Alexandra Neldel

"Angela Merkel finde ich klasse"

In der Fernsehsatire des Jahres spielt Alexandra Neldel eine Ministergattin, die sehr an Stephanie zu Guttenberg erinnert. Was ärgert Sie an der Politik, Frau Neldel?

Alexandra Neldel

Aufregung im Hotel "Adlon": Ein halbes Dutzend Securitykräfte bahnt Italiens Präsident Napolitano, der auf Deutschland-Besuch ist, den Weg durch die Lobby. Perfekter Startschuss für einen amüsanten Polit-Talk mit , die in der TV-Satire über den Fall ("Der Minister", Sat.1, Dienstag, 12. 3., 20.15 Uhr) ihre komische Seite zeigt und im Interview mit "Gala" klare Positionen bezieht.

Für eine deutsche TV-Produktion ist "Der Minister" erstaunlich frech und scharfzüngig.

Als ich das Drehbuch gelesen hatte, war mein erster Gedanke: "Hui, darf man das?" Heute bin ich unentschlossen: Manchmal denke ich, dass wir sogar noch etwas weiter hätten gehen können. Bislang hat ja keine der porträtierten Personen den Film gesehen. Die große Frage ist: Können die über sich selbst lachen?

Wie tief sind Sie zur Vorbereitung in die Causa Guttenberg eingetaucht?

Ich habe eine Menge Material durchgearbeitet. Es ist schon erstaunlich, wie weit man durch Blenderei kommen kann. Das ist und war zuweilen einfach feinste Realsatire. Allein die offiziellen Fotos, die von den beiden gemacht wurden ...

Wer denkt da nicht sofort an die zu Guttenbergs? Kai Schumann und Alexandra Neldel als Glamour-Paar Viktoria und Franz Ferdinand zu Donnersberg.

Wer denkt da nicht sofort an die zu Guttenbergs? Kai Schumann und Alexandra Neldel als Glamour-Paar Viktoria und Franz Ferdinand zu Donnersberg.

Zum Beispiel?

Erinnern Sie sich an das Bild, wo die zwei im stillgelegten Berliner Spreepark auf einer umgefallenen Dinosaurier-Plastik posieren? Das war unglaublich skurril und komisch. Wer ist damals bloß auf diese schräge Idee gekommen? (lacht)

Was hat Sie an der Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg besonders geärgert?

Als sich der Minister für ein offizielles Statement vor Journalisten hinstellte und betonte, dass seine Doktorarbeit definitiv kein Plagiat sei - das war schon heftig. Denn damit hat er uns ja alle angelogen. Ich finde, er hätte den Schneid haben müssen, zu sagen: Ja, es ist wahr. Ich habe einen Riesenfehler gemacht. Und es tut mir sehr leid! Dann wäre er wahrscheinlich etwas eleganter aus der Sache herausgekommen.

So mancher frohlockte in der Hochphase des Hypes, die Guttenbergs hätten endlich Glamour in die trostlos-graue Politiklandschaft gebracht ...

Wer, bitte, will denn ernsthaft, dass Politiker Glamour in ihr Business bringen? Ich jedenfalls nicht! Glamour hat in der Politik absolut nichts zu suchen. Ich finde es ja schon grenzwertig, wenn Politiker zu Preisverleihungen gehen, und ich mag es erst recht nicht, wenn sie in bunten Magazinen über ihr Liebesglück schwärmen.

Gibt es Politiker, die sie halbwegs überzeugen?

finde ich klasse! Ich hege eine Menge Sympathien für diese Frau.

Warum?

Sie wirkt auf mich sehr authentisch und tatkräftig. In ihrem Job als Kanzlerin macht sie sich einfach gut. Sie hält dem Druck, der zwangsläufig auf ihr lastet, mit Bravour stand. Und ich liebe es, wie sie bei Fußballspielen der deutschen Nationalmannschaft aus sich herauskommt. Keiner jubelt schöner als Angela Merkel! ( lacht)

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 7. März, am Kiosk erhältlich.

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