Tom Ford
© WireImage.com Tom Ford

Tom Ford "Sex mit Frauen war toll"

Designer und Regisseur Tom Ford spricht exklusiv in GALA über sein Liebesleben, die Midlife-Crisis und seine Pläne für die Zukunft

Als junger Texaner mischte er in den Siebzigern die New Yorker Model-Szene auf, später rettete er als Designer das Label Gucci, heute bringt er unter seinem eigenen Namen ultra-exklusive Männermode auf den Markt. Doch Tom Ford, 48, will mehr, sucht die Selbstverwirklichung als Künstler. Auf dem Filmfestival in Venedig stellte er gerade sein Regiedebüt "A Single Man" vor, die Geschichte eines Mannes, der lernen muss, mit dem Tod seines Liebhabers zu leben. Dass die Story viel mit ihm selbst zu tun hat, verrät Tom Ford beim Treffen mit GALA im "Hotel Excelsior" am Lido.

Regisseur Tom Ford und seine Darsteller aus "A Single Man" werden in Venedig gefeiert
© Getty ImagesRegisseur Tom Ford und seine Darsteller aus "A Single Man" werden in Venedig gefeiert

Man hatte einen stylishen, sexy Film von Ihnen erwartet – und wurde nicht enttäuscht. Aber vor allen Dingen ist "A Single Man" ein trauriger Liebesfilm, der den Zuschauer sehr anrührt.
Danke, das freut mich. Ich glaube, alle dachten, ich würde einen Porno drehen … Aber in meinem Film gibt es keinen Sex, bei mir wird nur geküsst.

Und Sie zeigen mit dieser Arbeit einen ganz anderen Tom Ford, als den, den wir zu kennen meinen.
Ja, ich glaube, viele Zuschauer werden überrascht sein. Denn Sie kennen nur meine Oberfläche und meine Arbeit in der Modebranche. Die wenigsten wissen, dass ich extrem romantisch bin. Ich wollte einen Film machen, der unter die Haut geht. Er sollte berühren, provozieren, den Zuschauer bis in seine Träume verfolgen.

Und dabei welche Botschaft vermitteln?
Zu lernen, das Leben zu schätzen. Und zwar nicht nur die großen, glücklichen Momente, sondern all die kleinen Dinge. Wenn es irgendwann Zeit ist zu sterben, möchte ich mich an diese Details erinnern. Kleine Augenblicke, die ich mit Menschen erlebt habe. Denn die sind es, die letztlich zählen, nicht all dieser modische Schrott und Materialismus, mit dem wir uns täglich umgeben.

Den auch Sie produzieren …
Ja, ich bekenne mich schuldig. Aber ich denke, das ist in Ordnung, solange man Konsumgüter ins richtige Verhältnis setzt und sie nicht zum Mittelpunkt seines Lebens macht. Man darf sie nicht überbewerten, denn am Ende des Lebens sind sie relativ belanglos.

In Ihrem Film geht es auch um den Tod eines geliebten Menschen. Ihr Freund war schwer krank. Ist das ein Thema, das Sie verarbeiten wollten?
Mein Partner ist vor 20 Jahren an Krebs erkrankt, das stimmt. Heute ist er Gott sei Dank vollkommen gesund. Aber damals war es ein Schock. Besonders weil ich erst 28 Jahre alt war und wir erst drei Jahre ein Paar waren. Dann habe ich an einen Selbstmord gedacht, der in meiner Familie passiert ist und der mich sehr berührt hat. Aber der eigentliche Grund für diesen Film war meine Midlife-Crisis, mit der ich in den vergangenen sechs Jahren gekämpft habe.

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