Überraschendes Finale

Julide Tanriverdi bloggt vom Filmfestival in Toronto

Hmm… Das ist meine erste Reaktion auf die Nachricht, dass der Cadillac People’s Choice Award — die höchste Ehrung des kanadischen Festivals – an den libanesischen Film „Where do we go now?“ geht.  Nadine Labaki führte Regie und ist auch in der Hauptrolle zu sehen. Die Story spielt in einem abgelegenen Dorf, in dem religiöse Trennung zwischen Muslimen und Christen zu Gewalt führt. Die Frauen des Dorfes versuchen zu vermitteln.

Bei den Diskussionen zwischen den Journalisten aus aller Welt tauchte dieser Film als möglicher Gewinner nicht auf. Gerade deshalb ist es eine spannende Wahl. Denn das kanadische Publikum hat oft einen guten Riecher bewiesen – in den vergangenen drei Jahren waren die als „Best Picture“ ausgezeichneten Filme „King’s Speech“ und „Slumdog Millionaire“ später auch Oscar-Gewinner. Daher wird sicher auch dieser Film für Aufmerksamkeit sorgen. Wie ich höre, ist er auch der offizielle Beitrag aus dem Libanon für die Kategorie „Best Foreign Picture“.

Jetzt fragen Sie sich, wer sonst als Favorit des Festivals galt? Hier ein kleiner Überblick:

Nadine Labaki kann sich über den Sieg ihres Films "Where do we go now?" freuen.

“Shame”

Die Journalisten sind sich einig: Michael Fassbender kann sich auf eine Oscarnominierung einstellen. Als Sex-Süchtiger zeigte er sein ganzes Können (nicht nur, weil er nackt ist). In Venedig wurde er bereits als bester Schauspieler geehrt. Über diesen Film wird viel geredet.

“The Descendants”

Der Film des Regisseurs Alexander Payne (bekannt durch “Sideways”) galt bei vielen Beobachtern als Favorit. George Clooney spielt die Hauptrolle. Dieser hofft aber eigentlich auf eine Oscarnominierung als bester Regisseur für “Ides of March”. Dort machte Ryan Gosling als Hauptdarsteller von sich Reden. Ob es für eine Nominierung reicht? Er hat auf jeden Fall den Buzz, denn auch sein zweiter Film “Drive” erntete viel Lob.

“Martha Marcy May Marlene”

In Sundance wurde die Darstellung von Elizabeth Olsen sehr gelobt. Sie könnte die neue Jennifer Lawrence sein.

“Moneyball”

Brad Pitts Baseball- Film könnte der neue “Blind Side” werden. Die Kritiken sind solide und die Amis lieben nun mal den Sport.

Mein persönlicher Favorit:

Nicht lachen – aber von den 21 Filmen, die ich sah, mag ich „The Artist“ am liebsten. Der französische Stummfilm ist einfach unfassbar lustig, romantisch und einfach erfrischend anders. Und der Hauptdarsteller Jean Dujardin ist ein Star!

Ich könnte noch viele weitere Filme auflisten, aber dann wird der Eintrag zu lang. Und ich habe ja bereits viele andere Filme erwähnt (zum Beispiel  Glenn Close in „Arlbert Nobbs“). Deshalb beende ich meine Tiff-Berichterstattung für 2011 an dieser Stelle. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir an gala@interzonenews.com.

Bis bald, Julide

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19.
Sep

Die Tops und Flops von Toronto

Julide Tanriverdi bloggt vom Filmfestival in Toronto

Das Festival geht eindeutig dem Ende zu. Nicolas Cage schlug noch für den Film “Trespass” auf, Maggie Gyllenhaal kam für “Hysteria”. Aber ansonsten sind die meisten Promis bereits abgereist. Auch ich kehre zurück nach New York. Ich habe 21 Filme gesehen und zahlreiche Interviews für Sie geführt (gibt es bald in der Gala zu lesen). Am Ende bleiben mir vor der Verleihung des “Viewer´s Choice” nur noch meine persönlichen Höhepunkte:

