Dabeisein ist alles
© Getty Images Dabeisein ist alles

Fashion inside Dabei sein ist alles

Eine eingeschworene Clique entscheidet in der Modewelt über Aufstieg und Fall- und liefert jede Menge Gesprächsstoff. Gala Style stellt die wichtigsten Mitglieder vor

So können Familientreffen also auch aussehen:

Wenn Anfang September die Fashion Week in New York beginnt, trifft sich wieder ein kleiner Kreis zum großen Fest, das einen Monat später mit den Prêt-à-porter-Schauen in Paris endet. Ein eingeweihter Clan aus Designern und Stylisten, jungen Unternehmenserben und angesagten Models, Fotografen und Bloggern. Ihre Verbindung: kreatives Können und ein Talent zu feiern - auch sich selbst. Sie sind enger miteinander verstrickt als die Maschen eines Kaschmirpullovers und bestimmen die Trends der nächsten Saison oder sitzen bei Entscheidungen zumindest in der ersten Reihe. Wie sind sie untereinander vernetzt? Wer sorgt für den besten Gesprächsstoff ? Wo trifft man sich? Gala Style verrät ihre wichtigsten Geheimnisse.

Das Model Karlie Kloss und inspirierte den Designer Jason Wu und ist ihm bis heute treu geblieben.
© Getty ImagesDas Model Karlie Kloss und inspirierte den Designer Jason Wu und ist ihm bis heute treu geblieben.

Die Musen
Die Muse ist für den Designer genauso wichtig wie das Schnittmuster fürs Kleid. Sie gibt seinen Entwürfen eine Form. Zum Beispiel Karlie Kloss: Das Model bezauberte einst den Designer Jason Wu so sehr, dass er ihr ein Abendkleid auf den Leib schneiderte - für einen Ball an ihrer Highschool in Missouri. Inzwischen bekommt sie Bestnoten für ihre Auftritte auf dem Laufsteg, in Werbekampagnen und Magazinen. Über ihre freizügige Modestrecke in der italienischen "Vogue" aus dem vergangenen Jahr redet die Branche noch heute ("Diese Beine! Diese Brüste! Dieser Po!"). Kloss ist Jason Wu treu geblieben und trägt weiter am liebsten seine Entwürfe.

Eine ebenso ertragreiche Designer- Model-Partnerschaft pflegen Joseph Altuzarra und Lily Kwong. Sie war das Model für seine erste Kollektion. Als er berühmt wurde, bekam ihre Karriere ebenfalls einen Schub - mittlerweile gehört sie zum Stammpersonal in Hochglanzmagazinen. Auch Hanneli Mustaparta arbeitete früher als Model, allerdings ohne dass ihr der internationale Durchbruch gelang. Dann begann sie, sich regelmäßig als Besucherin auf den Schauen herumzutreiben, und bloggte darüber. Die Folge: Bald wurde die rasend gut gekleidete Norwegerin zum Motiv für Streetstyle-Fotografen. Inzwischen ist sie auch als Model sehr gefragt und neuerdings sogar Markenbotschafterin für Calvin Klein.

Bei den Streetstyle-Fotografen ähnlich begehrt ist Hannelis Bussi-Freundin Natalie Joos, im Tagesjob Casting-Agentin, in der Nebenbeschäftigung Trägerin schillernder Outfits. Ihre große Liebe sind Vintage- Kleider. Sie lässt sich aber auch von aufstrebenden Labels wie Ostwald Helgason ausstatten und verhilft ihnen so zu mehr Aufmerksamkeit: Was Natalie Joos trägt, bleibt im Modegedächtnis. Und was Lana Del Rey trägt, kann bald jeder kaufen. Die Sängerin inspirierte mit ihrem 60er-Jahre-Look die neue Kampagne von H&M, in der sie schmollmundig posiert. Ihrer unschuldigen Art sind längst auch Marc Jacobs und Karl Lagerfeld verfallen. Die Marke Mulberry benannte gar eine Tasche nach ihr. Unter Musen gilt das als Adelstitel.

Die Networker
Raf Simons geht zu Dior! Auf die Nachricht, wer den begehrten Posten des Chefdesigners bei Christian Dior bekommt, musste die Modewelt lange warten.

Delphine Arnault (LVMH) verschaffte Raf Simons den Job als Chefdesigner bei Christian Dior - ein echter Coup. Die erste Haute-Couture-Präsentation des Designers im Juli wurde von der Branche bejubelt.
© Getty ImagesDelphine Arnault (LVMH) verschaffte Raf Simons den Job als Chefdesigner bei Christian Dior - ein echter Coup. Die erste Haute-Couture-Präsentation des Designers im Juli wurde von der Branche bejubelt.

Eingefädelt hat den Coup Delphine Arnault, die bei LVMH, dem Imperium ihres Vaters, für Marken wie Céline und Louis Vuitton zuständig ist. Wie groß ihr Einfluss ist, konnte man schon bei Simons' erster Couture-Präsentation im Juli erkennen: Majestätisch lächelnd saß sie in der Mitte der ersten Reihe neben Fürstin Charlène von Monaco. Ohne einen Förderer würden wohl die meisten Designer Talente bleiben, statt Modeschöpfer zu werden. Ein Anruf von Floriane de Saint Pierre kann Karrieren machen.

Die Headhunterin agiert im Hintergrund für Luxusfirmen und hat Alber Elbaz zu Lanvin gebracht und Christopher Bailey zu Burberry. Nicht weniger entscheidend für die Laufbahn: kreative Unterstützung. Marc Jacobs verlässt sich auf das Urteil von Katie Grand, die seine Schauen stylt, daneben für Prada arbeitet, mit Stella McCartney befreundet ist und das einflussreiche Modemagazin "Love" herausgibt.

Besser vernetzt als die französische Télécom ist auch Carine Roitfeld. Die frühere Chefredakteurin der "Vogue" Paris, die Tom Ford und den Fotografen Mario Testino zu ihren Vertrauten zählt, hat ein Gespür für neue Talente. Wer in ihren Freundeskreis aufgenommen wird, gilt in der Modewelt automatisch als angesagt. Pünktlich zum Schauenmonat erscheint Roitfelds neues Magazin, das so simpel wie selbstbewusst "CR" heißen wird.

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