Lykke Li
© Justin Tyler Close/Warner Music Lykke Li

Lykke Li "Ich bin getrieben"

Ihr Remix-Song "I Follow Rivers" war ein Welthit. Auf ihrem neuen Album verarbeitet die schwedische Sängerin Lykke Li jetzt eine schmerzhafte Trennung, wie sie "Gala" verrät

Wer immer der Ex- Freund von Lykke Li gewesen ist, er kann einem in diesen Tagen etwas leid tun. Die Schwedin singt sich auf ihrem neuen Album "I Never Learn" schonungslos die Enttäuschung über ihre gescheiterte Liebe von der Seele. Haufenweise Vorwürfe macht sie sich, an den Falschen geraten zu sein. Sie sei aus Stein, sei heimatlos geworden, werde nie wieder lieben können.

Starker Tobak, wie Li beim Gespräch mit "Gala" in Berlin auch selbst einräumt. "Ich bin eine komplizierte, getriebene Person. Es ist nicht leicht, mit mir auszukommen", erzählt sie, während sie aufrecht und ganz in Schwarz gekleidet ("Ich liebe Schwarz. Schwarz hat Klasse") auf dem Sofa der Hotelsuite sitzt. Sie ist keine von diesen lustigen Popsternchen, die gern über sich reden. Ihre Mutter arbeitete als Fotografin, ihr Vater als Musiker, sie selbst wuchs in Portugal, Nepal und Indien auf. Das Musikmachen beschreibt Li als einen Prozess, der sie erfülle und gleichzeitig leer sauge. Ein ewiges Hin und Her zwischen himmelhoch jauchzend und tieftraurig.

Lykke Li: Lykke Li will es ihren Fans nicht zu leicht machen. Ihr drittes Album "I Never Learn" steckt voller Melancholie und enttäuschter Liebe. Etwas finster, aber die sparsam arrangierten Stücke und Lis charaktervolle Stimme faszinieren dennoch. Und einen Mega-Hit gibt's auch: die Ballade "Gunshot".
© PRLykke Li will es ihren Fans nicht zu leicht machen. Ihr drittes Album "I Never Learn" steckt voller Melancholie und enttäuschter Liebe. Etwas finster, aber die sparsam arrangierten Stücke und Lis charaktervolle Stimme faszinieren dennoch. Und einen Mega-Hit gibt's auch: die Ballade "Gunshot".

Weltweit bekannt wurde die Sängering, die abwechselnd in Stockholm und Los Angeles lebt, vor drei Jahren. Ihre zweite Platte "Wounded Rhymes" begeisterte die Kritiker, die Remix-Version ihrer Single "I Follow Rivers" wurde zum Megahit - und 2012 zum Erkennungssong bei der TV-Übertragung der Champions League. Mittlerweile läuft das Stück in fast jedem Fußballstadion. Li lächelt. "Ich finde das verrückt, weil der Song mit Fußball ja überhaupt nichts zu tun hat."

Viele Popstars wollen nichts anderes, als einen Hit zu landen. Li hadert dagegen mit ihrem Erfolg. Sie wolle "kein Fake" sein. Sieht nicht danach aus, als werde sie demnächst wieder einen ihrer Song zum Remixen hergeben. Wie es ihr denn nun im Moment gehe? Na ja, ein wenig "lost in space", murmelt sie. "Ich habe nicht wirklich jemanden, der sich um mich kümmert. Eigentlich musste ich das auch immer selbst machen." Pilates, Wandern und vor allem Meditieren helfe ihr, zweimal 20 Minuten jeden Tag. Das hat sie von David Lynch. Mit dem Kultregisseur ("Twin Peaks") hatte sie 2013 einen Song aufgenommen. "Er ist ein fantastischer Mensch und hat mir sehr geholfen. Er macht schon seit Jahren Transzendentale Meditation und hat mir ein Institut empfohlen", erzählt Li.

Und womit belohnt sie sich für ihren Erfolg? Wofür gibt sie ihr Geld aus? Für Mode. Klar. Sie trägt die neuesten Prada-Schuhe - ein Herrenmodell allerdings. "Und für gutes Essen", sagt sie. "Das macht mir Spaß. Ich bin keine Vegetarierin. Aber ich mag es gesund und bunt." Bei den letzten Worten schaut sie leicht erstaunt. Gesund und bunt. Das klingt auch in ihren Ohren etwas überraschend.