Die Geissens bei der Präsentation ihres neuen Parfüms
© ddp images Die Geissens bei der Präsentation ihres neuen Parfüms

Die Geissens Fünf Gründe für den Quoten-Absturz

Die Geissens verbuchten mit ihrer Show am Montagabend einen Jahrestiefstwert. Stabilisieren sich die Quoten für ihre Show also doch nicht?

Bei den Geissens mag zwar die Kasse klingeln, zusehen wollten ihnen zumindest gestern nur noch wenige Fans. Mit nur 1,05 Millionen Zuschauern erreichte ihre Doku-Soap dem Medienmagazin "DWDL.de" zufolge einen Jahrestiefstwert - und das, obwohl sich die Quoten nach einem schwachen Vorjahr zunächst zu stabilisieren schienen. Noch am Donnerstag stellte die "schrecklich glamouröse Familie" ihren neuen Duft in Köln vor, nur wenige Tage später können ihre Fans sie anscheinend schon nicht mehr riechen. Müssen die TV-Millionäre in Zukunft öfter um Einschaltquoten bangen? Das könnte dafür sprechen:

1. Schrecklich niveaulos?

Als Carmen Geiss 2014 bei "Let's Dance" antrat vermuteten böse Zungen ihr Mann habe gleich ein ganzes Call-Center engagiert, nur um sie Runde für Runde weiter zu voten. Zugegeben, ein Vorwurf, den man wohl unter "böses Gerücht" ablegen muss. Das Saubermann-Image der Geissens bekam im Laufe ihrer TV- und Social-Media-Kariere dennoch Risse.

Vor allem ein Urlaubsfoto im Januar dieses Jahres, auf dem eine strahlende Carmen Geiss in einem Armenviertel posierte, löste einen heftigen Shitstorm aus. Follower des Pärchens bezeichneten die Szenerie als "niveaulos", "peinlich" und "erbärmlich" und das Verhalten als "Das Allerletzte". Auch wurden erst im Februar dieses Jahres Stimmen laut, wonach die Produktionsfirma "Geiss TV" an der die Geissens je 20 Prozent halten, einige Löhne nicht gezahlt und Mitarbeiter fristlos entlassen habe.

2. Schrecklich präsent?

Die Geissens sind in den vergangenen Jahren ohne Zweifel zu einer Marke herangewachsen. Bücher, Parfüm, DVDs, Spiele, CDs... es gibt eigentlich nichts mehr, was es nicht gibt. Auch wer nicht regelmäßig die RTL-II-Sendung des Glamour-Pärchens einschaltet, kommt an Carmen und ihrem "Roobääärt" nicht vorbei. Dass sich mit den beiden als Werbemaskottchen Geld verdienen lässt, darauf kamen zuletzt ein Stromanbieter und ein Reiseshopping-Sender. Während Letzterer nach oben genanntem Slum-Skandal die Zusammenarbeit beendete, erinnert Ersterer in jeder Werbeunterbrechung daran, dass auch reiche Menschen Stromkosten sparen können - nervig!

3. Schrecklich Social-Media süchtig?

Wer den Geissens auf Facebook seinen Daumen nach oben gibt, der verpasst mit Sicherheit nichts mehr aus dem Leben der Glamour-Familie - auch ohne wöchentlich den Abend vor dem Fernseher zu verbringen. Täglich ein Foto oder Video scheint Pflicht, oftmals bekommen Fans aber noch viel mehr davon auf die eigene Pinnwand geliefert. Nicht umsonst ist auf Carmen Geiss' Profil in der Beschreibung zu lesen: "My World is your World" (dt. "Meine Welt ist eure Welt"). Wer muss da noch zur Fernbedienung greifen?

4. Schrecklich wenig Lust, Millionären zuzuschauen?

Flüchtlingswelle, Wahlerfolge der AfD, steigende Mietpreise... wer möchte da gerne Menschen beim scheinbar sorglosen Verprassen ihres Vermögens zusehen? Stilvoll Geld ausgeben geht schließlich anders und bei weitem diskreter. Braucht es in Zeiten in denen "Krise" eines der häufigsten Wörter der Berichterstattung scheint, tatsächlich noch übertriebene TV-Millionäre?

5. Schrecklich langweilig?

Mittlerweile befinden wir uns in Staffel elf und haben Robert und Carmen Geiss und ihre Töchter bei so ziemlich allem begleitet, was eine schrecklich reiche Familie eben so macht: Schlemmen, Shoppen, Sonnen, Streiten und Feiern. Wie viel neues erwartet die Zuschauer also nach gut fünf Jahren TV-Luxus noch? Was kann die Show noch bieten, um zu überraschen? Richtig - nichts! Nach über 150 Folgen kann sich die Show ganz einfach nicht mehr neu erfinden. Aber vielleicht geht es auch kommenden Montag mit der Quote wieder bergauf, schließlich hatten die Geissens gestern Abend auch schrecklich harte Konkurrenz. Physik-Nerd Sheldon Cooper zelebrierte in "The Big Bang Theory" sein erstes Mal.