Männerherzen
© Warner Bors. 2009 Männerherzen

Männerherzen Wann ist ein Mann ein Mann?

Können auch softe Jungs ganze Kerle sein? Sind Machos wirklich in Mode? Die Helden des Films "Männerherzen" kennen die Antworten

Man könnte glauben,

das Leben eines Mannes besteht nur aus Fragen, die er sich voller Skepsis und Selbstzweifel stellt. Stets mit dem Blick auf das Objekt der Begierde: Frauen. Was neue Fragen aufwirft. Wird ein Mann automatisch zum Weichei, wenn er sich festgelegt hat? Und was wünschen Frauen sich wirklich vom idealen Pendant? Gala fragte die Stars der Kinokomödie "Männerherzen" und erfuhr von Regisseur Simon Verhoeven sowie seinen Vorzeige-Typen Wotan Wilke Möhring, Florian David Fitz, Christian Ulmen und Til Schweiger viel über Vaterfreuden und Patenonkel, Angela Merkel und George Clooney.

Mannsbilder (v. l.): Wotan Wilke Möhring, Simon Verhoeven (mit einem Baby des Fotografen-Teams), Florian David Fitz, Christian Ulmen, Til Schweiger und Co-Star Jana Pallaske
© GalaMannsbilder (v. l.): Wotan Wilke Möhring, Simon Verhoeven (mit einem Baby des Fotografen-Teams), Florian David Fitz, Christian Ulmen, Til Schweiger und Co-Star Jana Pallaske

Frage in die Runde: Fühlen Sie sich von den hohen Erwartungen der Frauen überfordert

Schweiger Überfordert bist du nur, wenn du dich auf das Spielchen einlässt. Im Idealfall ist man ja beides: Macho und Weichei. Und dieses ganze Ding vom neuen Mann ist doch kompletter Schwachsinn. Du musst dir nur klar darüber sein, dass du den Ansprüchen einer Frau sowieso nicht genügen kannst.
Möhring Es ist heute insgesamt schwieriger, das Richtige zu tun, das gilt für Frauen doch genauso. Klamotten kaufen, für die keine Kinder gearbeitet haben, sich ständig fragen: Ist der Stoff gut? Oder einen Kaffee bestellen: Du willst einen Scheißkaffee und musst wählen zwischen skimmed, tall, entkoffeiniert und grande. Alles wird heute megaverkompliziert! Und das gilt natürlich auch für die Männerrolle.
Verhoeven Aber trotzdem: Überfordert fühl ich mich jetzt nicht. Es ist schon eine interessante Zeit, ein Mann zu sein. Man kann ja machen, was man will.

Inwieweit war das früher anders?

Verhoeven Na, in den Fünfzigerjahren gab es schon sehr eindeutige Vorbilder. In den Sechzigern wurden die aufgebrochen, in den Siebzigern kam dann der Softie, in den Achtzigern war der totale Hedonismus unter den Yuppies in. Und in den Neunzigern ...
Schweiger ... gegen solche Prototypen konnte man sich auch damals wehren! Ich muss jetzt ein Frauenversteher sein? Oder voll metrosexuell und ein Tattoo haben? Nee, es gab doch schon immer Leute, die einfach ihr Ding gemacht haben, egal, wie die Gesellschaft das fand.

Welche Männer taugen denn heute für Sie als Vorbilder?

Schweiger George Clooney. Der ist einfach ein super Typ. Guter Schauspieler, sieht klasse aus, engagiert sich für gute Sachen ...
Fitz ... ist wahnsinnig souverän ...
Ulmen ... humorvoll.
Fitz Ansonsten, das klingt jetzt stereotyp, mein Vater.
Ulmen Natürlich prägen Väter mehr als Clooneys.
Möhring Ich war noch nie ein Schwärmer, aber ich bewundere meinen älteren Bruder. Der ist Sonderschullehrer und leistet was in seinem Job, da träume ich nur von. Ich mag auch in meiner Rollenauswahl die kleinen Helden, die ohne Brimborium was Großes schaffen. Es gibt eben heute sehr viele verschiedene Männertypen. Die Zeiten und die Vorbilder ändern sich eh ständig. Und wenn nach dem Müslitrauma von vor 25 Jahren jetzt gerade wieder ein bisschen Machismo angesagt ist, dann ist das eben so.
Schweiger Früher war's ja auch normal, wenn jemand 'nen Busch unter den Achseln hatte.
Fitz Ich hab gestern übrigens mit einer von der Maske gesprochen, die musste mal einer Schauspielerin für einen Siebzigerjahre-Film ein Schamhaartoupet anpassen!

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