Let's Dance: Larissa Marolt, Massimo Sinato
© Getty Images, Screenshot von rtl.de Larissa Marolt, Massimo Sinato

Let's Dance Larissa on fire

In Woche zwei mussten die "Let's Dance"-Kandidaten nachlegen, zum ersten Mal wurde in der RTL-Show Ausdruckstanz abgefragt. Einige taten sich damit ganz schön schwer, doch Larissa Marolt überraschte im feuerroten Kleid mit einer hochemotionalen Performance

In Woche zwei der RTL-Tanzshow "Let's Dance" haben die Starkandidaten wieder einmal gezeigt, wie viel Tänzer in ihnen steckt - oder es zumindest versucht. Denn einige der Promitänzer mussten schmerzhaft erfahren, dass Ehrgeiz und Kampfeswille allein nicht ausreichen. Zum ersten Mal wurde bei "Let's Dance" der schwierige Contemporary abgefragt - der zeitgenössische Ausdruckstanz. Für einen gelungenen Contemporary Dance ist nicht die Abfolge der einzelnen Tanzschritte entscheidend, vielmehr geht es dabei darum, Emotionen zu zeigen und eine überzeugende Geschichte zu erzählen.

Kandidatin Lilly Becker musste zwar einen Jive tanzen, in ihrem Einspieler erzählte sie trotzdem eine hochemotionale Geschichte. Die 37-Jährige ist seit ihrem dritten Lebensjahr Waise, ihre Eltern starben bei einem Autounfall. Nach einem Jahr im Kinderheim kamen sie und ihre Schwester zu ihren Großeltern. Die hatten aber nicht viel Geld, "ich habe immer arbeiten müssen". Hart gearbeitet hat Lilly Becker auch für ihre Performance, die zwar nicht immer perfekt, aber dafür umso engagierter war. Zum Gute-Laune-Song "Happy" konnte sie die Jury gnädig stimmen, mit 20 Punkten setzte sie sich gemeinsam mit Tanzpartner Erich schnell an die Spitze der Tanztruppe.

Let's Dance: Lilly Becker beim Jive. Gut zu erkennen: Ihr Knie hat unter dem Tanztraining gelitten und musste bandagiert werden - natürlich passend zum Outfit.
© Screenshot von rtl.deLilly Becker beim Jive. Gut zu erkennen: Ihr Knie hat unter dem Tanztraining gelitten und musste bandagiert werden - natürlich passend zum Outfit.

Daniel Hartwich war vor allem ihr Outfit aufgefallen: Lilly Becker trug einen hellblauen Zweiteiler mit Fransen, der auf der dunklen Haut des Models gut zur Geltung kam. Auffällig waren auch die Bandagen, die sie an Knie und Schulter trug. "In Blau mit Strasssteinen, Gratulation an die Mädels vom Kostüm", kommentierte Daniel Hartwich.

Apropos: Der Moderator vermisste an dem Abend den "vierten Juror der Sendung", wie er Boris Becker bezeichnete. Der hatte sich in der vergangenen Woche die Daumen heißgetwittert, um seine Frau Lilly Becker anzufeuern, und gleichzeitig die Leistung der anderen Kandidaten kommentiert. "Liebe Frau ... Das war spitze!!!", bewies der Ex-Tennisprofi wieder einmal, dass er hinter seiner Frau steht. Ansonsten hielt er sich aber zurück. "Na ja, er ist allein zu Hause und hat 'ne neue Hüfte ...", flachste Daniel Hartwich.

Wie Lilly Becker tanzte auch Tanja Szewczenko den Jive und lieferte solide ab. "Sie ist ein echtes Flughaserl", fand ihr Tanzpartner Willi Gabalier - von der Jury gab es daran nur wenig auszusetzen. Den Tanz, der vor allem von seiner Darstellung voller Lebensfreude lebt, legten auch die beiden Alexanders - Alexander Klaws und Alexander Leipold - aufs Parkett.

Let's Dance: Ringer Alexander Leipold wurde in Woche Eins hoch gelobt, fiel aber in Woche Zwei trotz vollem Einsatz in der Jurygunst.
© Screenshot von rtl.deRinger Alexander Leipold wurde in Woche Eins hoch gelobt, fiel aber in Woche Zwei trotz vollem Einsatz in der Jurygunst.

