Jochen Bendel
© Getty Images Jochen Bendel

Jochen Bendel Darum wird dieses Dschungelcamp so extrem

Am 15. Januar startet RTL zum zehnten Mal sein legendäres Dschungelcamp. Hier erklärt Moderator und Ex-Insasse Jochen Bendel für GALA die bisher schärfste Staffel

Nachdem sich im vergangenen Jahr die Promis im Dschungelcamp anstatt wie Raubtiere eher wie Faultiere verhalten haben, hat RTL in diesem Jahr bei der Auswahl der Teilnehmer nichts dem Zufall überlassen. Zu groß ist der Quotendruck. Jetzt ziehen ganz spezielle Prominente ins Camp ein: elf Egoisten und Selbstdarsteller, die 14 Tage für richtig Action sorgen sollen.

Die Motivation

Ganz klar: Die Aussicht auf ein saftiges Honorar und mediale Aufmerksamkeit ist groß. Die Stars und Sternchen können vergangenen Ruhm aufpolieren (Jenny Elvers), sich endlich mal wie ein echter Star fühlen (Daniel Ortega Arenas, Menderes Bagci) oder vor der Rente noch mal richtig absahnen (Rolf Zacher, Gunter Gabriel).

Die richtige Vorbereitung

Psychotrainings zur Angstbewältigung oder Spinnenstreicheln kurz vor der Abreise nach Australien bringen rein gar nichts. Fast alle Promis überschätzen sich. Wer unter Phobien (Höhe, Tiere, Menschen) leidet oder psychisch labil ist, sollte auf das Geld verzichten und sich Stress und Schande ersparen. Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand. Aber genau dieser tägliche Stress der Promis, mit ihren Ängsten konfrontiert zu werden, ist für uns Zuschauer doch so unterhaltsam, oder?

Das Dschungel-Lazarett

Viele Promis treten trotz vieler Wehwehchen und schwerer Erkrankungen die Reise nach Australien an. Wie geht das? Gunter Gabriel ist 73 und schwer herzkrank. Nach zwei Herzinfarkten und Bypass-Operationen stellt ihm RTL einen eigenen Herzspezialisten, der ihn im Dschungelcamp täglich überwacht. Viel Aufregung und körperliche Anstrengung wird er wohl vermeiden, für die meisten Prüfungen nicht zur Verfügung stehen. Genau so wie Rolf Zacher. Der Schauspieler geht auf die 75 zu und wird wohl die meiste Zeit vom Bett aus keifen. Im Camp wird es einen exklusiven Club der Anonymen Alkoholiker geben: Jenny Elvers, Thorsten Legat und Brigitte Nielsen. Alle drei sind zum Glück trocken. Alkohol gibt’s im Dschungel eh keinen. Aber wie verkraften sie die psychische Anstrengung?

Die fiesen Tricks der Macher

Die Strategie ist einfach: Vom Einsteigen in den Luxusflieger in Frankfurt, den luxuriösen Tagen im "Versace"-Hotel, bis zum Abflug mit dem Helikopter in den Dschungel – die Promis erwartet ein First-Class-Urlaub. Jeder Wunsch wird ihnen von den Augen abgelesen. Da denkt bestimmt selbst Sofia Wollersheim, sie sei Heidi Klum. Das ist aber pure Absicht der Produzenten. Im Camp selber haben die Promis dann nichts mehr zu melden. Ihre Extrawürste (eine warme Dusche, mit dem Manager telefonieren) werden einfach ignoriert. Einziger Luxus: Nach dem Aufwachen gibt’s die benötigten, vom Arzt verschriebenen Pillen oder Zigaretten. Aber was nutzt die Kippe zum Frühstückskaffee wenn es nur einen Becher heißes Wasser gibt?

Die größte Gefahr

Im Dschungel haben die Tage auch 24 Stunden, aber 20 davon passiert einfach nichts. Die größte Gefahr ist deshalb, faul herumzusitzen, dem ständigen Gequassel der Selbstdarsteller nicht aus dem Weg zu gehen oder sich in jeden Streit einzumischen. Aber was soll man auch anderes tun, wenn man es nicht gewohnt ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen und dauernd Aufmerksamkeit braucht?

Die Neuheiten

Nach zehn Jahren Dschungelcamp wird das Reality-Format etwas aufgehübscht. Immer die gleichen Spiele und Prüfungen – langsam wird es langweilig. Gerade ist die englische Staffel zu Ende gegangen. Das Camp wurde generalüberholt und etwas umgestaltet. Mittendrin stand eine Telefonzelle, ein goldener Thron und ein riesiger Automat mit Softdrinks und Süßigkeiten. Zwei Teilnehmer logierten in einem komfortablen Luxusbett und ließen sich bedienen. Auch die Dschungelprüfungen wirkten moderner. Mal sehen, welche dieser Neuerungen das deutsche Pendant übernimmt.