Lars Eidinger
© CoverMedia Lars Eidinger

Lars Eidinger Rosa Wärmeboots gehen gar nicht

Der Schauspieler Lars Eidinger weiß nicht, wo er hingucken soll, wenn seine Co-Stars rosa Überzieher über ihren Schuhen tragen

Lars Eidinger, 37, hasst Wärmeboots. "Schauspielerinnen tragen beim Drehen immer Wärmeboots, sobald die Füße nicht im Bild sind", seufzte der Schauspieler ("Alle anderen") im Interview mit "Zeit Online" und lästerte: "Weil ihnen sonst kalt wird oder weil die Kostümbildner Angst haben, dass die Schuhe dreckig oder nass werden. Dann müsste man sie ja erst trocknen, bevor sie wieder im Bild sind." Ihm sind die praktischen Überschuhe ein Gräuel. "Ich kann aber mit niemandem spielen, der rosafarbene Wärmeboots trägt. Ich weiß dann überhaupt nicht, wo ich hinschauen soll", jammerte der Star, der ohnehin lieber auf der Theaterbühne steht. Gerade im TV habe man es nämlich oft mit Idioten zu tun, "Schauspieler, die nur Dienst nach Vorschrift machen" und sich in den Vordergrund spielten. "Das macht mir den Spaß am Beruf kaputt", gestand der gebürtige Berliner.

Außerdem habe er beim Theaterspielen generell "mehr Einfluss auf die Veranstaltung", was ihm sehr gelegen kommt. Sein teilweise sehr spontanes Agieren auf der Bühne ist jedoch nicht immer ein Publikumshit. Insbesondere wenn der Darsteller die Zuschauer miteinbeziehen will, stößt das - sehr zu seinem Missfallen - bisweilen auf wenig Gegenliebe. "Es ärgert mich, dass manche Zuschauer nicht verstehen, dass Theater ein Austausch zwischen Spielern und Publikum ist", meinte Eidinger. "Ich nehme auf der Bühne alles wahr, was um mich herum passiert. Es würde mich einschränken, nicht darauf reagieren zu dürfen. Zum Beispiel, wenn jemand mit seinem Handy spielt. Ich sehe dann angeleuchtete Gesichter im Zuschauerraum, das macht mich ganz irre."

Eidingers ungeskriptete Einlagen können jedoch auch für den Deutschen nach hinten losgehen. Als er in London den Hamlet gab, wollte er in gewohnter Manier die Zuschauerränge betreten. "Aber im "Barbican Centre" in London musste ich über die Stuhllehnen balancieren. Um den Leuten nicht auf den Kopf zu treten, habe ich nach unten geschaut, bin voll gegen einen Betonbalkon gelaufen und bewusstlos geworden", erinnerte er sich. "Als ich wieder zu mir kam, habe ich gemerkt, dass zwischen dem Kunstblut echtes Blut meine Stirn runterlief." Ganz der Held besann er sich jedoch auf das Motto "The Show must go on". "Ich habe heulend weitergespielt. Die Leute haben gelacht, sie dachten, das gehört zum Stück dazu! Dabei hatte ich eine Gehirnerschütterung", gestand Lars Eidinger.