Cindy Berger musste sich dagegen im Contemporary beweisen, beeindruckte aber weniger mit ihrer Tanzkunst als durch ihren Look - unter ihrem transparenten, weißen Kleid ließ sie einen durchtrainierten Körper erahnen. "So würde ich mit 66 auch gern aussehen", befand Motsi Mabuse. Zum leicht chaotischen Contemporary-Tanz des Schlagerstars fehlte der Jury allerdings die Worte. Joachim Llambi fiel dann doch etwas ein: "Das war ja ein bisschen 'Tanz der Vampire', da weiß man, irgendwann stirbt einer. Die Zuschauer sind hier auch fast gestorben, glaube ich." Cindy Berger konnte über sich lachen: "Die Verzweiflung war immerhin echt." Zum Weiterkommen reichte es jedenfalls nicht: Die Zuschauer wählten die Schlagersängerin aus der Show.

Auch Schauspieler Dirk Moritz hatte so seine Mühe mit dem Ausdruckstanz. Etwas verbissen zeigte er, was er in der vergangenen Woche alles gelernt hatte, am Trapez ließ er die Muskeln spielen und turnte der Jury eine kleine Kür vor. Gebracht hat es ihm nicht viel: "Das war ja wieder mal nichts", kommentierte Joachim Llambi. Dagegen besser als in der vergangenen Woche kam Bernhard Brink bei seinem Slowfox weg: "Es sah immerhin ein bisschen so aus wie ein Tanz", sagte Motsi Mabuse. "Die Ü-60-Meisterschaft haben Sie schon mal gewonnen. Die Frauen ab 80 werden Sie lieben", ätzte Joachim Llambi.

Den "König der Standardtänze", also den Slowfox, sollte auch Carmen Geiss zeigen. Dazu braucht es weiche, fließende Bewegungen und viel Körperspannung. Carmen Geiss gab alles, "doch waren da irgendwie Ihre Brüste im Weg?", erkundigte sich Joachim Llambi hinterher, der an der Haltung des Realitystars einiges auszusetzen hatte. Carmen reagierte gelassen und lachte die Kritik einfach weg. "Carmen war klasse!", machte ihr Boris Becker via Twitter Mut - den "vierten Juror" der Show konnte sie also von sich überzeugen.

Heiß ersehnt wurde wieder einmal der Auftritt von Larissa Marolt - allerdings nicht nur der: Bei den Proben wurde die 21-Jährige von ihrem Freund Whitney Sudler-Smith besucht, der auch brav im Publikum saß. Zwischen den beiden scheint es also durchaus etwas Ernsteres zu sein.

Vergangene Woche hatte Larissa "20 Prozent zu viel" gegeben, wie Joachim Llambi befunden hatte. Allzu sehr nachlassen durfte Larissa in Woche zwei dann aber nicht: "Ich bin ganz oft auf mich allein gestellt", beschwerte sich Larissa in ihrem Einspieler über ihren Tanz, den Contemporary. Auch die Hebefiguren hatte sie sich einfacher vorgestellt: "Ich fühle mich wie ein 100-Kilo-Mensch", sagte sie.

Doch während ihres Tanzes war davon nichts zu sehen, immer wieder rief ihre Performance zu "This Girl Is On Fire" von Alicia Keys im Publikum Jubel und Applaus hervor. "Ausdruck - wow", kommentierte Juror Jorge Gonzalez, der sich als Larissa-Fan outete. "Du hast dich von allen Kandidaten am meisten verbessert. Von Dschungelprinzessin zur Dancing Queen, yeah!", lobte Motsi Mabuse. Joachim Llambi konnte sich immerhin den Kommentar "ganz ordentlich" abringen.

Let's Dance: Larissa Marolt zeigte gemeinsam mit Massimo Sinato einen ausdrucksvollen Tanz zu "This Girl is on Fire" von Alicia Keys.
© Screenshot von rtl.deLarissa Marolt zeigte gemeinsam mit Massimo Sinato einen ausdrucksvollen Tanz zu "This Girl is on Fire" von Alicia Keys.

Ob diese Leistung auch auf die Unterstützung ihres Freundes zurückzuführen sei, wollte Moderatorin Sylvie Meis im Anschluss von Larissa wissen. "Öhhh .... jetzt werde ich rot!", antwortete sie knapp und rührte lieber noch einmal die Werbetrommel für sich: "Anrufen, Leute!" Sie weiß eben noch aus "GNTM"- und "Dschungelcamp"-Zeiten, dass Ehrgeiz und eine gute Leistung nicht alles sind.