Überraschendes Finale
Hmm… Das ist meine erste Reaktion auf die Nachricht, dass der Cadillac People’s Choice Award — die höchste Ehrung des kanadischen Festivals – an den libanesischen Film „Where do we go now?“ geht. Nadine Labaki führte Regie und ist auch in der Hauptrolle zu sehen. Die Story spielt in einem abgelegenen Dorf, in dem religiöse Trennung zwischen Muslimen und Christen zu Gewalt führt. Die Frauen des Dorfes versuchen zu vermitteln.
Bei den Diskussionen zwischen den Journalisten aus aller Welt tauchte dieser Film als möglicher Gewinner nicht auf. Gerade deshalb ist es eine spannende Wahl. Denn das kanadische Publikum hat oft einen guten Riecher bewiesen – in den vergangenen drei Jahren waren die als „Best Picture“ ausgezeichneten Filme „King’s Speech“ und „Slumdog Millionaire“ später auch Oscar-Gewinner. Daher wird sicher auch dieser Film für Aufmerksamkeit sorgen. Wie ich höre, ist er auch der offizielle Beitrag aus dem Libanon für die Kategorie „Best Foreign Picture“.
Jetzt fragen Sie sich, wer sonst als Favorit des Festivals galt? Hier ein kleiner Überblick:
“Shame”
Die Journalisten sind sich einig: Michael Fassbender kann sich auf eine Oscarnominierung einstellen. Als Sex-Süchtiger zeigte er sein ganzes Können (nicht nur, weil er nackt ist). In Venedig wurde er bereits als bester Schauspieler geehrt. Über diesen Film wird viel geredet.
“The Descendants”
Der Film des Regisseurs Alexander Payne (bekannt durch “Sideways”) galt bei vielen Beobachtern als Favorit. George Clooney spielt die Hauptrolle. Dieser hofft aber eigentlich auf eine Oscarnominierung als bester Regisseur für “Ides of March”. Dort machte Ryan Gosling als Hauptdarsteller von sich Reden. Ob es für eine Nominierung reicht? Er hat auf jeden Fall den Buzz, denn auch sein zweiter Film “Drive” erntete viel Lob.
“Martha Marcy May Marlene”
In Sundance wurde die Darstellung von Elizabeth Olsen sehr gelobt. Sie könnte die neue Jennifer Lawrence sein.
“Moneyball”
Brad Pitts Baseball- Film könnte der neue “Blind Side” werden. Die Kritiken sind solide und die Amis lieben nun mal den Sport.
Mein persönlicher Favorit:
Nicht lachen – aber von den 21 Filmen, die ich sah, mag ich „The Artist“ am liebsten. Der französische Stummfilm ist einfach unfassbar lustig, romantisch und einfach erfrischend anders. Und der Hauptdarsteller Jean Dujardin ist ein Star!
Ich könnte noch viele weitere Filme auflisten, aber dann wird der Eintrag zu lang. Und ich habe ja bereits viele andere Filme erwähnt (zum Beispiel Glenn Close in „Arlbert Nobbs“). Deshalb beende ich meine Tiff-Berichterstattung für 2011 an dieser Stelle. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir an gala@interzonenews.com.
Bis bald, Julide













