The Big Short Der Anfang vom Ende

"The Big Short" erzählt brilliant von den Anfängen der großen US-Finanzkrise im Jahr 2008, welche beinahe das globale Bankwesen zum Einsturz gebracht hätte

"The Big Short" spielt in der Zeit vor dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes. Nur wenige Spezialisten sehen die Katastrophe kommen und diese werden als verrückte Spinner betitelt. Sie müssen viel Geduld aufbringen, bis ihre Vorhersagung tatsächlich Realität wird. Bis zu dem Zeitpunkt verlassen sie sich einzig auf ihren Verstand und ihr Know-how. Einer davon ist der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry (Christian Bale). Er analysiert die Zahlen und zieht erschreckende Schlussfolgerungen. Fonds aus faulen Immobilienkrediten werden nämlich quasi ungeprüft mit Topratings ausgestattet und gewinnbringend weiterverkauft. Burry wettet schließlich auf den Zusammenbruch des Systems, um das ihm anvertraute Kapital zu sichern. Daraufhin werden die Spekulanten Steve Eisman (Steve Carell), Greg Lippman (Ryan Gosling) und Ben Rickert (Brad Pitt) auf Burrys Treiben aufmerksam und wollen auch ein Stück vom Kuchen.

Hintergrund von "The Big Short"

Die Finanzkrise in den USA nimmt im Jahr 2007 an Fahrt auf. Bis dahin wurden eindeutige Anzeichen von einigen wenigen Finanzfachleuten ignoriert. Ausgangspunkt war der spekulativ aufgeblähte US-Immobilienmarkt - die Folge war eine Weltwirtschaftskrise, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. "The Big Short" basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Eine der Hauptfiguren, Michael Burry, war tatsächlich der Gründer des "Scion Capital LLC Hedge Fund", für den er in den Jahren 2000 bis 2008 verantwortlich war. Der "New York Times" antwortet er auf die Frage, wie er die Krise voraussehen konnte, dass jeder der die Zahlen der Jahre 2003, 2004, und 2005 genau studiert hätte, den Zusammenbruch hätte kommen sehen müssen. Burry lebt heute mit seiner Familie in Kalifornien.

Kurzweilige Inszenierung mit realem Bezug

Die spannende Inszenierung von Regisseur Adam McKay lebt auch von ihrer großartigen Besetzung. Brad Pitt, Christian Bale, Steve Carell und Ryan Gosling nehmen die Sache fest in ihre Hände und führen den Zuschauer zielsicher in ein Konstrukt aus Faszination und Abscheu. Die absolute Regentschaft der Gier schwingt siegessicher ihr Zepter und fällt grandios auf die Nase. Aus diesen Auswüchsen spinnt McKay den roten Faden, an dem man unweigerlich hängen bleibt. Auch ohne Bankausbildung oder VWL-Studium findet der Zuseher großen Gefallen an der Geschichte, weil zudem Witz und Absurdität nicht zu kurz kommen. Unter dem Strich bleibt für mich eine faszinierende Geschichte aus dem Schlund der "bösen" Kapitalmärkte, die brillant auf die Kinoleinwand übertragen wird.

"The Big Short" wurde bei der Oscarverleihung 2016 für das "Beste adaptierte Drehbuch" ausgezeichnet. Insgesamt war er für fünf Oscars bei der diesjährigen Verleihung nominiert.

Von Timo Buschkämper, Online-Redakteur bei GALA