Game of Thrones
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Game of Thrones Es wird noch härter

Die Fantasy-Serie "Game Of Thrones" ist ein Phänomen, Frauen wie Männer lieben sie. "Gala" besuchte exklusiv den Dreh in Irland - ein Set-Report aus einer gewalttätigen Welt, in der man nicht gern leben würde

Er mordet gerne. Und oft. Geradezu hingebungsvoll meuchelt George R. R. Martin, der Schöpfer des Welterfolgs "Game Of Thrones", in der Buchvorlage seine Figuren - egal ob gut oder abgrundtief böse. In seinem fiktiven Reich Westeros kämpfen etliche Königsanwärter um den eisernen Thron, auf dem am Ende der dritten Staffel der sadistische Geoffrey sitzt. Ob das so bleibt? Nur so viel: Die Fortsetzung (ab 7. April exklusiv auf "Sky") wartet mit noch heftigeren Szenen auf als alle bisherigen Episoden. Und das will was heißen.

Game of Thrones: Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die Mutter dreier halbwüchsiger Drachen, ist auf dem besten Weg zur absoluten Herrscherin.
© PRDaenerys Targaryen (Emilia Clarke), die Mutter dreier halbwüchsiger Drachen, ist auf dem besten Weg zur absoluten Herrscherin.

Einer der Überlebenden aus Staffel drei - Jon Snow alias Kit Harington - steht nun inmitten der "Schwarzen Festung". Das mittelalterliche Fort wurde extra für die Dreharbeiten im gewaltigen Steinbruch Magheramorne bei Belfast aufgebaut. Der 27-jährige Harington, in der Serie und am Set der Liebling vieler Frauen, spielt eine der Hauptfiguren in "Game Of Thrones": den Bastard-Sohn des mächtigen (aber natürlich längst enthaupteten) Königs des Nordens. Gerade wirkt der Held jedoch wenig heldenhaft. Am Set gackern Hühner aufgeregt um seine Beine, während eine Stylistin ihm kichernd durchs Haar fährt und eine ordentliche Portion Wachs für einen ungewaschenen Look einknetet. Der von ihm verkörperte Jon Snow kommt schließlich selten zur Haarpflege - wie die meisten Menschen in Westeros. Deshalb müssen sich die zahlreichen Nebendarsteller, die gerade im Hof der Festung Holz hacken oder Hühner jagen, vertraglich verpflichten, etliche Tage vor ihrem Einsatz weder die Haare zu waschen noch den Bart zu stutzen. Und bei den Stars wird eben vor Ort nachgearbeitet.

Game of Thrones: Kit Harington über seine Rolle als Jon Snow: "Wenn ich sterbe, wünsche ich mir einen aufsehenerregenden Tod." Noch darf er leben …
© PRKit Harington über seine Rolle als Jon Snow: "Wenn ich sterbe, wünsche ich mir einen aufsehenerregenden Tod." Noch darf er leben …

Das Filmteam hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Eigentlich verlangt das Drehbuch nach einer winterlich dunklen Atmosphäre, doch ausgerechnet an diesem Nachmittag strahlt die Sonne über dem Steinbruch. Fix wird eine Pipeline angeschaltet, die künstlichen Schneestaub ins Fort pustet. "Zu viel Sonne hält uns auf", erklärt Co-Producer Brian Cogman. Sicherheitshalber lässt er noch ein paar Holzfeuer entzünden. Genau die machen dem wichtigsten Mann am Set schwer zu schaffen.

Kit Harington soll einige Verteidiger des Forts im Schwertkampf schulen, weil ein Angriff der "Weißen Wanderer" droht - Zombies, die es nach Menschenleben dürstet. Aber wie, wenn er nichts sieht? Seine von Rauch und Staub geröteten Augen vertragen keine Kontaktlinsen mehr, deshalb stellt er sich dem Fight nun leicht desorientiert und mit zusammengekniffenen Augen. "Ich bin blind", scherzt er und wagt ein paar Schläge mit seinem Schwert, dessen Gewicht einen Ungeübten sofort in die Knie zwingen würde.

Auf jedes Detail wird beim Dreh akribisch geachtet. Für die kilometerhohe Schutzmauer aus Eis und Schnee, die in der Serie quasi eine Hauptrolle spielt, wurde ein großer Teil der Steinbruch-Wand mit weißer Farbe bemalt. Für die Nahaufnahmen im Studio in Belfast baute ein Team aus 150 Konstrukteuren eine kleinere Version auf, besprühte sie mit Tonnen von Seesalz. "Das ergibt ein tolles Funkeln, wie echte Schneekristalle", sagt einer der Arbeiter vor Ort.

Game of Thrones: Die neue GALA ist ab Donnerstag, 28. Juli , im Handel!
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Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe von Gala. Das Heft ist ab Donnerstag, 28. Juli 2016, am Kiosk erhältlich. Zum GALA-Abo Passendes Angebot auswählen und bestellen

Aus Belfast stammen auch alle Schwerter, Dolche und Schilde. Dort befehligt Haupt-Waffenmeister Tommy in einer eigenen Werk statt einen ganzen Trupp Handwerker. "Jedes einzelne Stück haben wir hier gefertigt, nichts ist gekauft", sagt er stolz. Für die ständig in Fights verwickelten Charaktere wie Jon Snow oder den aalglatten Königsmörder Jaime Lannister entwarf Tommy sogar extra leichte Aluminiumschwerter - damit die Stars nicht so heftigen Muskelkater bekommen. Doch Kit Harington und Nikolaj Coster-Waldau rebellierten. Mit Attrappen wollten sie sich nicht abgeben. "Ich möchte fühlen, wie schwierig und anstrengend ein Kampf damals wirklich war", erklärt Kit Harington gegenüber "Gala".

Damals? Die Welt von Westeros, dieses Reich der Drachen und der Weißen Wanderer, hat niemals existiert. Doch vielleicht offenbart sich hier ein Teil des Geheimnisses hinter dem gigantischen Erfolg von "Game Of Thrones": Selbst die Schauspieler glauben an die fantastischen Schöpfungen von Autor George R. R. Martin.