Anna Wintour
© WireImage.com Anna Wintour

Anna Wintour - Fashion Week Mailand Modeterror vom Feinsten

Da waren's nur noch drei: Weil Anna Wintour der Fashion Week in Mailand nur ein Quentchen ihrer kostbaren Zeit widmen wollte, musste die Modewoche auf drei Tage verkürzt werden

Die Launen dieser Frau haben die italienische Modeindustrie kräftig aufgemischt: Anna Wintour, ihres Zeichens Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue" und damit eine der mächtigsten Figuren der Branche, hat dafür gesorgt, dass die Fashion Week in Mailand von sechs auf drei Kerntage verkürzt wurde.

In ihrem Fashion-Week-Marathon von New York über London, Mailand und dieser Woche dann noch Paris war für die italienische Modemetropole lediglich ein Kurztripp vorgesehen - ein Schock für die Designer.

Renommierte Labels wie Dolce & Gabanna, Prada und Armani, die ihre Kollektionen eigentlich gegen Ende der Modewoche präsentieren sollten, baten um frühere Termine. Immerhin gilt Wintours Anwesenheit als wichtigster Indikator für die Fachpresse, die Händler und natürlich auch modeinteressierte Stars: Viele Shows starten gar nicht, ehe Madame in der ersten Reihe Platz genommen hat.

Mario Boselli, der Chef der italienischen Modekammer, zeigte sich angesichts des geringen Selbstbewusstseins seiner Landsleute irritiert: "Die italienische Modeindustrie ist die beste der Welt, aber im Gegensatz zu den Franzosen scheinen sie ihren eigenen Wert nicht zu erkennen", zitiert ihn der britische "Telegraph". "Anna Wintour ist in Mailand willkommen, aber wenn sie nur eine Stippvisite machen will, wäre es vielleicht besser, sie bliebe direkt zuhause", verkündete er im Vorfeld.

Denn nun musste der gesamte Zeitplan mehrfach überarbeitet werden, um die weit über 80 Shows in dem halbierten Zeitfenster unterzubringen. Das Ergebnis: Am dritten Tag der Fashion Week fanden Shows statt.

Enormer Stress für Designer, Models und Stylisten, auf den Laura Biagotti als eines der wenigen Labels verzichtet. Das Modehaus zeigt seine nächste Winterkollektion erst am Montag (1. März), wenn Anna Wintour längst nach Paris weitergezogen ist. "Anstatt der Mailänder Fashion Week hätten sie es auch das Mailänder verlängerte Modewochenende nennen können", kritisiert Lavinia Biagotti, Vizepräsidentin des Unternehmens, das Chaos.

In Paris nimmt man die Launen der Wintour derweil lockerer: "Es ist ganz klar, dass eine Chefredakteurin sich nicht alle Shows ansehen kann. Man kann das Programm nicht vom Terminkalender einer einzelnen Person abhängig machen", erklärte Didier Grumbach, der Präsident des Französoschen Modeverbandes, seinen italienischen Kollegen.

gsc