Tom Wlaschiha
© Picture Alliance Tom Wlaschiha

Tom Wlaschiha Ach, der ist das!

Sein Gesicht kennen viele, seinen Namen sollte man sich spätestens jetzt merken: Tom Wlaschiha brilliert in den TV-Serien "Game Of Thrones" und "Crossing Lines". "Gala" traf den Schauspieler auf einen Kaffee in Hamburg

Zugegeben, sein Nachname ist ein Zungenbrecher. Trotzdem zählt Tom Wlaschiha, 41, zu den wenigen deutschen Schauspielern, die man im Ausland kennt. Das liegt vor allem an der überaus erfolgreichen Fantasy-Serie "Game Of Thrones", in der er dem mysteriösen Auftragskiller Jaqen H’ghar Leben einhaucht und damit weltweit viele Fans gewonnen hat. Besonders weibliche. Die Bewunderung einer jungen Frau ging sogar so weit, dass sie an Toms Tür klingelte, bewaffnet mit einer Plastiktüte aus dem Baumarkt. Sie wollte einen Gipsabdruck von seinem Gesicht machen. Der Schauspieler lehnte dankend ab. "Manche Leute können sich so in andere Welten versetzen, dass es unglaubliche Ausmaße annimmt", erzählt er im "Gala"-Gespräch.

Tom Wlaschiha: Erfolg mit "Game Of Thrones": Tom Wlaschiha als Auftragskiller Jaqen H'ghar.
© PRErfolg mit "Game Of Thrones": Tom Wlaschiha als Auftragskiller Jaqen H'ghar.

Eigentlich wollte der gebürtige Dresdener Pianist werden - sein Onkel, ein bekannter Opernsänger, hatte ihn mit der Liebe zur klassischen Musik infiziert. Doch Tom Wlaschiha fühlte sich auf der Theaterbühne noch wohler als auf dem Konzertpodium. Bereits mit 16, damals noch in der DDR, bewarb er sich an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig - und wurde gleich genommen.

Ein Tag im Jahr 2012 stellte sein Leben völlig auf den Kopf. Nach ersten Serienrollen in "Die Rettungsflieger" und "Küstenwache" sollte Wlaschiha für eine internationale Fantasy-Serie ein Bewerbungsvideo per Handy einschicken. Eine Freundin filmte ihn. Es ging um "Game Of Thrones". Damals konnte niemand ahnen, wie gut die Serie beim Publikum ankommen würde. Tom Wlaschiha war zu der Zeit kein Fantasy- Fan, sagte sich: "Die Gegenwart ist doch spannend genug, ich brauche keine fremden Welten." Heute, zwei Jahre später, ist der Hype um "Game Of Thrones" ein internationales Phänomen - und er ein Star.

Tom Wlaschihas Reisekalender gleicht dem eines hoch bezahlten Managers. London, Prag, Sofia, Marseille - der Schauspieler, der fünf Sprachen spricht, ist ständig unterwegs. Das liegt vor allem an seinem zweiten Serien-Engagement: In der internationalen Krimireihe "Crossing Lines" ist er fester Bestandteil des Ermittlerteams am Gerichtshof von Den Haag. Auch Filmlegende Donald Sutherland spielt mit, "ein Geschenk" für Tom. In der Serie spielt er einen Technikexperten, privat kann er mit derartigen Fähigkeiten nicht punkten. "Ich wüsste wahrscheinlich nicht mal, wie ich einen Twitter- Account anlegen müsste."

Tom Wlaschiha: "Crossing Lines": Tom Wlaschiha spielt auch in der zweiten Staffel der Krimiserie Sebastian Berger, den Technikexperten des internationalen Ermittlerteams. (Sat.1, ab 4. September, donnerstags, 21.15 Uhr)
© PR"Crossing Lines": Tom Wlaschiha spielt auch in der zweiten Staffel der Krimiserie Sebastian Berger, den Technikexperten des internationalen Ermittlerteams. (Sat.1, ab 4. September, donnerstags, 21.15 Uhr)

Zwischen den Drehs kehrt er immer wieder zurück in seine Kreuzberger Wohnung, Berlin ist seine Wahlheimat. Gerade kommt er aus Kiel, wo er den neuen "Tatort" an der Seite von Sibel Kekilli abgedreht hat. Auch sie wurde durch "Game Of Thrones" international bekannt.

Ob Tom Wlaschiha wohl irgendwann auch mal genug vom Reisen hat? Kann schon sein, sagt er. Dann würde er einfach abtauchen. "Ein kleines Haus auf dem Land in Mecklenburg oder Südspanien - das wäre mein Traum!"