Dita von Teese
© Getty Images Dita von Teese

Der Tellerrock Verstehen Sie: Tellerrock?

Von wegen bieder - jetzt kommt Schwung in die Mode! Weite Röcke sind das Herzstück der neuen coolen Eleganz

1 Woher kommt der Trend?


Diesen Herbst erleben wir ein Deja-vu de luxe: Die Modedesigner veranstalten ein Revival des Revivals - in den 90er-Jahren wiederholten sich die 50er, jetzt wiederholen wir die 90er. Heißt: Alles war schon mal da. Auch der Tellerrock. Aber noch nie erlebte er einen solchen Hype wie jetzt. Neu interpretiert und anders gestylt avanciert dieses schwingende Etwas zum Must-have und Inbegriff der "guten alten Zeit". Um 1890 hatte der (halb-)kreisförmige Rock seinen ersten großen Auftritt, damals allerdings noch bodenlang. Auf seine charakteristische Mitte-Wade-Länge rutschte der Saum erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

2 Top oder Flop?


Klar, dass die Models bei den großen Fashion Shows von Louis Vuitton & Co. von Topstylisten zurechtgemacht werden. Und deshalb in Tellerröcken weder trutschig noch langweilig aussehen. Durch die weite Form und die schwierige Rocklänge kann man ohne Stylingprofi allerdings ganz schnell in die Kleiderfalle tappen. Von spießig bis plump ist alles drin: Wird er mit weiten Oberteilen kombiniert, sieht man aus wie ein wandelnder Kleiderhaufen. Daher gilt: Schmale Gegenpole schaffen! Immer mit engen Tops oder Blusen den Oberkörper und auf jeden Fall die Taille betonen.

3 Die Blütezeit


1947 erschien Mister Tellerrock - Christian Dior - auf dem modischen Parkett und widmete diesem Kleidungsstück eine ganze Kollektion. Sein "New Look" zeigte nach dem Krieg ein ganz neues Frauenbild: glamouröse Ladys mit schmaler Taille und weit schwingenden Röcken. In den 50er-Jahren schwappte der Trend von Frankreich nach Italien, aus "La vie est belle" wurde "La dolce vita", aus Saint-Tropez Capri... knatternde Vespas mit jungen Damen, deren Kopftücher und Tellerröcke im Fahrtwind flattern. Die Capri-Hose hatte ernstzunehmende Konkurrenz bekommen!

Smart in Tweed & Spitze: Alexa Chung
© Getty ImagesSmart in Tweed & Spitze: Alexa Chung

4 Die Stil-Ikonen


In dem Film "Ein Herz und eine Krone" (1953) strahlte Audrey Hepburn an der Seite von Gregory Peck in leuchtend bunten Tellerröcken. Auch Marilyn Monroe und Grace Kelly verhalfen dem runden Stück Stoff zu Ruhm und Ehre. Tellerberockt verdrehte Sophia Loren Marcello Mastroianni in "Schade, dass du eine Kanaille bist" (1955) den Kopf, und Olivia Newton- John "rockte" sich Ende der 70er durch das Kultmusical "Grease".

5 Die Pflicht


Um nicht unförmig wie ein Michelin-Männchen daherzukommen, sollte man beim Styling Folgendes beachten: Hände weg von flachen Schuhen. Lieber hohe Absätze tragen, weil sie die Beine, die durch die Rocklänge optisch verkürzt werden, strecken. Pumps und Stiefel passen perfekt und dürfen ruhig ein bisschen "edgy" sein. Wer`s derber mag, wählt Stiefeletten. Ballerinas bleiben bitte sehr großen und sehr schlanken Frauen vorbehalten. Business-like kombiniert man den Tellerrock mit körperbetonter Bluse und kleinem Tüchlein um den Hals. Und: Die Taille freut sich immer über breite, luxuriöse Gürtel.

6 Die Kür


Fendi und Chloé schickten ihre Models in Lederröcken über den Laufsteg, Marc Jacobs in Tweed, Cacharel zeigte Blumenmotive. Wir erinnern uns: Hinter diesen Looks stehen Stylisten, die genau wissen, was sie tun. Für alle Tellerrock-Amateurinnen gilt: Weniger ist mehr. Überlassen wir ausgefallene Materialien und wilde Muster also lieber den Profis und starten mit schlichten Röcken. Je simpler das Modell, desto üppiger darf das Beiwerk sein. Also, Ladys, ran an die Accessoires, dann klappt`s auch mit der neuen coolen Eleganz.