Irgendwie macht sie immer eine gute Figur: Ob auf der Kinoleinwand, auf der Theaterbühne für "The Children's Hour" oder aktuell als Testimonial für den Duft "Chanel Mademoiselle", den sie als eine Art Superwoman in einem beigen Catsuit präsentiert - Keira Knightley ist ein echtes Allround-Talent. Im Interview mit GalaStyle verriet die Schauspielerin, dass sie trotzdem manchmal an sich zweifelt.

Sie spielen in Ihrem neuen Film eine Organspenderin und sollen in erster Linie krank aussehen. Keine gute Gelegenheit für einen schillernden Leinwandauftritt ...

Ganz ehrlich? Auf der Leinwand sehe ich beschissen aus. Da musste ich mal alle Eitelkeit über Bord werfen. Und das hat mir gutgetan. Damit ich besonders elend aussehe, hat man mich sogar grün geschminkt.

Zum Ausgleich werben Sie gerade wieder ganz groß für Parfüm. Wie eitel sind Sie eigentlich?

Natürlich bin ich auch eitel. Aber genau diese Eitelkeit kann für Schauspielerinnen sehr gefährlich sein. Es macht einfach Spaß, mal überhaupt nicht darüber nachzudenken, wie ich später aussehe. Dieses befreiende Gefühl empfinde ich auch bei den Fotoshootings für Modekampagnen. Obwohl ich mir die fertigen Bilder selten anschaue - ich sehe mich nicht gerne auf Fotos oder der Leinwand.

Keira Knightley wirbt für "Coco Mademoiselle", den neuen Duft von Chanel.
Keira Knightley wirbt für "Coco Mademoiselle", den Duft von Chanel.
(Foto: © PR)

Wenn sämtliche Busse in London mit Ihrem überlebensgroßen Bild gepflastert sind, lässt sich das wohl kaum vermeiden.

Das bin ich ja nicht auf den Fotos. Für jede Produktion erfinde ich eine Rolle, ich denke mir sogar Lebensgeschichten zu diesen Frauen aus. Meine ganz persönliche Chanel-Fantasie. Ich selbst bin ganz anders. Und wenn ich mich irgendwo im Spiegel sehe, denke ich immer: Wer ist diese Person?

Sie gelten als Perfektionistin. Waren Sie schon immer so besessen?

Schon in der Schule. Ich war klein, hatte kurze Haare, eine dicke Brille, saß in der ersten Reihe und habe mich ständig gemeldet. Ich habe so eine manische, obsessive Ader. Ich weiß gar nicht, wie man etwas mit weniger als 150 Prozent Einsatz machen kann. Vielleicht sollte ich mal über eine Therapie nachdenken ...(lacht). Aber ich kenne es eben nicht anders. Mit sieben Jahren stand ich zum ersten Mal vor der Kamera. Meine Eltern sind beide Schauspieler. Ich bin mit anderen Besessenen aufgewachsen. Deswegen kommt es mir nicht absonderlich vor. Im Moment mache ich eigentlich nichts anderes als früher. Nur öfter und in größerem Stil. Und ich weiß sehr genau, ich werde irgendwann wieder weg vom Fenster sein. Deswegen gebe ich jetzt alles, bis es vorbei ist.

Wie erleben Sie als elegante Londonerin die Traumfabrik an der amerikanischen Westküste?

Als ich vor Jahren zum ersten Mal dort war, fand ich Los Angeles sehr seltsam. Alle Frauen sind dünn. Und wenn sie nicht dünn sind, wollen sie dünn werden. Diese ganze Stadt ist auf Illusionen und Äußerlichkeiten konzentriert. Es ist die Traumfabrik. Und die meisten Menschen verdienen ihr Geld damit, Träume zu verkaufen. So wird die Realität häufig ausgeblendet. Und man muss eine sehr gefestigte Persönlichkeit sein, um nicht in diese Falle zu tappen. Wenn man erst einmal da ist, ist alles sehr verführerisch. Und plötzlich will man auch blond und dünn sein, sich die Brüste und die Lippen machen lassen. Als junger Mensch bist du nicht stark genug, um all dem zu widerstehen. Alleine wäre ich dort verloren gewesen.

Warum?

Ich bin ein williges Opfer für jeden Trend. Lassen Sie mich vier Wochen alleine dort leben und ich werde mir die Haare blond färben ...(lacht).

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