Gianfranco Ferré
© Getty Images Gianfranco Ferré

Fashion Week Mailand Zurück zur Männlichkeit

Die Designer zeigten strenge, maskuline Looks für die Männer auf der Fashion Week in Mailand. Den Herbst/Winter 2010 kennzeichnet sogar eine "neue Adrettheit"

Wenn man heutzutage zu einer Fashion-Show in Mailand geladen wird, findet man auf der Einladung einen wichtigen Hinweis. "Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen", steht dort, "erklären Sie sich einverstanden, dass Sie von Kameras gefilmt werden!" Wer also lieber unerkannt in Reihe Eins sitzt, sollte derzeit besser keine Schauen besuchen… Denn die großen Designer-Labels übertragen Mode und Meute live im Internet. Schließlich muss man ja mit der Zeit gehen.

Das war es dann aber auch mit den futuristischen Ideen während der Männermodewoche in Mailand, die an diesem Montag (18.01.10) zu Ende ging. Denn bei den gezeigten Kollektionen für den kommenden Herbst und Winter war vor allem ein Trend festzustellen: zurück zur Männlichkeit.

Vorbei scheinen die Zeiten als Männer in Gestalt von sehr dünnen Models aussahen als würden sie selbst ein Salatblatt als so kalorienreich ansehen wie eine Dose Schokoladengebäck. Die Designer - allen voran Dolce & Gabbana und Burberry Prorsum - zeigten strenge, sehr maskuline Looks. Derbe Boots kombinierten sie beispielsweise zu schweren Mänteln.

Burberry Prorsum zeigte strenge, maskuline Looks (links). Bei Bottega Veneta gab's Jogginghosen aus allerfeinster Wolle.
© PR / Getty ImagesBurberry Prorsum zeigte strenge, maskuline Looks (links). Bei Bottega Veneta gab's Jogginghosen aus allerfeinster Wolle.

"Sizilianisch und sinnlich" beschreibt Stefano Gabbana die Intention der gezeigten Mode, die auch weit geöffnete Shirts oder Unterhemd statt Oberhemd beinhaltet. Der Schritt zum Maskulinen ebnet aber auch den Weg zur Tragbarkeit. Bei keinem der angesehen Marken waren "witzige" Designs zu sehen, die sich auf Fotos gut ablichten lassen - aber eben von keinem Mann gekauft werden. Stattdessen konzentrierten sich viele auf die Ikone der Männermode, den Anzug.

Gut angezogen zu sein ist die neue Lässigkeit. Jil Sander zeigte Anzüge aus subtil karierten Stoffen während Salvatore Ferragamo die neue Tragbarkeit mit einem Hauch Ländlichkeit vermischte. In welche Richtung sich aber die Männermode entwickeln wird, zeigte wieder einmal Miuccia Prada, die Königin von Mailand. Ihre Visionen waren die modernste Form der "neuen Adrettheit". Die Outfits in Beige-Tönen wirkten auf den ersten Blick fast spießig. Doch beim genauen Hinsehen erkannte man, dass neue, sehr leichte Texturen dem Look aus gerade geschnittener Hose, Hemd und Pullover eine neue Modernität verleihen.

Luxuriöse Materialien spielen wieder eine Rolle. Den ungewöhnlichsten (und schönsten) Beweis lieferte Tomas Maier, Kreativdirektor von Bottega Veneta. Er schickte Models in Jogginghosen aus allerfeinster Wolle über den Laufsteg. Couchpotatoes de luxe. Und diese Art der Bequemlichkeit gefällt doch wirklich jedem Mann, der die Abende ganz modern am Computer verbringt.