Die Privatjets peilen den winzigen Flughafen an wie Bienen den Honig, es ist Hochsaison in Aspen. Leider mag dieser Winter noch gar nicht so recht kooperieren, es ist ungewöhnlich warm und echter Schnee heiß ersehnt. Aber von den klimatischen Gegebenheiten des Jahres 2012 lässt sich niemand die Laune vermiesen, weder Antonio Banderas noch Heidi Klum und ihre Familie. Und schon gar nicht Goldie Hawn, die mit ihrem Lebensgefährten Kurt Russell zu den Stammgästen gehört.

Manche mögen's Eis: Heidi Klum und Seal urlauben regelmäßig in Aspen. img_lupe
Manche mögen's Eis: Heidi Klum und Seal urlauben regelmäßig in Aspen.
(Foto: © Bulls Press)

Anstatt Aspen Mountain, von Einheimischen "Ajax" genannt, runterzubrettern, setzt man sich bei Schneemangel halt aufs Mountainbike, strampelt knapp 90 Kilometer um den Berg und lässt dann, wie Lance Armstrong jüngst, die halbe Welt via Twitter daran teilhaben. Außerdem freut man sich auf die alljährliche "Sneak A Peak Party" und fiebert dem "Wintersköl" entgegen, Aspens Winterkarneval, einem viertägigen Fest mit Parade, Fashion Shows und gelegentlich spontan veranstalteten Skispringen in Hotelpools.

Mariah Carey und Ehemann Nick Cannon mit den Zwillingen Moroccan und Monroe. img_lupe
Mariah Carey und Ehemann Nick Cannon mit den Zwillingen Moroccan und Monroe.
(Foto: © Bulls Press)

Ansonsten trifft man sich gern zum Après-Ski im "Little Nell", wo gemeinschaftlich der Wettervorschau gefrönt - oder getratscht wird. Klatsch ist die Sportart Nummer eins in Aspen, spätestens seit Jackie Kennedy hier in den Fünfzigern Ski fahren lernte.

Im Augenblick ist vor allem Nick Cannons - mittlerweile überstandenes - Nierenversagen Thema. Und der Graffiti-Sprayer, der die Edelboutiquen auf der Galena Street in Angst und Schrecken versetzt. Auch über die letzte Party von Roman Abramowitsch - auf die man wieder mal nicht eingeladen war - wird viel geredet. Überhaupt seien diese Milliardäre eine Plage, beschweren die Millionäre sich über die Dreistigkeit, mit der sich die Superreichen unter Einsatz von hohen zweistelligen Millionenbeträgen auf den besten Lagen am Berg breitgemacht haben. Dort bauen sie ihre Fünft- oder Sechsthäuser, die sie nicht mehr als ein paar Wintertage im Jahr nutzen. Die Millionäre müssen seitdem, der explodierenden Grundstückspreise wegen, mit den niederen Lagen am Hang, ironisch "Slums von Aspen" genannt, vorliebnehmen.

Trendsetterin Jackie Kennedy. Die pelzbemützte frühere First Lady, hier zwei Tage vor Silvester
1964, lernte in Aspen Skifahren. Spätestens seitdem ist das 6000-Einwohner-Örtchen im Winter ein Muss-Ziel für die Society. img_lupe
Trendsetterin Jackie Kennedy. Die pelzbemützte frühere First Lady, hier zwei Tage vor Silvester 1964, lernte in Aspen Skifahren. Spätestens seitdem ist das 6000-Einwohner-Örtchen im Winter ein Muss-Ziel für die Society.
(Foto: © Corbis)

Der Unmut darüber löst sich spätestens nach der zweiten Flasche "Château Mouton Rothschild" im "Pinons" oder bei Sake und Sushi im "Matsuhisa" in Wohlgefallen auf. Für ein Bergkaff in Colorado hat Aspen eine exzellente kulinarische Szene. Zutaten werden täglich von beiden US-Küsten eingeflogen, der Hummer landet fangfrisch bei "Pacifica" auf dem Tisch.

Feiern wird in Aspen großgeschrieben. Gerade ist "Casa Tua", der neue Club mit South-Beach-Flair, angesagt. Wer einen guten Draht zum Chef Clay hat, darf nach dem Dinner zu Beats der aus Miami eingeflogenen DJs neben Paris Hilton oder Kate Moss tanzen. Der Klassiker ist aber nach wie vor der "Caribou Club": Rein kommt nur, wer Besitzer Billy kennt, den härtesten Türsteher der Stadt. Wenn die Clubs schließen, zieht man weiter zu privaten Partys im Hotel "St. Regis", wo auch Bill Clinton gern absteigt, oder in eine der Megavillen am Red Mountain.

Zum Schluss ein Profi-Shopping-Tipp: In den sogenannten "Consignment Shops", in denen die nach einer Saison (oder ein paar Tagen) abgelegten Designer-Klamotten für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises verkauft werden, finden "Aspenites" echte Schnäppchen. Und was bei "Suzy’s" & Co. gespart wurde, darf in Après-Ski-Schampus investiert werden!

Das Wintersport-Eldorado in Colorado bietet einen riesigen Skizirkus, der die vier Gebiete Aspen Mountain, Aspen Highlands, Buttermilk Mountain und Snowmass umfasst. Man setzt auf Service: So gibt´s bei längeren Schlangen am Lift heiße Getränke umsonst. img_lupe
Das Wintersport-Eldorado in Colorado bietet einen riesigen Skizirkus, der die vier Gebiete Aspen Mountain, Aspen Highlands, Buttermilk Mountain und Snowmass umfasst. Man setzt auf Service: So gibt's bei längeren Schlangen am Lift heiße Getränke umsonst.
(Foto: © Corbis)

Ariane Sommer




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