Der junggebliebene 67-Jährige mit den schneeweißen Haaren drehte mit Größen wie Sean Connery, Brad Pitt und Jude Law. Als Gala den französischen Star-Regisseur im Pariser "Plaza" trifft, um mit ihm über den neuen Dior-Spot mit Charlize Theron zu sprechen, wirkt er allerdings eher wie ein kleiner Junge, der von seinem Besuch in einem Spielzeugladen erzählt. Mit glänzenden Augen schwärmt er von der Schönheit der Australierin, beschreibt ihre Qualitäten in allen Details - und verrät, was einen Star von einem guten Schauspieler unterscheidet.

Dank der Entdeckung eines hochwertigeren Neroliöls wurde die Qualität des Parfum-Klassikers "J'adore" noch einmal verfeinert (50 ml EdT, ca. 66 Euro)
Dank der Entdeckung eines hochwertigeren Neroliöls wurde die Qualität des Parfum-Klassikers "J'adore" noch einmal verfeinert (50 ml EdT, ca. 66 Euro)
(Foto: © PR)

Wie war die Zusammenarbeit mit Charlize Theron?

Wissen Sie, ich kenne viele Schauspieler und Schauspielerinnen, die im wahren Leben, na ja, vielleicht nicht enttäuschend, aber doch weniger spektakulär sind als auf der Leinwand. Bei Charlize ist das Gegenteil der Fall. Ich habe selten erlebt, dass ein Mensch ihrer Größe einen so wohlproportionierten und sinnlichen Körper hat. Es ist geradezu eine Anomalie, so schön zu sein.

Ist sich Charlize über ihre Wirkung im Klaren?

Sie arbeitet hart und ist sehr konzentriert, um den Erwartungen zu entsprechen. Trotzdem ist es verblüffend: Wenn Charlize etwas gut macht, steht es über allem und ist so viel besser als das, was andere machen. Ihre Art zu laufen ist magisch. Ich versuche als Regisseur natürlich immer, etwas vorzuschlagen. Aber Charlize bringt eine natürliche, innere Grazie mit. Das kann man nicht dirigieren.

Was halten Sie von ihren schauspielerischen Fähigkeiten?

Sie hat so viel Talent. Auch das ist selten. Oft ist es gar nicht nötig, ein guter Schauspieler zu sein, um ein Star zu werden. Brigitte Bardot zum Beispiel war keine gute Schauspielerin, trotzdem kann man sich als Zuschauer nicht von ihr lösen.

Geht Ihnen das auch als Profi so?

Auch ich kann mich von solchen Signalen nicht befreien. Brad Pitt können sie jeden noch so ausgezeichneten Schauspieler zur Seite stellen, meine Augen bleiben an ihm hängen, obwohl gerade der andere spricht. Oder ich erinnere mich an "Duell - Enemy at the Gates", den ich mit Jude Law gedreht habe. Es gab eine Einstellung mit tausend Statisten. Ich also zum Kameramann: Sie werden alle aus dem Zug steigen. Wenn Jude kommt, gehst du ganz nah an ihn ran. Er: Wie erkenne ich ihn denn? Ich: Du kannst ihn nicht verfehlen... Warum? Es ist das Phänomen der Aura. Der Kameramann hat ihn nicht verfehlt.

Was ist das Besondere an dem "J'adore"-Werbespot?

Wir haben eine ganz neue Art von Spezialeffekten entwickelt und uns ein Jahr um die Nachbearbeitung gekümmert. Die Technik ist bahnbrechend.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Dior wünschte sich mehr als nur einen Film über ein Parfum. Letztendlich geht es um die Tradition außergewöhnlicher Qualität und Eleganz à la française. Wenn jemand so strahlt wie Charlize, in einem Dekor wie dem Spiegelsaal im Schloss von Versailles, muss man als Regisseur schon eine echte Niete sein, um es zu vermasseln.

Estelle Marandon





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