Gala Style

Ohne sie läuft nichts

Kurze Bestandsaufnahme: Haben Sie schon die modischen Basisstücke für die kühle Jahreszeit? Eine Doctor-Bag, einen Bleistiftrock, einen klassischen Mantel, dazu lange Handschuhe und natürlich Lack-High-Heels

Gala Style Artikel

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Der Lack-High-Heel

Nach ersten zaghaften Schritten im Vorjahr hat unser Lieblingsleder die Laufstege im Sturm erobert

Schleifen-Pumps von Prada, um 390€

Schleifen-Pumps von Prada, um 390 Euro

Das Größte für kleine Prinzessinnen sind Lackschuhe. Sie adeln jedes Outfit mit dem gewissen Glanz und Glamour und gelten, zumindest bis zum Kommunionalter, als Krönchen für die Füße. Inzwischen bekennen auch sämtliche Designer ihre Liebe zum Lack. Was ursprünglich beim Militär als Stiefelette zur Gala-Uniform Vorschrift war, präsentiert sich den Damen aktuell als ausgewachsener Jungmädchentraum zu jeder Gelegenheit und Garderobe.

Ob mit Keil- oder Pfennigabsatz, Riemchen oder Gamasche - das strahlende Leder sorgt für spektakuläre Akzente, kein Weg führt in dieser Schuhsaison an ihm vorbei. Ganz nach Harald Juhnkes Motto: "Barfuß oder Lackschuh. Alles oder nichts".

Styleregel

DO: Egal ob Denim oder Designer-Outfit, Lack passt immer - sofern es glänzt! Gegen Kratzer und Risse hilft die regelmäßige Behandlung mit Lacklederöl oder -lotion.

DON'T: Lackschuhe nie zu eng kaufen! Im Gegensatz zu herkömmlichem Leder gibt Lack nicht nach.

Der Bleistift-Rock

Er ist hauteng, knielang und super sexy. Wer ihn trägt, kommt zwar nur langsam voran, dafür aber ganz groß raus.

Strickrock "Venus" von Missoni, um 640€

Strickrock "Venus" von Missoni, um 640 Euro

Für die Schönheit und zum Zwecke der Verführung nehmen Frauen bekanntlich einiges in Kauf. Sie balancieren auf gesundheitsgefährdenden High Heels umher, und als wäre das nicht Herausforderung genug, kombinieren trendbewusste Ladys hierzu jetzt wieder ein Kleidungsstück, das aus gutem Grund auch Fessel-, Mumien-, Schlauch- oder Humpelrock genannt wird.

Obwohl zutiefst unpraktisch und von Feministinnen verfemt, eroberte der kurvenbetonende Bleistiftrock seit seiner Erfindung 1911 durch den Modeschöpfer Paul Poiret die Welt. Und veränderte sie: Nach unzähligen Stürzen wurden etwa in amerikanischen Bahnhöfen zusätzliche Stufen angebracht, die es den Frauen ermöglichten, trotz geknebelter Knie in den Zug zu klettern. Heute ist der Bleistiftrock Ausdruck eines gekonnten Spiels mit der Weiblichkeit. Ob Mariah, Madonna oder Frau Müller - mit Selbstbewusstsein gelingt modernen Frauen der große Auftritt auch in Mäuseschritten.

Styleregel

DO: Um Proportionen zu erhalten, sprich: Kurven zu zeigen, sollte ein enger Taillengürtel und/oder ein kurzes, voluminöses Oberteil zum schmalen Rock kombiniert werden.

DON'T: Flache oder sportliche Schuhe sind ebenso unvorteilhaft zum Pencil-Skirt wie eine zu füllige Figur.

Die Doctor-Bag

Aktuell zitieren Designer-Handtaschen mal wieder den klassischen Arztkoffer. Bei ihren Trägerinnen dürften sie in dieser Saison für Wohlbefinden sorgen.

