Fashion-Duell

Echte Style-Queens

Charlotte Casiraghi vs. Elisabeth von Thurn und Taxis - zwei Modewelten. Was die blaublütigen Fashionistas dennoch eint, ist ihr Gespür für exquisite Looks

Als Fürst Albert II. von Monaco

im vergangenen Jahr heiratete, sollte der Star des Tages eigentlich das Jawort sein. Oder das Kleid der Braut. Oder die Blumen. Es kam anders.

Es kam sie: . Die Nichte des Bräutigams und Tochter von Prinzessin Caroline nahm der Welt mit ihrem bloßen Anblick den Atem. Mon Dieu! So schön, so anmutig, mit ihren vollen Lippen, den saphirblauen Augen und dem kastanienbraunen Haar schien sie an diesem Tag mehr als zu leuchten, sie glühte. Ihre Kleider, am Nachmittag trug sie ein Kostüm von Chanel in zartem Rosé, am Abend eine bodenlange Robe von , machten den Auftritt der 25-Jährigen zum Glamour-Ereignis.

Casiraghi, die neue "Royal Hotness", titelte die Presse begeistert und entthronte Pippa, Poppy & Co. sollte nicht Charlottes einziger Fashion-Coup bleiben. Es war nur der Anfang. Bald darauf zierte siedas Cover der französischen "Vogue", im Heft posierte sie für den Foto-Großmeister , und es waren ihre Blicke auf den Bildern, die wie eine Botschaft wirkten: Seht her, ich bin erwachsen, ich weiß was ich will. Nichts in der Mode ist kraftvoller als eine solche Sprache, man versteht sie in jedem Kleid, in jedem Schuh. Charlotte Casiraghi wuchs auf im monegassischen Artenschutz, ferngehalten vom Blitzlicht, keine Interviews, wenige öffentliche Auftritte.

Doch wenn sie beim Rosenball oder bei Reitturnieren erschien, konnte man es seit Jahren schon sehen, ihr fantastisches Gefühl für Stil, ihren Stil: Französische Eleganz, gepaart mit Jetset-Chic. Sie trägt teure Designermode, sitzt bei Haute-Couture-Schauen von Chanel in der Frontrow - und auch wenn das eine oder andere Kleid für eine so junge Frau wie sie zu damenhaft wirken mag, schafft sie es immer, modern auszusehen.

Ihr Trick: coole Accessoires, Smokey Eyes, Edgy Heels. Und welche Nagellackfarbe? Ganz falsche Frage, Charlotte Casiraghi trägt Geist mit sich herum. Zwei abgegriffene Büchlein hat sie meistens dabei, "Laelius über die Freundschaft" von Cicero und "Von der Kürze des Lebens" von Seneca. "Ich habe immer viel gelesen", sagte sie in einem Interview mit der "„Vogue", "manchmal fünf Bücher gleichzeitig." Es ist ein alter Satz von Seneca, den fast jeder kennt und der das Leben von Charlotte beschreibt: "Carpe diem", nutze den Tag. Seit ein paar Monaten erleben wir die Enkelin von auch als Gesicht einer Gucci-Kampagne. "'Forever Now' ist eine Hommage an den Gucci-Spirit, die 90 Jahre lange Geschichte des Hauses und unsere gemeinsame Leidenschaft für die Kunst des Reitens. Ich repräsentiere weder ein Produkt noch eine Kollektion", sagte sie der "Elle". Seit ein paar Jahren entwirft Gucci Reitbekleidung exklusiv für Charlotte.

Außerdem finanziert das Haus ihre Aktivitäten im Springreiten. Vor den Toren von Paris besitzt sie einen Stall mit sieben Pferden, trainiert beinahe täglich mehrere Stunden für ihren Traum - bei den nächsten Olympischen Spielen für Monaco anzutreten. "Charlotte ist ein großartiges Mädchen", sagt Peter Lindbergh, der die Kampagne fotografierte, "die Leute sagen, sie ist keine Prinzessin. Aber so wie ich die Sache sehe, hat Gucci jetzt eine Prinzessin."

