Sharon Stone
© Getty Sharon Stone

Sharon Stone Raus aus China

Sharon Stone äußerte sich am Rande der Filmfestspiele von Cannes unangemessen über das chinesische Volk. Prompt erhält sie dafür die Rechnung: Das Bild der Schauspielerin als Kosmetikbotschafterin wurde aus sämtlichen chinesischen Boutiquen verbannt

Da hat sich Sharon Stone einen wahren Fauxpas geleistet. Während des Filmfestivals in Cannes hatte die 50-Jährige erklärt, sie sei "nicht glücklich darüber", wie die Chinesen die Tibeter behandeln. "Ich denke nicht, dass man grausam zu anderen sein sollte." Später sagte sie im Zusammenhang mit dem verheerenden Erdbeben in der Volksrepublik: "Und dann passierte dieses Erdbeben und der ganze andere Kram. Ist das Karma, wenn man nicht nett ist, dass dann böse Dinge passieren?"

Die Rechnung für diese unüberlegte Äußerung erhielt Sharon umgehend: In ganz China wurden die Fotos der Schauspielerin als Werbebotschafterin für die Pflegeserie "Capture Totale" von Christian Dior aus den Schaufenstern genommen. Dior China erklärt in einer offiziellen Stellungnahme: "Wir haben uns dazu entschlossen jegliche Werbung und Marketingkampagnen mit Sharon Stone umgehend zu beenden. Von ihren unüberlegten und vorschnellen Äußerungen möchten wir uns entschieden distanzieren."

In einem öffentlichen Schreiben entschuldigt Sharon sich für ihre kritischen Worte. Es tue ihr leid, dass ihre "unangemessenen Worte" das chinesische Volk verletzt hätten. Gerne wolle sie die Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in China finanziell unterstützen. Schließlich arbeite sie seit 20 Jahren für verschiedene internationale Hilfsorganisationen. Bei einem Besuch in Shanghai im letzten Jahr habe sie die "Weisheit und Gastfreundlichkeit" des chinesischen Volkes kennengelernt.

Doch vergebens. Die Gastfreundlichkeit hat hier ein Ende. Sharons Bild wurde aus allen chinesischen Boutiquen verbannt. Nach einer Internet-Umfrage können über 70 Prozent der Chinesen Sharon "niemals verzeihen". Mehr als 20 Prozent der 300.000 Befragten gaben an, sie akzeptierten die Entschuldigung nicht, weil die Schauspielerin unaufrichtig sei.

rbr

Sharon Stone bei den Filmfestspielen in Cannes
© GettySharon Stone bei den Filmfestspielen in Cannes