Adele - Ein bisschen vorlaut
© PR Adele - Ein bisschen vorlaut

Adele Ein bisschen vorlaut

Englands neuer Shooting-Star Adele vereint in sich das Beste aus Baby Spice und Amy Winehouse

Kichern erfüllt die Lounge

des "Riverside"-Hotels in Hamburg. Irritierte Blicke zweier älterer Damen stören den aufgedrehten Teenager allerdings wenig. Willkommen zum Plausch mit Adele, Beiname: die neue Amy Winehouse. Dabei überzeugt die 19-jährige Musikentdeckung des Jahres längst mit eigenem Stil. Hatte man sich bei den Klängen ihres melancholischen Debütalbums ein wortkarges bis schwermütiges Gegenüber vorgestellt, ist man erst überrascht, dann entzückt. Die junge Dame sprüht geradezu vor Charme und Selbstironie.

Gala: Die Songs auf "19" klingen sehr weise. Woher nehmen Sie das?

Ach, meine Gefühle und Erfahrungen klingen bloß aufgebauschter als bei anderen Teenagern, weil ich sie in ein Album gepresst habe.

Gala: Damit kommen Sie super an. Was ist das Beste am Berühmtsein?

Livemusik zu machen! Oh, und all die Geschenke. Taschen, Schuhe, bei den Brit Awards gab's eine 50000-Pfund-Uhr. Ist das nicht krass? Die Kosmetiksachen kriegt meine Mum.

Adeles Debütalbum "19" (Indigo)
© PRAdeles Debütalbum "19" (Indigo)

Gala: Hat die Sie auch zum Singen gebracht?

Nein, das wollte ich schon als Kleinkind. Wenn Freunde zu Besuch waren, habe ich zum Leidwesen meiner Mutter immer die Spice Girls imitiert - alle fünf! Aber sie liebt mich bis heute ...

Gala: Statt mit Baby Spice und Co. vergleicht man Sie inzwischen eher mit jemand anderem.

Ich weiß, was jetzt kommt. Es ist ein großes Kompliment, auch wenn wir so unterschiedliche Musik machen. Aber ich liebe Amy Winehouse. Man vergleicht uns bestimmt, weil wir beide aus London sind, tiefe Stimmen haben und ein bisschen vorlaut sind.

Gala: Wäre ihr wildes Leben etwas für Sie?

Bisher nicht, ich hoffe, das bleibt so. Ich ziehe bald nach New York. Bliebe ich in London, ginge ich vermutlich zu dem Typ zurück, wegen dem "19" so traurig klingt. Und würde wohl genau dieselbe Platte noch mal machen - das will ja keiner.