Michael Michalsky
© Getty Images Michael Michalsky

Michael Michalsky Nicht kleckern, sondern klotzen

Michael Michalsky machte das Berliner Tempodrom mit seiner Stylenite am vergangenen Freitag zu einem der größten Laufstege der Berliner Fashionweek. Im Interview sprach er vorab über berufliche Träume, seine Zukunft und die Konkurrenz

Schon zum zweiten Mal lädt Modemacher Michael Michalsky mit seiner Stylenite zum größten und vielleicht spektakulärsten Offsite-Event der Fashion Week Berlin ein. Anders als im Januar hat der Designer sich dieses Mal den Briten Maharishi mit ins Boot geholt, der die Show mit seinen Entwürfen eröffnen wird. Und auch die Location ist eine andere als noch im Winter: Statt im Berliner Friedrichstadtpalast findet das Ganze nun im Temopdrom, einer Art Zirkuszelt aus Beton, statt.

Weniger spektakulär wird die Stylenite trotzdem nicht: Nur zwei Stunden vor Beginn der Show ist hinter der Bühne schon jede Menge los. Zahlreiche Tänzer in knappen Ledershorts und bunten Kostümen proben ihre Schritte, die Opernsängerin Nadja Michael, die die Show eröffnen wird, stimmt eine Arie an. Und mittendrin immer Michael Michalsky, der sich trotz jeder Menge Stress einige Minuten Zeit nimmt, um ein Interview zu geben.

in seiner Kollektion "endangered species" beschäftigte Michael Michalsky sich mit bedrohten Tierarten.
© Getty ImagesIn seiner Kollektion "endangered species" beschäftigte Michael Michalsky sich mit bedrohten Tierarten.

Was erwartet uns heute Abend?

Hoffentlich eine spektakuläre Show mit toller Mode von Michalsky und interessanten Entwürfen von Maharishi. Außerdem gibt es zum Abschluss noch die von mir entworfenen Kostüme der Revue-Show "YMA" zu sehen.

Wie viel Vorbereitungszeit haben Sie für die Stylenite gebraucht?

Von der Idee bis zum Ende brauche ich fast eine ganze Saison, also sechs Monate. Und für das Finetuning dann noch mal circa vier Wochen.

Wie geht es Ihnen so kurz vor der Show? Sind sie noch aufgeregt?

Ja, so circa zwei Stunden vorher geht es langsam los mit der Aufregung. Da fragt man sich dann schon mal: 'Um Gottes willen, warum tue ich mir das eigentlich an?' Schließlich kann ja jetzt noch so viel schiefgehen. Richtig aufgeregt ist man dann eine Stunde vorher. Aber zum Ende hin wird dann hoffentlich alles gut.

Und nach der Show kehrt dann wieder Ruhe ein?

Erst mal nicht, weil es danach ja auch noch weiter geht. Ich muss Interviews geben und dann sind da noch tausend Leute, die man begrüßen will und auch möchte. Doch der ganze Abend geht so schnell vorbei und plötzlich ist es schon drei Uhr nachts. Dann fällt man schon plötzlich in ein Loch. Wenn man immer viel Gas gegeben hat und dann auf einmal gar nichts mehr passiert, das ist dann schon komisch.

Können Sie denn nach so einem Tag überhaupt einschlafen?

Ja, meistens bin ich richtig erschöpft. Heute bin ich ja ganz früh aufgestanden, dann habe ich für mein Parfüm auch noch eine Pressekonferenz gegeben und danach bin ich dann sofort hierher gefahren. Nach so einem langen Tag ist man dann wirklich kaputt.

Apropos Parfüm: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, einen Duft auf den Markt zu bringen?

Also das ist für einen Designer das Größte überhaupt, denn näher kann man ja eigentlich auch gar nicht an dem Kunden dran sein. Ein eigenes Parfüm war für mich auch schon immer ein Jugendtraum. Genauso wie ich immer gesagt habe, dass ich mal Designer werden will, wusste ich eigentlich schon immer, dass ich eines Tages mal ein Parfüm raus bringen würde. Und das ich jetzt sogar gleich einen Duft für Männer und Frauen habe, das ist natürlich toll.

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