Bestes Gesprächsthema:
Madonna. Der Popstar kam, um ihren Film “W.E.” zu bewerben. Gesprochen wurde aber satte zwei Tage lang nur über ihr Diva-Benehmen hinter den Kulissen, wo sie angeblich verlangt hatte, dass die freiwilligen Mitarbeiter des Festivals ihr  nicht ins Gesicht sehen. Ihre Publizistin hat bereits dementiert. Das Festival war dennoch entsetzt und gab ein Statement ab. Ob alles nur eine PR-Nummer war, um von den schlechten Kritiken für  “W.E.” abzulenken? Oder hatte jemand gelogen und Madonna war nur ein Opfer? Ich jedenfalls verbeuge mich vor ihrem Talent – keine andere Persönlichkeit schafft es, so im Mittelpunkt zu stehen. Genial! Applaus!!

Beste Überraschung:
George Clooney bringt seine neue Flamme Stacy Keibler zum Festival. Vermutlich für alle, die dieser Liebe nicht für echt hielten. Ach, und Michael Fassbender datet noch immer Zoe Kravitz. Sie muss wohl die glücklichste Frau des Festivals sein (wenn Sie meinen Blog lesen, wissen Sie, dass seine Männlichkeit genauso beeindruckend ist wie sein schauspielerisches Talent – beides zu bewundern in “Shame”)

Fashion-Top:

Frauen: Keira Knighley. In ihrem beigen Mini-Kleid von Elie Saab zeigte, dass sie weiß, worin sie gut aussieht.

Männer: Eindeutig Ryan Gosling. Der beige Anzug war einfach perfekt. Und die Schuhe – Hammer!

Absolutes Fashion-Highlight: Keira in Elie Saab Mini-Kleid

Fashion-Flop:

Frauen: Stacy Keibler. Sie zeigte sich zum ersten Mal auf einem roten Teppich als Begleitung von George Clooney. Es hätte ein guter Moment werden können – hätte sie nur nicht das schwarze Mini-Samtkleid mit Rollkragen getragen. Es sorgte für Getuschel – aber leider für sie nicht zum Guten.

Männer: Robert De Niro. Jeans, Polohemd und Knitterjacke? Bob, du bist nicht auf dem Weg, Dir einen Bagel in New York schmieren zu lassen – es ist ein Festival und Du bist auf einem roten Teppich!

Was für ein Flop! Robert de Niro in Jeans, Shirt und Schlabber-Jackett
Bestes Accessoire:
Angelina Jolie. Am Red Carpet trug sie eine goldene Clutch, die mit einer Handschelle an ihrem Handgelenk hing. Ach Angie, das ist mehr als ein Fashion Statement – da geht doch gleich unsere Fantasie mit uns durch, was zwischen Brad Pitt und dir abgeht…

Krasseste Film-Szene:
Ich hasse es, wenn jemand Film-Inhalte verrät und so die Überraschung ruiniert. Deshalb werden ich nur eine wage Andeutung machen – aber Sie werden sich ganz sicher daran erinnern, wenn Sie den jeweiligen Film selbst sehen. Ich habe zwei, die ich erwähnen möchte:

Erstens, Ryan Gosling in “Drive”. Wer den Schauspieler für seine Darstellung in “The Notebook” mag, wird es hier mit der Angst zu tun kriegen. Jedes Mal, wenn er seine Lederhandschuhe zum Knirschen bringt, folgt eine krasse Szene. Und Blut fließt in Mengen. Nix für schwache Nerven!

Zweitens, Matthew McConaughey in “Killer Joe”. Was der Schauspieler mit einer frittierten Hühnerkeule anstellt, hat mir den Appetit auf Hühnchen für eine ganze Weile verdorben. Diese Szenen könnten eine Vegetarier-Welle auslösen!

