Arztserien

Diagnose: viel Herz und Humor

Bestsellerautor Dr. Eckart von Hirschhausen ist ausgebildeter Mediziner. Für Gala untersuchte er die aktuellen Arztserien

Dr. Eckart von Hirschhausen

Süchtig


"Dr. House": Der Spezialist für die ausgefallensten Diagnosen, ein , der aus scheinbar unwichtigen Details geniale Schlüsse zieht. Dafür darf er genau das Gegenteil von Prof. Brinkmann sein: ein menschenverachtender und medikamentenabhängiger Zyniker. Das ist erst mal erfrischend anders, kann aber, wenn das Schema einmal verstanden wurde, auch im Unvorhergesehenen vorhersagbar werden.

Dr. House könnte mein Langenscheidt- Wörterbuch "Arzt-Deutsch" gut brauchen. In jeder Serie fliegen medizinische Fachbegriffe durch den Raum, die wenigstens korrekt sind, im Gegensatz zu einigen deutschen Nachfolgermodellen wie "Doctor's Diary".

Dienstags, 21 Uhr 15, RTL

Voller Leben


"Grey's Anatomy": Ebenfalls sehr hoher Unterhaltungswert. Spitzname "McSexy" sagt eigentlich schon alles: Er ist plastischer Chirurg, bekannt für seine Frauengeschichten und hat eindeutig die besten Sprüche.

Die Realität in deutschen Krankenhäusern sieht natürlich anders aus. Da soll es sogar Oberärzte geben, die nicht zwingend ein Verhältnis mit ihren Assistenzärztinnen haben. Ebenso gibt es unattraktive Ärzte. Daher ist es verlässlicher, in die Röhre zu schauen, statt aus der Narkose aufzuwachen und zu erwarten, Doc "McSexy" ins Gesicht zu blicken.

Mittwochs, 20.15 Uhr, ProSieben

Durchgeknallt


"Scrubs": Mein persönlicher Favorit. Definitiv der höchste Unterhaltungsfaktor. Witzige Dialoge und schräge Nebenfiguren. Wie etwa der sadistische Hausmeister des Krankenhauses, von dem man in all den Jahren noch nicht mal den Namen erfährt.

Authentizität ist nicht das größte Anliegen der Serie, dafür gibt es attraktive junge Menschen, die - Überraschung!- mit ihren Gefühlen schwer klarkommen.

Der Held ist ein einfühlsamer Arzt, der das Zeug zum Schwiegersohn noch lernen muss. Aber zum Glück hat er ja noch ein paar Folgen Zeit ...

Samstags, ca. 15 Uhr, ProSieben (zwei Folgen)

Etwas Blutleer


"Doctor's Diary": Die vom Grimme-Preis gekrönte Serie wirkt wie eine deutsche Mischung aus "Grey's Anatomy" und "". Wie bei "Scrubs" werden Gedanken laut, was sehr lustig sein kann. Will amerikanisch wirken, aber leider fehlt dafür das Tempo. Viel Herzschmerz, wenig Blutkonserven.

Punktabzug gibt es außerdem für eine falsch dargestellte Wiederbelebung. Ein großes Plus: Der Anti-Held ist ein solches Arschloch, dass jeder zuschauende Mann denkt: "Ach, so schlimm bin ich ja gar nicht!".

Ab August läuft die 2. Staffel auf RTL

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