast und fliegen auf vieräugigen Drachen durch die geheimnisvolle Pandora-Welt. Als die Menschen zum kriegerischen Angriff gegen die Na'vi ansetzen, um endlich an das begehrte Unobtainium zu gelangen, muss Jake eine schwere Entscheidung treffen.

Star-Feature:

Die "Avatar"- Stars Sam Worthington und Sigourney Weaver erscheinen mit James Cameron bei der Weltpremiere.
© Getty ImagesDie "Avatar"- Stars Sam Worthington und Sigourney Weaver erscheinen mit James Cameron bei der Weltpremiere.

Zwölf Jahre hat Regisseur James Cameron die Kinobesucher auf einen neuen Film warten lassen. Jetzt will er mit "Avatar - Aufbruch nach Pandora" nicht weniger als eine Kinorevolution herbeiführen. Vier Jahre arbeitete der 55-Jährige an der Kunstwelt Pandoras, erfand für die Spezies der Na'vis eine eigene Sprache und kreierte eine Tier- und Pflanzenwelt, die mit fluoreszierenden Farben berauscht.

Perfekte Computeranimation und die neueste 3-D-Technik sollen für ein Kinoerlebnis der Extraklasse sorgen. 300 Millionen Dollar hat "Avatar" deswegen gekostet und ist damit der teuerste Film aller Zeiten. James Cameron hat sich wieder einmal selbst übertroffen, bereits mit "Terminator 2" (100 Millionen) und "Titanic" (200 Millionen) sprengte er alle Budget-Rekorde.

Auch die Schauspieler von "Avatar" haben schon ihre Erfahrung mit Spezialeffekten gesammelt: Der Australier Sam Worthington wurde im Sommer dieses Jahres durch seine Rolle in "Terminator - Die Erlösung" berühmt. Sigourney Weaver, hier als Wisssenschaftlerin Dr. Grace Augustine zu sehen, wurde in den Achtzigern von James Cameron zur ersten weiblichen Actionheldin gemacht - als Ellen Ripley in "Alien". "Star Trek"-Schönheit Zoe Saldana spielt das blauschimmernde Objekt der Begierde für Sam Worthington und Hollywood-Wildfang Michelle Rodriguez gibt eine taffe Pilotin.

Fazit:

"Avatar" kommt passend zum ansteigenden 3-D-Trend in die Kinos. Mit der 3-D-Brille auf der Nase erscheint die fabelhafte Pandora-Welt noch beeindruckender, die Kriegsszenen noch intensiver. Tipp: Möglichst weit vorne sitzen, damit das Blickfeld nicht vom Ende der Kinoleinwand beschränkt wird.

Zwischen Jake (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldana) entwickelt sich eine Dschungel-Romanze.
© 2009 Twentieth Century FoxZwischen Jake (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldana) entwickelt sich eine Dschungel-Romanze.

Action-Fans werden bei den Kriegsszenen zwischen den Na'vis und den mit Robotern, Panzern und Flugzeugen ausgestatteten Menschen möglicherweise auf ihre Kosten kommen. Doch wenn sich die Na'vis mit ihrem Zopf per "USB-Verbindung" an ihre Drachen und Pferde anschließen und die Soldaten in laufenden Robotern sitzten, wirkt das ziemlich albern und überholt.

Leider kann die ganze schöne Computeranimation auch nicht über das größte Manko des Films hinweghelfen: der dünne, auf 160 Minuten ausgebreitete Plot. Mann aus der Zivilisation trifft auf Eingeborene, verliebt sich in die Tochter des Stammesoberhaupts und steht plötzlich zwischen den Fronten - das kennt man, seit sich Kapitän John Smith im 17. Jahrhundert in Pocahontas verliebte.

Die Charaktere des Films sind mitunter klischeebeladen (der arrogante Army-Colonel, die exotischen Urwaldeinwohner) und auch das Anprangern der kolonialen Zustände auf Pandora und der Umweltzerstörung durch den Menschen wirken eher abgeschmackt. Grundsätzlich gilt, wem Camerons Schiffsepos "Titanic" mit der tragischen Liebesgeschichte zwischen Jack und Rose ans Herz und auf die Tränendrüse ging, der sollte "Avatar - Aufbruch nach Pandora" besser fern bleiben.

Christin Köppen

Kinostart in Deutschland: 17. Dezember 2009

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