Marc Jacobs
© WireImage.com Marc Jacobs

Marc Jacobs "Ich kann nicht allein sein"

Modegenie Marc Jacobs im exklusiven Gala-Gespräch über Süchte, Marotten und Tattoos

Was Besuchern auffällt

, die zum ersten Mal das Büro von Marc Jacobs in New York betreten? Die Preise. Haufenweise Preise. Links und rechts vom Empfangstresen stehen Glasvitrinen mit den wichtigsten Awards der Modebranche - viele davon in mehrfacher Ausführung. Dazwischen hängt eine gerahmte Karikatur. Sie zeigt einen Teufel, der lachend an einem Schreibtisch sitzt. Vor ihm eine Reihe Frauen, die ihm ihre Seelen verkaufen. "Vielen Dank. Hier sind die Erste-Reihe-Tickets für die Marc-Jacobs-Show", ruft Luzifer.

Etwas kokett wirkt die Präsentation, doch die Modewelt, das Zuhause von Marc Jacobs, ist nun mal ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Und wenn man vom Teufel spricht - plötzlich öffnet sich die Schiebetür zum Konferenzraum, und der Meister persönlich erscheint. "Sie wollen sicher zu mir? Herein, herein", sagt er und grinst. Jacobs trägt Boots, Hemd, Rock, ist bester Laune und stellt erst mal selbst ein paar Fragen. Was das für Stempel auf der Hand seien. Aha, Konzerte. Welche Bands man gesehen habe? Was für Musik man möge? Währenddessen zündet sich der Kettenraucher seine erste Kippe an.

Der Frühjahr-2011- Look von Marc Jacobs für Louis Vuitton.
© WireImage.comDer Frühjahr-2011-Look von Marc Jacobs für Louis Vuitton.

Wann rauchen Sie die erste Zigarette am Tag? Gleich morgens im Bett?

Nein, nicht im Bett! Aber ich gebe zu, sofort nach dem Aufstehen. Noch vor meinem ersten Kaffee. Und dann die nächste zum Kaffee. Und so geht’s weiter. Rauchen ist meine schlimmste Angewohnheit, besonders vor Schauen. Da qualme ich zwei Packungen am Tag. Ich habe oft versucht aufzuhören, aber es nie geschafft.

Dabei haben Sie sich in den letzten Jahren zum Gesundheits- und Sportfanatiker gewandelt. Sind die Muskeln ein Schutzpanzer für Sie?

Ich fühle mich mit ihnen sicherer. Ich war nie der selbstbewusste Gewinnertyp. Ich hatte früher lange Haare, mir war's egal, wie ich rumlief. Dann habe ich angefangen zu trainieren. Mein Körper hat sich verändert, und das hat meine Persönlichkeit verändert. Jetzt bin ich fast jeden Tag im Gym, achte auf mein Äußeres, pflege mich, esse nur Biokost.

Welche Übung mögen Sie gar nicht?

Bein-Übungen. Die sind langweilig. Aber ansonsten gibt mir das Training einen Kick. Es macht mich besser in meiner Arbeit.

Was Jacobs macht, das macht er exzessiv. Seine eigene Linie überrascht immer wieder mit verrückt-genialen Ideen, als Creative Director hat er das Traditionslabel Louis Vuitton zur Trendmarke aufpoliert. Vor den Schauen feilt er rund um die Uhr an seinen Entwürfen. Die dann jedes Mal für Furore sorgen. "Ich arbeite besser unter Stress. Das macht mich kreativ", sagt er. Früher hielt er das nur mit Drogen durch, landete ausgebrannt in der Entzugsklinik. Heute zerrt er sich höchstens mal beim Workout die Schultermuskulatur, wie er erzählt. "Die wilden Partyzeiten sind vorbei. Ich habe nach wie vor Spaß, aber ich feiere nicht mehr die Nächte durch." Privatleben? Das ist sein Beruf. Was Jacobs zu einem komplizierten Lebenspartner macht. Im April ging nach rund einem Jahr die Beziehung zu dem brasilianischen Talent-Manager Lorenzo Martone in die Brüche. Allerdings wurden die beiden kürzlich wieder zusammen gesehen.

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