Geflochtene "Samourai"-Bagmit schmucker Schlange von Dior, um 2700€

Geflochtene "Samourai"-Bag mit schmucker Schlange von Dior, um 2.700 Euro

Eigentlich müssten schon die ersten Handtaschen der Geschichte zur Gattung der Doctor Bag zählen. Ob ihrer Winzigkeit transportierten sie nämlich meist nicht mehr als ein Riechsalzfläschchen, das die Damen der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts dringend benötigten, denn ihre Korsetts waren eng und die Ohnmachtsanfälle häufig.

Heute verspricht weniger der Inhalt einer Doctor Bag Besserung als vielmehr ihre großzügige Form. Sie suggeriert Erste Hilfe, ist praktisch in Handhabung und Sortierung, und statt medizinischem zeigt sich mit dieser Couture-Variante für "Grey’s Anatomy" der modische Fortschritt von seiner schönsten Seite.

Styleregel

DO: Kein Handy und keine Tüte – nichts als die Henkel der Doctor Bag gehören in die stilsichere Damenhand. Sie perfektioniert den eleganten City- oder Business-Look.

DON'T: Beim Cocktail- oder Gala-Event wirkt das Modell zu mächtig, zum sportiven Outfit zu luxuriös.

Der klassische Mantel

Unser wichtigster Begleiter im Winter sieht in dieser Saison schlicht und ergreifend schön aus.

Schwarzer Wollmantel von Jil Sander, um 1850€

Schwarzer Wollmantel von Jil Sander, um 1.850 Euro

Emanzipation hin oder her: 95,8 Prozent aller Frauen halten es einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge für zeitgemäß und wünschenswert, wenn Männer ihnen in den Mantel helfen. Es ist für Ladys von Welt eine Frage des guten Stils, und der ist bekanntlich unbeeindruckt von Trends und Zeitläufen.

Passend zu dieser Erkenntnis präsentieren sich die Mantelmodelle für Herbst und Winter zeitlos elegant und ausdrücklich schlicht. Mit ihren geraden und schlanken Silhouetten werden sie über Jahre und Modeströmungen hinweg beständig bleiben. Sie werden ihre Trägerinnen wärmen, beschützen und bestärken und moderne Gentlemen in Scharen anlocken, um beim Überziehen selbstverständlich behilflich zu sein.

Styleregel

DO: Unter die neuen Mäntel gehören Leggings, Röhren oder körperbetonte Kleider. Weite Hosen und Röcke passen nicht zu ihrer klaren Silhouette.

DON'T: Ohne Schals kommen die aktuellen Modelle besser zur Geltung. Durch Roll- oder Stehkragen bleibt der Hals trotzdem warm.

Die langen Handschuhe

Eine Vielfalt an Modellen macht den extravaganten Armschmuck zur Attraktion des Winters.

Verführerisches Modell aus Schlangen- und Nappaleder von Loewe, um 560€

Verführerisches Modell aus Schlangen- und Nappaleder von Loewe, um 560 Euro

Wer wahrhaft vornehm oder gar adelig war, verließ zu Zeiten der Renaissance das Haus nicht ohne Handschuh. So blieben in diesen hygienisch fragwürdigen Zeiten wenigstens die Finger sauber; es sei denn, man warf den Handschuh und forderte so einen Kontrahenten zum Duell heraus. Unter den Damen galt über Jahrhunderte die Devise: je länger, desto lieber. Der sogenannte 24-Knopf-Handschuh (die Länge wird in Knöpfen angegeben) reichte gar über die Schulter. Solange Frauen nicht arbeiteten, waren Handschuhe ein Indiz der Gesellschaftsfähigkeit.

Erst im letzten Jahrhundert wandelte sich das Frauenbild grundlegend – und der Handschuh wurde zum Hemmschuh. Jetzt ist er zurück, Modemacher und Lederlabels widmen sich den schönen Stücken auf ganzer Länge und mit tragekomfortablen Materialien.

Styleregel

DO: Ihre ideale Ergänzung finden die ellenlangen Handschuhe in dieser Saison in den topaktuellen Dreivierteljacken und Kurzarmpullis.

DON'T: Über Handschuhe gehört kein Stoff und tagsüber auch kein Schmuck. Abends werden Uhren, Ringe und Reifen kombiniert.

GALA Style Nr. 3 Cover

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