Sie erwartet uns schon in der Lobby des Hotels, in dem wir uns verabredet haben. "Das Wasser von oben kann ich leider nicht abstellen!", ruft Marie Bäumer, 42, uns lachend entgegen, und ihre großen Augen strahlen. Aber wen stört schon Nieselregen in Paris? Der gibt dieser Stadt doch nur noch eine geheimnisvoll- romantische Note mehr. Für Gala schlüpft Schauspielerin Marie Bäumer heute in die Rolle der Touristenführerin, um uns ihre liebsten Ecken von Paris zu zeigen. "On y va!", ruft sie auffordernd, "gehen wir!", wirft sich ihre Chanel-Tasche über die Schulter, zwinkert dem Concierge noch einmal zu und eilt auf ihren High Heels voran. Ein paar Stunden später, nach unserem City-Trip, erzählt sie in der Brasserie "Bouillon Racine" von ihrer Leidenschaft für die Stadt der Liebe.
Auf immer und ewig. Eine der schönsten kleinen Seine-Brücken: die Pont de l´Archevêché zu Füßen von Notre Dame. Marie Bäumer:"Wer sein Herzblatt gefunden hat, der hat in Paris ein Reiseziel mehr auf der Liste. Auf dieser Brücke besiegelt man seine Liebe mit einem Vorhängeschloss.
(Foto: © Phillipp Rathmer)
"Fotografien sind für mich wichtige Erinnerungen. Bei "Fabien Breuvart" finde ich immer kleine Schätze in Schwarz-Weiß, die mir neue Geschichten erzählen. "Images et Portraits, 35-37, Rue Charlot, Tel.00 33/665 23 95 03.
(Foto: © Phillipp Rathmer)
Ist Paris der ideale Ort für einen Heiratsantrag?
Ja, neben Venedig wahrscheinlich der romantischste für diesen Anlass ...
Wann haben Sie sich in die Stadt verliebt?
Mit 17. Das war ein "Coup de foudre"! (Liebe auf den ersten Blick, Anm. d. Red.) Ich bin damals im Anschluss an eine Radtour durch die Bretagne mit dem Fahrrad durch Paris gefahren und dachte: Wenn es so etwas Schönes gibt, dann muss ich da hin.
Was reizt Sie denn so?
Paris wirkt auf mich wie ein Sog. Es ist eine Stadt, in der man einfach immer rausgeht, Kultur im Überfluss hat, ein Glas Champagner mehr trinkt, als man geplant hat, in Cafés oder Bars sitzt, um sich diese skurrilen und wunderschönen Menschen anzugucken.
Fühlen Sie sich in Paris eigentlich weiblicher als zum Beispiel in München, wo sie ja auch noch leben?
Und ob. Es sind diese Kleinigkeiten, die mir hier immer positiv auffallen: Wenn man in Frankreich Zug fährt, wird man als Frau anders wahrgenommen, angesprochen. Oft gibt es so einen kleinen netten Austausch mit dem Garçon im Zugrestaurant oder mit dem Schaffner. Die Frau wird in Frankreich trotz Emanzipation verehrt.
Dabei sagt man doch den Deutschen nach, sie hätten die Romantik erfunden ... Ist in Deutschland dafür etwa kein Platz mehr?
Ich glaube schon, dass die Deutschen eine große, tief romantische Seele haben. Sinnlichkeit und Flirten - Dinge, die wir eher den Franzosen zuschreiben - gibt es in Deutschland zweifelsohne auch. Aber die Franzosen leben sie. Zum Beispiel diese galante Art, uns Frauen die Tür aufzuhalten oder uns in den Mantel zu helfen, vermisse ich in Deutschland.
Woran liegt das?
Vielleicht an uns Frauen. Ich erlebe häufig, dass Männer zu mir sagen: "Wir finden das auch sehr schön, aber wir kriegen oft von den Frauen schräge Bemerkungen, wenn wir so etwas machen." Sie werden ausgelacht, oft sogar belächelt. Da versteht man natürlich, dass die Motivation aufseiten der Männer nachlässt.
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