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16.
Sep

Ralph Fiennes als Alm-Öhi

Julide Tanriverdi bloggt vom Filmfestival in Toronto

Heute lief mir Ralph Fiennes über den Weg. Ich dachte nur: “Was ist das denn für ein Alm-Öhi-Bart?” Stellt sich heraus, dass der Haarwuchs nicht ganz freiwillig ist. “Ich habe nur zwei Tage frei bekommen und muss dann zurück zur Arbeit,” erklärte er am roten Teppich seines Films “Coriolanus”. Er ist gerade in einem Theaterstück in London zu sehen: In “The Tempest” spielt er “Prospero” und darf sich deshalb nicht rasieren. So richtig glücklich sah er aber nicht aus mit dem Bartwuchs.

Twilight-Star Anna Kendrick ist dagegen sehr zu beneiden. Sie drehte schon mit Robert Pattinson, George Clooney, Joseph Gordon-Levitt und steht gerade mit Jake Gyllenhaal vor der Kamera. Ich wollte von ihr wissen, ob ihre Freundinnen nicht total neidisch sind und sie laufend am Set besuchen wollen, um diese Sahneschnitten aus der Nähe begutachten zu können? “Meine Freundinnen benehmen sich relativ zivilisiert. Aber meine schwulen Freunde – das ist ein ganz anderes Thema,” erklärte sie lachend.

Ralph Fiennes wird auch mit Bart von seiner Schauspielkollegin Jessica Chastain in den Arm genommen.

Was kann ich noch berichten? Glenn Close spielt in “Albert Nobbs” eine Frau im 19. Jahrhundert, die sich als männlicher Butler verkleidet, um in einem Edel-Hotel in Dublin arbeiten zu können. Die Schauspielerin hat dieselbe Rolle schon auf der Bühne dargestellt. Es heißt, sie wolle gern einen Oscar dafür bekommen. Ob die Rechnung aufgeht? Andere Geschlechter spielen (Cate Blanchett) oder sich hässlich machen (Charlize Theron) funktioniert ja oft. Aber leider sind die Reaktionen auf den Film eher verhalten. Ich fand Glenn Close klasse, aber der Film selbst ist nicht so prickelnd. Wir werden sehen…

Als großer Johnny Depp-Fan war ich übrigens sehr betrübt, dass er seine Vanessa Paradis alleine nach Toronto reisen ließ. Er dreht gerade in England “Dark Shadows” mit Tim Burton und konnte deshalb nicht mitkommen. Vanessa Paradis zeigte jedoch gleich zwei Filme: den Animationsfilm “Monster in Paris” und außerdem “Café de Flore”. In einem Interview erklärte sie, Johnny habe sich nicht verändert – trotz der großen Erfolge. “Er ist derselbe Mann, der er war, als er nach Hollywood kam,” so Paradis. Das glaube ich ihr sofort. Seufz. Bring ihn bitte nächstes Mal mit!

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15.
Sep

Schwestern, High-Heels und nochmal Madonna

Julide Tanriverdi bloggt vom Filmfestival in Toronto

Manchmal ist mir einfach nach einer Überraschung. Deshalb suchte ich aus dem Programm den Film des polnischen Filmemachers  Pawel Pawlikowski aus, der “The Woman In the Fifth” auf Französisch gedreht hat. Und ich wurde nicht enttäuscht: Schon in den ersten fünf Minuten kam die Überraschung in Form von Ethan Hawke, der neben Kristin Scott Thomas die Hauptrolle spielt. “Ich hatte Französisch nur in der Schule. Aber das ist das großartige am Schauspielern – man kann neue Dinge lernen – wie eine neue Sprache.” Da er einen Amerikaner spielt, der nach Paris geht, um seine Tochter und Ehefrau zu treffen, ist es auch okay, dass er einen Akzent hat. Ganz schön mutig, einen Film in einer fremden Sprache zu drehen, oder?

