Naomi Campbell
© PR Naomi Campbell

Mode-Statement Black Power

Die gesamte Modebranche kämpft gegen die Diskriminierung schwarzer Models. Vor allem deutsche Marken engagieren sich jetzt

"Schwarz verkauft schlecht."

Drei kleine Worte, die Karriere­träume platzen lassen können. Ein Satz, den Chefredakteure interna­tionaler Modemagazine immer wieder sagen, weil dunkelhäutige Models auf dem Cover angeblich zu wenig Auflage machen.

Tyra Banks feierte mit Kolleginnen in New York die "Black Issue" der italienischen "Vogue"
© Wireimage.comTyra Banks feierte mit Kolleginnen in New York die "Black Issue" der italienischen "Vogue"

Gefragt seien hellhäutige Frauen, gewünscht sei der westeuropäische Typ. Manche dieser Chefs schieben dann noch entschuldigend nach: "Ich würde ja gern, aber die Leserin will es nicht." An dieser These muss man jetzt ernsthaft zweifeln: Ausgerechnet die "Black Issue" der italienischen "Vogue" verkaufte sich nämlich überdurchschnittlich gut. In Mailand, dem Sitz der Redaktion, heißt es, die Ausgabe sei an vielen Kios­ken im Handumdrehen ausver­kauft gewesen.

Chef­redakteurin Franca Sozzani, neben US-"Vogue"-­Chefin Anna Wintour eine der einflussreichsten Fashion-Frauen, ließ gleich vier unterschiedliche Cover mit schwarzen Models – zum Beispiel Naomi Campbell – drucken. Zudem waren alle Mode­strecken mit afrikanischen oder afroamerikanischen Frauen produziert wor­den, und alle Geschichten drehten sich um das Leben Dunkelhäutiger. Steven Meisel, der weltweit zu den führenden Mode­fotografen gehört, verantwortete das Cover-Shooting und betrachtete das Projekt "Black Issue" als eine Herzens­angelegenheit: "Ich finde die Diskriminierung fürchterlich. Es ist verrückt, dass wir in solch einer ­engstirnigen Welt leben."

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