Michel Comte

"Es geht um das Gefühl"

Star-Fotograf Michel Comte über Nacktheit vor der Kamera, seine Arbeit mit Heidi Klum und die Schönheit von Alexandra Maria Lara

Michel Comte

Michel Comte

Die Milk-Studios, Hotspot der Fotografen-Szene

, sind in einer großen Lagerhalle im Herzen von untergebracht. Hier trifft Gala , internationaler Fashion-Fotograf und Liebling von Stars wie , Geraldine Chaplin und . Comte lichtet für einen Schwarzkopf- Werbespot ab.

Sie sind unter anderem mit Aktaufnahmen berühmt geworden. Ist es schwer, Ihre Modelle zu überreden, sich auszuziehen?

Die Frauen, die ich nackt fotografiere, sind sich ihrer oftmals gar nicht mehr bewusst. Genau darauf kommt es doch an.

Das heißt, die Frauen fühlen sich in Ihrer Gegenwart so wohl, dass sie keine Angst haben, sich zu entblößen?

Ich glaube schon. Es spielt für mich letztlich keine Rolle, ob eine Frau angezogen oder nackt ist. Es geht um das Gefühl in dem Augenblick, in dem das Foto entsteht. Und ich glaube, Karen Mulder hat sich sehr wohl gefühlt in diesem Moment.

Wie stehen Sie zu Schönheitsoperationen und Brustvergrößerungen?

Finde ich schrecklich, ganz schrecklich. Manchmal allerdings sieht eine Frau mit falschen Brüsten oder mit unendlich vielen so freaky aus, dass es schon wieder lustig sein kann. Eher wie eine Karikatur.

Fotografie

Die berühmtesten Modefotografen

David LaChapelle vor zwei seiner berühmtesten Modelle: David Beckham und Madonna
Helmut Newton vor einem seiner Fotos
Richard Avedon vor einem seiner Portraits
Patrick Demarchelier bei der Arbeit

13

Sie haben 1993 das inzwischen legendäre Nacktbild von Carla Bruni geschossen. Was macht dieses Bild für Sie so besonders?

Es ist sehr unschuldig. Ihr Gesicht ist so wunderschön, und ich mag ihre Füße. Fast wie bei einem kleinen Kind. Du schaust gar nicht so richtig auf den nackten Körper. Ich jedenfalls sehe ihn nicht zuerst. Der Schuss war fast wie ein Reflex. Es gab noch andere Fotos, die Madame in viel provozierenderen Posen zeigen. Aus irgendeinem Grunde sind diese bisher nicht aufgetaucht.

Auch die deutsche Schauspielerin Alexandra Maria Lara haben Sie bereits porträtiert. Was zeichnet sie aus?

Sie ist einfach nur wunderschön. Fantastisch. Das Gesicht ist zu bewundern. Und ihre Augen sind großartig. Sie ist noch sehr unschuldig, aber sehr smart. Das merkt man gleich, wenn sie vor der Linse steht.

Michel über Heidi Klum: "Was sie aus sich selbst gemacht hat, ist erstaunlich. Sie ist einfach sehr frisch, sehr professionell,

Michel über Heidi Klum: "Was sie aus sich selbst gemacht hat, ist erstaunlich. Sie ist einfach sehr frisch, sehr professionell, sehr smart, voller Energie."

Erleichtert es die Arbeit für einen Künstler, wenn das Modell smart ist?

Absolut. Andererseits: Auch dumme Models machen den Job einfacher, weil man sie besser manipulieren kann. (lacht) Den Schnappschuss von haben Sie auf einer Vernissage gemacht. War sie sehr beeindruckend? Es gibt nur noch sehr wenige Frauen wie . Sie ist eine der letzten großen Ikonen. und Claudia Cardinale zählen auch dazu. Das Bild mit der entstand in Japan, beim Opening einer Ausstellung, die ich zusammen mit Louis Bourgeois hatte.

Sie arbeiten gerade mit Heidi Klum zusammen. Wie erleben Sie das deutsche Model?

Was sie aus sich selbst gemacht hat, ist erstaunlich. Sie ist einfach sehr frisch, sehr professionell, sehr smart, voller Energie. Hier auf dem Schwarzkopf-Set darf ich das First Hand erleben. Es macht wirklich Spaß mit Heidi.

Was heißt das konkret?

Sie diskutiert Ideen für den Werbespot, man merkt, sie will wirklich, dass das Endprodukt, die Werbekampagne für den Kunden, ein Erfolg wird. Heidi fragt mich ständig, was ich von ihren Ideen halte, wie ich sie in Szene setzen möchte. Es ist eine echte Gemeinschaftsarbeit.

Gibt es jemanden, den Sie noch nicht vor die Kamera bekommen haben?

Nordkoreas Diktator Kim Jong-Il würde ich gern fotografieren. Und ich würde ihm gern einige Fragen stellen.

Sie sind politisch engagiert, unterstützen unter anderem das Rote Kreuz und haben die Michel Comte Water Foundation gegründet.

50 Prozent meiner Arbeit dieser Tage ist Charity. Geld ist mir nicht mehr so wichtig. Meine Water Foundation ist sehr erfolgreich. Ich habe mehr als 20 Jahre in Kriegsgebieten verbracht und viele Dinge gesehen, die mich heute noch begleiten. Ich habe diesen Drang, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Sie leben in den USA. Hat Präsident Barack Obama das Land verändern können?

Ich war ein großer Fan. Aber inzwischen bin ich enttäuscht von Obama. Die Erwartungen an ihn waren sehr hoch, doch so langsam steigt ihm das Wasser bis zum Hals. Er muss endlich handeln und nicht immer nur reden.

Star-News der Woche