Das große Lachthema war heute übrigens wieder Madonna. Ich berichtete gestern, dass sie sich wie eine Diva verhielt und von den freiwilligen Mitarbeitern des Festivals verlangte, ihr nicht ins Gesicht zu schauen. Sie ließ über ihre Publizistin Liz Rosenberg verlauten, dass dies nicht stimmt. Klar, so etwas denkt man sich nur aus. Für mich klingt das eher, als wäre sie “erwischt” worden… Hahaha!

Der dritte Zwilling: Elizabeth Olsen ähnelt ihren Schwestern stark.

Dafür beeindruckte mich Jennifer Garner. Sie lief den ganzen Tag in ihren Prada High Heels – und das obwohl sie mit ihrem dritten Kind schwanger ist. Ich schaffe das Festival kaum in meinen Chucks! Garner ist hier, um ihren Film “Butter” zu promoten. Darin spielt sie eine Hausfrau, die Skulpturen aus Butter herstellt und versucht einen Wettbewerb zu gewinnen. Ja, offenbar gibt es wirklich Butter-Skulpturen-Wettbewerbe – was man nicht alles lernt auf so einem Festival…!

Für die Gala habe ich übrigens Elizabeth Olsen interviewt. Muss gestehen, dass ich dachte, die Olsen wären Drillinge und nicht nur Zwillinge, als ich sie so von Nahem sah. Elizabeth ist die Dritte im Bunde und sieht ihren Schwestern sowas von ähnlich! Sie verriet mir, ihre Schwestern hätten Anna Wintour ihre Mode-Kollektion vorgeführt und sie seien dabei wahnsinnig nervös gewesen.

Und: Ich habe einen neuen Liebling! Anton Yelchin! Der 22jährige Schauspieler machte sich einen Namen in “Star Trek” und “Terminator Salvation” (und zahlreichen anderen Filmen). In Toronto zeigt er den Indie-Film “Like Crazy” – ein Hit vom Sundance-Festival. Im Interview war ich hin und weg von seinen lustigen Anekdoten und seinem Charisma. “Ja, ich bin unglaublich charmant”, lachte er und es klang kein bisschen eingebildet. Anton müssen Sie sich merken!

Die schwangere Jennifer Garner hielt auf High Heels durch.

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14.
Sep

Madonna macht auf Diva

Julide Tanriverdi bloggt für Gala.de vom Filmfestival in Toronto

Das Festival hat zahlreiche Freiwillige (zu erkennen an den orange-farbenen Tiff-T-Shirts), die zum reibungslosen Ablauf beitragen. Die meist recht jungen Leute lieben den Job, weil sie so ganz nah an die Stars heran kommen. Heute war die Aufregung besonders groß, weil Madonna ihren Film “W.E.” vorstellte. Doch die Freude erschlosch ziemlich schnell: Madonna verlangte allen Ernstes, dass sich alle Freiwilligen zur Wand drehen und sie nicht ansehen, wenn sie vorbei geht. Kein Witz! Vor lauter Ehrfurcht taten es auch tatsächlich alle. Was für ein Problem hat Madonna bloß? Nachdem sie schon in Venedig mit ihrem Geläster über Blumen negativ auffiel, nun also dieses alberne Diva-Benehmen. Sie hat jedenfalls viele Fans verloren – die Kanadier mögen es eher bescheiden.

Beim nächsten Gesprächsthema Nummer ein muss ich mich auf Kolleginnen verlassen – ich habe “es” selbst noch nicht zu Gesicht bekommen: Michael Fassbender – der übrigens mit Freundin Zoe Kravitz auf ´ner Party kuschelte – gewann für seine Darstellung in “Shame” in Venedig den Preis als bester Schauspieler. Seine hervorragenden schauspielerischen Künste waren allerdings nicht der Gesprächsstoff hier, sondern seine “Full Frontal”-Nacktszene! Offenbar waren die Frauen – aber auch die Männer – extrem beeindruckt von seiner Männlichkeit.

Madonna verprellte mit ihrer zickigen Art die Fans in Toronto.

