Stilikonen

Männer, Mode und Stilikonen

Patrick Dempsey, Jude Law oder Ryan Reynolds - wer ist der männliche Fashionisto? Moderedakteur Andreas Coenen hat sich mal ein paar Gedanken zum Thema "Stil bei Männern" gemacht

Stilikonen

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Stil! Viele suchen ihn, manche haben ihn einfach und einige finden ihn nie. Es gibt diese Tage, da schaut man morgens in den Spiegel und denkt "Hey, wer ist denn der coole Typ", aber dann gibt es auch diese "Badbody-Tage", an denen gar nichts gelingen will. Dummerweise sind diese meist in der Überzahl. Also heißt es handeln Männer. Die männlichen Stars machen es uns vor. Sei modisch und trau dich etwas. Aber wo liegt der Kniff? Was verhilft mir zum stilsicheren Auftreten oder anders gesagt wie werde ich zum Fashionisto? Vorbilder gibt es genug.

Patrick Dempsey modelt auch für Versace

Patrick Dempsey modelt auch für Versace

Nehmen wir "McDreamy" Patrick Dempsey. Hat er Stil? Zugegeben, er hat tolle lockige Haare und seine Augen lassen so manche Person dahin schmelzen, aber das hat ja noch nichts mit Mode zu tun. Er trägt auch immer sehr schöne Anzüge. Aber ich denke, dass Donatella alleine mich noch nicht zur modischen Erscheinung macht. Es muss also etwas anderes sein.

Gerne herangezogen für einen richtigen Mann mit verdammt gutem Geschmack wird Mode- und Fußballpapst David Beckham. Im täglichen Wettbewerb mit seinem angetrauten Kleiderständer Victoria hat er seinen Look perfektioniert. Dazu gehören Haare, Outfit und Accessoires. Ja Männer, auch Accessoires gehören dazu! Alles wie aus einem Guss. Immer genau aufeinander abgestimmt. Und dennoch sieht David aus, als ob er gar keinen Aufwand gehabt hätte. Ist das die Lösung? Wohl eher nicht, denn ihn zu kopieren, würde vermutlich nicht nur mich in den finanziellen Ruin reißen. Einen Stil kaufen ist also nicht das geeignete Mittel. Auch wenn es verlockend klingt. Gehen wir weiter.

Einer der heißesten Anwärter auf den Titel des "Fashionisto": Justin Timberlake

Einer der heißesten Anwärter auf den Titel des "Fashionisto": Justin Timberlake

Was wäre mit Justin Timberlake? Vom pausbäckigen Micky-Maus-Club-Moderator zum Megastar und modischen Genius. Er betört Frauen wie Männer. Also rein in die abgewetzte Jeans, einen lässigen Dreitagebart stehen lassen und schon klappt das mit dem Stil. Ich finde ihn cool, ach, was sag ich, einfach alle finden Justin Timberlake cool. Genau das ist das Schlagwort. Justin Timberlake ist cool. Nicht sein Stil macht ihn cool, sondern er ist es einfach. Also schon wieder Fehlanzeige.

Machen wir einen Abstecher zu unseren Nachbarn auf der Insel: Jude Law. Schauspieler, smarter Sunnyboy und immer gut aussehend. Jude Law hat es drauf. Egal ob im eleganten Smoking oder im Jeans-Look mit offenem Hemd, Brusthaare inklusive. Der gute Jude würde auch im ollen Jutesack noch gut ankommen. Im Grunde der perfekte Typ, um seinen eigenen Stil aufzupolieren. Aber Fehlanzeige, denn dummerweise hat er rein zufällig auch noch tolle blaue Augen und ein Lächeln, dass ihm so schnell keiner nachmacht. Also wieder nix. So langsam aber sicher gehen mir die Leute aus. Irgendwo muss doch meine persönliche Stilikone sein.

Einen gibt es noch - Ryan Reynolds. Alanis Morisette wollte ihn nicht mehr, doch Woody Allens Muse und Hollywood-Schönheit Scarlett Johansson hat er überzeugt. Möglich, dass es an einem seiner Merkmale liegt, das zugegeben ein sehr überzeugendes ist - seinen Astralkörper samt Waschbrettbauch. Der Augenschmeichler par Excellenze gehört zu den Dingen, die man ohne darüber nachzudenken kopieren darf. Das ist nicht nur gut für den Körper, sondern sieht dazu auch noch toll aus. Der Waschbrettbauch ist notiert und kann schon mal antrainiert werden. Fehlt nur noch die modische Vorlage.

Hollywood-Star Jude Law sieht immer gut aus

Hollywood-Star Jude Law sieht immer gut aus

Aber stopp, möglicherweise liegt da das Problem. Was bringen mir die Looks von Leuten, die täglich mit ihrer PR-Agentin darüber reden, welcher Style gut für ihre Karriere ist? Ich brauche keine modische Vorlage. Ich habe bereits Stil. Vielleicht nicht den von Patrick Dempsey oder Jude Law. Aber einen der mir Spaß macht. Und Spaß bedeutet in meinem Fall, auch einfach mal die sündhaft teure Tasche von Balenciaga, Schuhe für einen Abend oder das abgefahrene Prada-Hemd zu kaufen, um mein Stilbewusstsein zu erweitern. Wenn dann doch mal das Konto leer sein sollte, heißt es aber nicht verzagen. Denn mit ein paar Tricks lässt sich aus fast jeder Klamotte ein Look kreieren. Die Jeansjacke wird mit coolen Pins aufgewertet, die Krawatte lässig zum T-Shirt getragen oder der Schal von der Freundin ausgeliehen. Aber das Motto lautet "Bleib dir treu!". Mut ist gut und gehört dazu, aber ein Overkill kann schnell peinlich wirken.

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