Esther Perbandt
© PR Esther Perbandt

Esther Perbandt Lasst Berlin mal machen!

Esther Perbandt feierte das zehnjährige Jubiläum ihres Labels mit einer ungewöhnlichen Show

Die Designerin fällt auf: schwarze Klamotten von Kopf bis Fuß, androgyne Frisur im Stil der Zwanzigerjahre, on top eine Lack-Kappe. Die Mode, die sie macht, ist so speziell wie ihr eigener Look – extravagant und ausgefallen, und doch elegant. In "Gala" verrät Esther Perbandt, was hinter ihren Ideen steckt.

Ihre jüngste Show fand im Großen Saal der Volksbühne statt. Hat sich das traditionsreiche Haus der Mode geöffnet?

Ich war mir am Anfang auch nicht sicher, ob Mode dem Intendanten Frank Castorf ins Konzept passt. Aber ich konnte ihn mit dem Thema meiner neuen Kollektion überzeugen: "Grotesque", in Anlehnung an die Grotesktänzerin Valeska Gert, die Situationen wie eine Geburt, einen Verkehrsunfall oder eine Pause tanzte. Damit schließt sich für mich ein Kreis: Vor zehn Jahren habe ich in der Volksbühne meine Master-Arbeit fotografiert.

Wofür steht das Label Esther Perbandt?

(lacht) Sowohl für das Körperverhüllende als auch für das Spiel mit den Geschlechtern. Ich entwerfe viele Unisex-Teile. Hosen sind mein Steckenpferd.

Was ist daran typisch Berlin?

Das Angezogene, das Strenge, das sehr Grafische, aber immer mit einem Twist. Viele meiner Kundinnen sind Architektinnen. Diese Frauen müssen in einer Männerdomäne bestehen, wollen sich aber trotzdem als Frau fühlen und sich schön und besonders anziehen. Die Kleidung sollte designaffin und einfach zu kombinieren sein.

Wie denken Sie über Berlin als deutsche Modehauptstadt?

Früher habe ich oft an Diskussionen über die Frage teilgenommen, ob Berlin eine neue Modemetropole werden kann. Inzwischen denke ich: Lasst Berlin doch mal machen – das wird was! Und wo sonst könnte ich mein zehnjähriges Bestehen an der Volksbühne feiern, wenn nicht hier?!

Esther Perbandt: Der Sommer bei Esther Perbandt: cleane Jumpsuits in Nude, Schwarz-Weiß-Kontraste und fließende Drapés
© PRDer Sommer bei Esther Perbandt: cleane Jumpsuits in Nude, Schwarz-Weiß-Kontraste und fließende Drapés