Jetzt bin ich aber wirklich gespannt auf den Film…  Übrigens spielt Fassbender auch Carl Jung in David Cronenbergs “A Dangerous Methode” an der Seite von Viggo Mortensen, der Siegmund Freud darstellt. Viggo ist wie immer sehr beeindruckend. Er nahm für die Rolle 10 Kilo zu, damit er Freud ähnelt. Genial! Leider bekam ich ihn nicht persönlich zu Gesicht.

Dafür traf ich Seth Rogen. “Normalerweise sind meine Fans recht entspannte Leute – die meisten sind ja Kiffer. Aber hier in Toronto ist der Wahn ausgebrochen, mal einen Promi von Nahem sehen zu müssen. Daher drehen die Leute total durch und fangen an zu schreien – und ich muss sie erst einmal beruhigen”, scherzte er. Er zeigt hier gleich zwei Filme: “Take This Waltz” und “50/50″. Letzterer handelt von einem jungen Mann, der mit Krebs diagnostiziert wird. Das Drehbuch dazu wurde von Seths Kumpel Will Reiser geschrieben – der vor sechs Jahren mit der Krankheit diagnostiziert wurde. Viele Szenen sind daher autobiografisch. Reiser wird von Joseph Gordon-Levitt gespielt, Seth Rogen spielt im Grunde sich selbst als dessen Kumpel. Herausgekommen ist eine Art Buddy-Komödie mit dem Thema Krebs. Durchaus ein netter Film trotz des krassen Themas.

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13.
Sep

Ewan McGregor in Plauderlaune

Julide Tanriverdi bloggt für Gala.de vom Filmfestival in Toronto

Ewan McGregor ist in Hammerlaune. Liegt eindeutig an seiner Rolle in “Salmon Fishing in the Yemen” von Lasse Halmström. Ich habe ihn im Inter-Continental-Hotel getroffen und gefragt, ob er beim Dreh Spaß hatte – er redete etwa 5 Minuten am Stück! So gesprächig habe ich ihn noch nie erlebt. “Ich bin ein Träumer. In der Story geht es um die Verwirklichung eines Traumes, was unmöglich erscheint. Ich selbst bin auf abenteuerliche Reisen mit meinem Motorrad gefahren. Und es gibt immer wieder neue Träume, die ich gern verwirklichen würde.” Das war in etwa die Kurzfassung! Dann ahmte er den Akzent seiner Kollegin Emily Blunt nach – allerdings stand sie hinter einer Tür und hörte alles mit. “Ja, ja, das macht er immer”, sagte sie lachend. Die beiden verstanden sich prächtig am Set und sind jetzt befreundet – sie verabredeten sich für den Abend in Toronto.

Nachdem mein Interview mit McGregor zu Ende war, musste ich schnell per Taxi zum Park Hyatt Hotel fahren. Denn Clive Owen wartete schon auf mich. Er schlägt sich in “Killer Elite” gegen Jason Statham durch. Kein leichter Job, wie wir wissen. “Ich habe schon genügend Kampfszenen gedreht, das fällt mir leicht. Es ging auch alles glatt – keine echten blauen Flecken,” gstand er im Gespräch. Insgesamt war er allerdings eher wortkarg, weil er so müde war – was wohl an der Party lag, die er am Abend zuvor besucht hat…

Ewan McGregor genießt das Filmfestival in Toronto.

11.
Sep

Ryan Gosling und die Muckis

Julide Tanriverdi bloggt vor Ort für Gala.de

Die Straße am Ryerson Theater ist rappelvoll – Taxis hupen, doch sie müssen sich gedulden. Ryan Gosling ist hier und die Damen in Stöckelschuhen schreien um die Wette und versuchen, mit ihren Handys ein Foto zu schießen. Später im Film sind die Damen allerdings ganz still – denn der blonde Schauspieler spielt einen Stuntman, der dringend etwas Anger Management bräuchte. Mehr will ich nicht verraten – aber es ist so ziemlich das Gegenteil von Goslings schnuckeligem Charakter aus “The Notebook”. “Ich stehe total auf die Musik der 80er – deshalb wollte ich den Film machen. Und dabei aber jemanden darstellen, der sehr extrem ist”, erzählt Ryan. “Außerdem versuche ich laufend, Young Herkules zu drehen” – ein Witz über seine Muskeln, so ein Scherzkeks!

