Silvio Berlusconi + Anna Wintour
© Reuters / Getty Silvio Berlusconi + Anna Wintour

Anna Wintour "Ich bin angewidert"

Vogue-Chefin Anna Wintour zeigt sich entsetzt über Italiens Politik und deren Machthaber Silvio Berlusconi

Nicht nur die Modewelt hat es Anna Wintour angetan, auch mischt die Chefin der US-Vogue gerne politisch mit. Im Juli 2010 veranstalte sie beispielsweise in ihrem Haus ein privates Spenden-Dinner, um Barack Obamas Wahlkampf für die nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 zu unterstützen. Zusätzlich machte Wintour seine Ehefrau Michelle Obama zum Covergirl ihres Magazins, um positiv auf das Image der Obama-Familie einzuwirken.

Doch macht Anna Wintour auch recht deutlich, wenn sie jemanden nicht so recht mag. Auf ihrer politischen Abschuss-Liste steht derzeit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ganz weit oben:



"Ich bin angewidert. Ich habe dafür keine anderen Worte. Ich bin angewidert und beschämt: Wie kann Italien Silvio Berlusconi und seinen Schwarm an Frauen bloß tolerieren?" äußert sich Wintour in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Repubblica". Für Italien ein derart brisantes Thema, dass es nicht in der Moderubrik gedruckt wurde, sondern direkt im politischen Teil der Samstagsausgabe.

Besorgt zeigt sich die Modechefin darüber, dass Italien durch eine Zeit" einer in Wirklichkeit Diktatur" würde und sie fände es wünschenswert, wenn italienische Frauen während der Mailänder Modewoche auf die Straßen gehen würden, um gegen Berlusconi zu protestieren.

Laut Branchendienst "WWD" sprach Anna Wintour ihren Missmut bereits Anfang letzter Woche während der Modenschau von Prada an: "Auf der einen Seite ist da dieses 'Made in Italy', die Designer, die tollen Kreationen, die einem weltweit ein hohes Ansehen verschaffen und unvergleichlich sind. Auf der anderen Seite gibt es die politische Realität, die voll von Kompromissen ist. Wie können Sie all das nur tolerieren?".

Für den Titel der US-Vogue wird Anna Wintour Italiens Silvio Berlusconi sicherlich nie ablichten lassen, dafür aber weiterhin all die luxuriöse Kleidung, die Europas Süden hervorbringt.

inu

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