Die Mods

Vom Schein und Sein

Anfang der Sechziger waren die Mods erst ein paar Rebellen, dann ein Mode- Phänomen, schließlich eine Jugendbewegung. Jetzt feiert ihr Hipster-Style sein Comeback

Mods

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Mode ist immer auch eine Art Eintrittskarte in einen Club, dessen Mitglied man sein möchte. Welche Hose und welchen Schuh man trägt und welche Sonnenbrille man aufsetzt, sagt nicht nur viel über die Persönlichkeit aus, sondern auch darüber, mit wem man zu tun haben will. Insofern ist es kein Zufall, dass ausgerechnet jener modische Club nun ein Comeback feiert, der in den Sechzigern einer ganzen Jugendbewegung den Namen gab. Die Rede ist von den Mods. Der Schein bestimmt das Sein. Dieser Satz war damals weit mehr als eine Floskel, er war die Antriebsfeder einer der ersten Jugendbewegungen überhaupt, lange vor den Hippies. Ende der Fünfziger hatten es die Jugendlichen der britischen Arbeiterklasse und der unteren Mittelschicht satt, als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden. Anstatt sich Straßenschlachten zu liefern, begannen sie mit guter Kleidung und gutem Benehmen zu rebellieren. Clean musste alles sein. Mit diesem anspruchsvollen Lebensstil kopierten sie den Look der Oberschicht. Aber das war längst noch nicht alles.

Gala Men

Männer mögen's modisch

Zurück in Weiß! Brad Pitt zeigt sich bei der Japan-Premiere von "War Machine" gut gelaunt, sehr lässig und superstylisch. Wenn Weiß als Symbolfarbe für Neuanfang steht, will er damit vielleicht ausdrücken, dass es ihm wieder besser geht? Wir wünschen's ihm.
Ryan Reynolds hat den Blues. Aber im positiven Sinne, die dunklen Blautöne von Anzughose, Cardigan und Jeansjacke harmonieren perfekt, und die weißen Chucks sind ein toller Kontrast dazu.
Pretty in Pink? Das klappt auch bei Männern. Zumindest, wenn man Harry Styles heißt.
Jon KOrtajarena gehört zu den sexiest Male Models weltweit. Wenn man sein Styling betrachtet, verwundert das überhaupt nicht.

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Das Lebensgefühl Italiens war ihr großes Vorbild. Ein Motorroller gehörte für die Mods genauso dazu wie die Musik von The Who oder The Smoke. In den Siebzigern wurde (The Jam) zum Ober-Mod. Bis heute denken viele beim Stichwort Mods auch an den Parka. Wie der zum exquisiten Anspruch passt? Ganz einfach: Er schützte beim Rollerfahren die wertvolle Bekleidung. ... Mods sind ein Synonym für vorbildlichen Geschmack. In diesem Herbst lässt eine neue modebewusste Klientel den Stil aufleben: die New Mods. Designhäuser wie Saint Laurent Paris schicken ultracoole Models in rasierklingenscharf geschnittenen Nadelstreifen-Anzügen über den kombiniert, wie man sie aus Kultfilmen wie "Quadrophenia" kennt.

Warum aber gibt es plötzlich das neue Verlangen nach diesem etablierten Modestil? Wie gesagt: Mode hat etwas mit Abgrenzung zu tun, mit Club-Denken, mit der "Off Limits"-Idee. Mittlerweile kann sich ja jeder anziehen, was er mag. Von Luxus bis Discount – nie war Fashion so demokratisch wie heute. Es gibt keine offiziellen Dresscodes mehr. Nicht nur in Berlin rümpft keiner mehr die Nase, wenn man in Jeans und T-Shirt zu einem Event erscheint, bei dem bis vor Kurzem noch Abendgarderobe selbstverständlich war. Doch wenn eine Gesellschaft die „Alles geht!“-Parole propagiert, gibt es eine – zunächst kleine – Gruppe, die dagegen angeht. Was liegt da näher, als sich auf einen Kleidungsstil zu besinnen, der als Leitmotiv exakt das Gegenteil anspricht. Die Lust daran, sich gut anzuziehen und zu verstehen, dass "nett adrett" nicht spießig ist, sondern cool. Von Boston über London bis Kopenhagen und Hamburg: Überall sind an den Szeneplätzen plötzlich junge Frauen zu entdecken, die mit großer Freude wieder gut gebügelte Blusen oder akkurat sitzende Kleider tragen. Ihre Begleiter sind Männer mit Anzug und Seitenscheitel, die wissen, wie man eine schmale Krawatte knotet. Dass all das so wenig etabliert ist, wie es das Leben von war, einer bekennenden "Mod-istin", zeigt sich, wenn man mit den New Mods eine lange Nacht verbringt. Die Eintrittskarte zu ihren Partys ist das Feine, Elegante, Exquisite. Die Feier selbst ist dann oft das Gegenteil. Besser also, man lässt vor so einer Partynacht den Motorroller zu Hause.

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