Auch an der King Street ist alles gerammelt voll. Fans der Band “Pearl Jam” blockieren die Strasse. Rockfans kommen bei TIFF dieses Jahr auf ihre Kosten: Denn neben dem Film über U2 gibt es auch über “Pearl Jam” einen Dokumentarfilm (Jonathan Demme hat außerdem einen über Neil Young gedreht). Cameron Crowe, bekannt als Regisseur von “Jerry Maguire” und “Almost Famous”, kennt die Band aus Seattle schon seit 20 Jahren. Sänger Eddie Vedder war total erstaunt, dass es eine Szene im Film gibt, in der er mit Kurt Cobain einen Engtanz tanzt. “Das hat mich emotional mitgenommen – es war ein so persönlicher Moment und ich wusste nicht, dass wir gefilmt worden waren”, sagte er zu Gala.de. Ein anderer Grunge-Rocker,”Soundgardens” Chris Cornell, war ebenfalls auf der Premiere. Das Lustige ist, dass alle diese Rocker mittlerweile verheiratet sind und ihre Frauen und Kinder im Schlepptau hatten – mit einer durchzechten Nacht war es dann wohl nichts.

Ryan Gosling und George Clooney begeistern in Toronto die Damen.

10.
Sep

Von Giganten und Zwergen

Julide Tanriverdi bloggt für Gala.de vom Filmfestival in Toronto

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Hollywood-Großmeister. Da wäre zunächst das wohl beliebteste Power-Paar:
Hat er sich rasiert? Wie sind die Haare? Kaum ein Schauspieler sorgt für so viel Gesprächsstoff mit seinen Beauty-Entscheidungen wie Brad Pitt. Trotz struppig-längerem Haar und leichtem Ziegenbart sah er jedenfalls umwerfend aus, als er seinen Film “Moneyball” präsentierte. Brad strahlte –  mit Angelina an seiner Seite. Glück ist eben das beste Accessoire.

Doch während diese ihre Liebe offen zeigten, zierte sich ein anderer da noch etwas: George Clooney hielt sich zunächst noch bedeckt, was seine Stacy Keibler angeht. Es wird gemunkelt, dass er im edlen Italiener “Il Posto” einen Tisch reserviert hat und seine neue Freundin dort verwöhnte. Sie bleiben das ganze Wochenende hier in Toronto, denn George hat neben “Ides of March” noch einen weiteren Film zu promoten – “The Descendants”, wo er einen Witwer spielt, der seine Töchter allein großziehen muss. Ob das Geschmack auf eine eigene Familie macht?

Megan Fox reiste mit ihrem Mann Brian Austin Green nach Kanada. Er musste ihre “Louis Vuitton”-Koffer schleppen. Das tut er gerne – sie hat wieder einen neuen Film “People with Kids”.  Ein weiterer Mann, der seiner erfolgreicheren Freundin folgt, ist Dev Patel. Und Toronto freute sich ganz besonders über Frieda Pinto und ihn. Die zwei waren hier mit “Slumdog Millionaire” berühmt geworden. Frieda stellt hier ihren neuen Film “Trishna” vor.

Brad ud Angelina verzaubern bei ihrer Ankunft in Toronto.