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Klar, jedes Mädchen hat früher oder später

Fashion-Looks

Der Style von Charlotte Casiraghi

Auf dem Weg zur Fashion Show von Stella McCartney in Paris wird Charlotte Casiraghi von den Streetstyle-Fotografen abgelichtet. Kein Wunder, ihre Plateauschuhe sind schließlich auch ein echter Hingucker und zudem ein stylischer Kontrast zu ihrem sonst in Blautönen gehaltenen Outfit.  
Die schöne Enkelin von Grace Kelly steht ihrer Großmutter in Sachen Style in nichts nach und punktet zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Lässigkeit. Als waschechte Fashionista nimmt Charlotte Casiraghi bei Stella McCartney natürlich in der Front Row Platz. 
Zur Eröffnungsgala der "Opera Garnier" in Paris erscheint Charlotte Casiraghi in einem kurzen schwarzen Kleid mit weißen Blumenapplikationen und Schleife vorne. Das kurze Kleidchen setzt ihre langen Beine perfekt in Szene. 
Dieser Look braucht keine Accessoires, so ist er doch in sich ein Hingucker: Zu einem floralen Minirock von Gucci trägt Charlotte Casiraghi ein schlichtes, schwarzes Shirt und rosa Pumps. Ihre Haare trägt sie offen und leichten Wellen. 

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mal Prinzessin gespielt und ist in Mamas Pumps mit hübschem Kleidchen und Glitzerkrone durch die Welt gestöckelt. Doch bei Elisabeth "Lizzy" von Thurn und Taxis war das kein Spiel. Sie ist eine waschechte Prinzessin, wuchs auf Schloss St. Emmeram in Regensburg auf, und da gab es jede Menge Ankleidezimmer ihrer Mutter Gloria, "voll mit ausgeflippten Sachen von Montana und Mugler, die man heute nicht mehr sieht", erzählt die 30-Jährige.

Jeden Tag Fasching sozusagen. Nur, dass die Schuhe von Chanel waren, die Kleider Haute-Couture- Modelle und die Krone aus echtem Gold. Doch die legte sie als Teenager ab, schnappte sich stattdessen einen Laptop, ein paar Handtaschen, viel zu viele Schuhe und verließ das elterliche Schloss, um die Schule auf einem britischen Internat abzuschließen.

Danach studierte sie in Madrid und Paris, arbeitete in London und hat seit einem Jahr den Job, um den sie Millionen Mädels beneiden: Style Editor at Large bei der amerikanischen "Vogue". In ihrer Kolumne berichtet die gläubige Katholikin zum Beispiel von der Fashion Week in New York oder der Art Basel. Der Name ihrer Kolumne "TNT" ist die Abkürzung für Thurn und Taxis und Anlehnung an den Spitznamen ihrer Mutter, die man wegen ihres Temperaments oft mit dem Sprengstoff verglich. Fürstin Gloria sorgte in den Achtzigerjahren mit extravaganten Outfits und Frisuren für Furore. Und wenn die "Punkerin des Hochadels", wie sie liebevoll genannt wurde, die eigene Mutter ist, dann hinterlässt das Spuren.

Gefragt, was Elisabeth an ihrer Mutter am meisten bewundert, antwortet sie: "Ihre Bodenständigkeit, gepaart mit einer total authentischen Exzentrik und Ausgeflipptheit." Genau diese Eigenschaften beschreiben auch den Kleidungsstil der royalen Journalistin: "Mein Kleiderschrank ist meine Palette, aus der ich je nach Laune etwas zusammenmische. Lederjacken und Stiefel, mädchenhafte Kleider, elegante Blazer, sexy Röcke und Schuhe mit Wahnsinnsabsätzen." Ihre Lieblingsstücke? Ein schwarzer Claude-Montana-Rock von ihrer Mutter und eine graue Strickjacke von ihrem verstorbenen Vater: "Ich gedenke meines Vaters gern, indem ich ein Hoch auf seine Eleganz und Gewandtheit ausspreche. Er gehört für mich bis heute zu den bestgekleideten Männern, die mir begegnet sind."

Außer den Erbstücken sammelt die Wahl-New-Yorkerin Sonnenbrillen und sie hat eine Schwäche für Lederjacken und Stiefel: "Egal ob Biker-, Ankle- oder Overknee-Boots, ich bin dabei." Looks kreieren und Outfits zusammenstellen ist eben ihr Hobby. Wie praktisch, dass sie sich als Kolumnistin der "Vogue" die schönsten Kleider jeder Saison ausleihen kann. "Ich liebe Balenciaga, Miu Miu, Thakoon und immer wieder Prada", sagt sie, "aber es muss auf keinen Fall immer ein großer Name sein." Urban Outfitters, Zara und Gap sind Labels, die man auch in Lizzys Kleiderschrank findet.

Das hat sie einfach drauf, dieses lässige Mixen von High End und High Street. Und das macht sie sympathisch. "Im Grunde bin ich wie alle anderen jungen Frauen, die versuchen, sich in der Welt zurechtzufinden", sagt sie. Modisch hat sie das schon geschafft. Für den Rest drücken wir die Daumen, Prinzessin!

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