Auf Film Festivals gibt es natürlich immer Superstars und ihre Filme sorgen für Aufsehen. Doch manchmal entdeckt man eine kleine Perle – so etwa “The Artist”. Der Film ist ein Stummfilm. Im Ernst. Ein paar verrückte Franzosen haben ihn in diesem Jahr gedreht. Regisseur Michel Hazanavicius sagte “Wow, das Kino ist ja sogar voll. Ihr wollt diesen Film wirklich sehen? Aber inzwischen glaube ich alles – immerhin habe ich ein paar Dumme gefunden, die mir sogar Geld für dieses Projekt gegeben haben.” Der “Dumme” war der anwesende Produzent, der das humorvoll nahm und erklärte: “Ich hatte zweitweise meine Zweifel. Während wir den Film drehten, kam Avatar in die Kinos. Sie wissen schon, in 3D.” Das Publikum liebte den  Anti-Avatar und gab Standing Ovation! Und schauen Sie sich mal den Hauptdarsteller Jean Dujardin genauer an – soviel Charme habe ich seit Clooney nicht mehr gesehen. Unbedingt schauen, wenn es in die deutschen Kinos kommt!

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9.
Sep

Freibier für George

Julide Tanriverdi bloggt für Gala.de vom Filmfestival in Toronto

“Do you TIFF?” Das fragen sich hier in Kanada gerade alle.  TIFF steht für Toronto International Film Festival. Bis zum 18. September werden hier 336 Filme gezeigt und die Stadt hat sich zum 36. Mal auf die Flut der Promis vorbereitet: Ein Restaurant hat zum Beispiel ein Schild aufgestellt: “Free Beer if you are George Clooney” – “Freibier, wenn Du George Clooney bist”. Natürlich probierten ein paar Herren im mittleren Alter und mit grau-meliertem Haar ihr Glück – ohne Erfolg.

Der echte Clooney rückt am Freitag an (vermutlich wird er abends eher im edlen “Hazelton Hotel” ein Weinchen trinken…), um seinen Film “Ides of March” zu zeigen. Es heißt, George möchte bei den Oscars gerne als bester Regisseur nominiert werden. Gute Idee, in Toronto dafür die Trommel zu rühren. Denn hier war der “Oscar-Buzz” oft erfolgreich:  “The King’s Speech” gewann letztes Jahr den Publikumspreis und 2009 war es  “Slumdog Millionär”. Das weiß der schlaue George auch.

U2 freuen sich, das Festival mit ihrem Film "From The Sky Down" zu eröffnen.

Ides of March” war prompt der erste Film, den ich heute gesehen habe. Es geht um politische Intrigen innerhalb einer Präsidentschafts-Kampagne, neben Clooney wirken auch Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman und Paul Ghiamatti mit. Endlich mal ein Film, der Hinterhältigkeit sexy macht! Denn ich kann mir nicht helfen:  Ryan Gosling ist einfach scharf in der Hauptrolle. Er stammt übrigens aus Toronto und wird hier noch den Thriller “Drive” vorstellen. Gut -  das gibt mir mehr Gelegenheiten,  ihn irgendwo abzugreifen!

Kommt ganz nach seinem Vater Dennis Hopper: Henry Hopper überzeugt in "Restless".

Doch der erste Abend gehörte der Rockband U2. Der Oscar-Gewinner David Guggenheim (“An Inconvenient Truth”) verewigte in einer Dokumentation, wie die Band an dem Album “Achtung Baby” arbeitete.  Es ist das erste Mal, das ein Dokumentarfilm das Festival eröffnet. The Edge von U2 trug dennoch eine  Pudelmütze am Red Carpet von “From The Sky Down” .  Der Sänger Bono war aber so begeistert von dieser Ehrung, dass er am Red Carpet warnte, er werde die ganze Nacht durchfeiern.

Wer mir gleich am ersten Tag außerdem aufgefallen ist: Henry Hopper. Der Sohn von Hollywood-Legende Dennis Hopper (verstarb leider im Mai)  ist in seinem ersten Film “Restless” zu sehen. Der Film von Kult-Regisseur Gus Van Sant handelt von Tod und Liebe und ist wunderbar morbide, aber gleichzeitig total romatisch. Unbedingt vormerken!

Morgen Abend feiert übrigens Brad Pitt mit dem Baseball-Film “Moneyball” Premiere. Gleich nach ihm zeigt sein guter Kumpel George Clooney seinen Film. Bestimmt machen sie sich wieder übereinander lustig. Ich bin gespannt.

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9.
Sep