Cartier

Unfassbar kostbar

Gesichert wie Ford Knox. In den Cartier-Ateliers werden Unikate gefertigt, wie dieses Collier das Monica Belluccis Dekollette schmückt

Vor den Fenstern des eleganten Hauses

an der Pariser Rue de la Paix blühen rote Geranien. Markisen zieren die Fassade, ein romantisch anmutendes Ambiente. An einen Hochsicherheitstrakt erinnert vor dem Stammsitz des Juwelenhauses Cartier erst mal rein gar nichts.

Dann öffnet mir ein uniformierter Portier die Tür mit der Bitte, einen Moment im Eingangsbereich zu warten. Die Juwelen würden gerade aus den Tresoren geholt und in die Vitrinen gestellt, "Sicherheitsmaßnahme, Sie verstehen, non?"

Im zweiten Stock angekommen, direkt oberhalb der Boutique, habe ich mit meiner freundlichen Begleitung bereits drei Sicherheitsschleusen und vier Türcodes passiert - und stehe nun mit feierlichem Gefühl in einem kleinen Raum, dem Juwelen-Atelier. Auffallend ist die lässige Kleiderordnung: Männer in Turnschuhen, Shorts und Kitteln sitzen vor kleinen Tischen und feilen, fassen, polieren Edelsteine. Im Ohr tragen einige iPod-Kopfhörer.

Ob Diamant-Panther oder Orchideen Brosche, Platin Ring mit Saphire und Diamanten - in den Ateliers wird jedes Schmuckstück von H

Ob Diamant-Panther, Orchideen Brosche oder Platin Ring mit Saphire und Diamanten - in den Ateliers wird jedes Schmuckstück von Hand gefertigt. Für einige Kreationen müssen eigens spezielle Werkzeuge hergestellt werden.

Auf den Werkbänken führen Überraschungsei-Figuren ein Eigenleben - Plastik und Juwelen, eine bemerkenswerte Mixtur. Computer stehen hier nicht. Es ist sehr leise. Nichts soll die Experten, darunter 34 Juweliere, vier Edelsteinschleifer und eine Perlen-Reiherin, ablenken. "Unsere Mitarbeiter wissen nicht den exakten Wert der Steine, die sie in den Händen halten", erklärt Yves Prudent, stellvertretender Leiter der Werkstatt. "Wir wollen nicht, dass sie aus Ehrfurcht oder Angst gehemmt arbeiten." Rund 250 Preziosen im Jahr verlassen die Sicherheitsschleusen. Gekrönte Häupter und Industrielle gehören zum Kundenstamm. Für Einzelanfertigungen werden Skizzen erstellt, anschließend die Steine ausgewählt, dann wird eine Gips, später eine Wachsform des Schmuckstücks produziert. Erst danach beginnt die Arbeit an dem echten Edelmetall. 60 Stunden etwa dauert die Anfertigung eines Verlobungsrings, bis zu 200 Stunden, bis ein Tutti-frutti-Collier erstrahlt.

Ketten, Ringe + Co.

Schmucke Stars

Carey Mulligan hat es geschafft, ihre Schwangerschaft aus dem Rampenlicht rauszuhalten, und nicht über die Geburt ihres zweiten Kindes zu sprechen. Das soll aber Anfang September zur Welt gekommen sein. Nur ein paar Wochen später zeigt sich die frischgebackene Mutter in einem tollen schwarzen Kleid, das ihre schmale Silhuette perfekt in Szene setzt. Um den Hals trägt sie die "High Jewelry"-Kette bestehend aus Platinum, Smaragden, Onyx und Diamanten von Cartier. 
Diane Kruger erscheint in einem knallroten Kleid, das hochgeschlossen ihren Hals umwickelt. Sie trägt "Panthère de Cartier"-Ohrringe mit kleinen Pantherköpfen. Zu ihrem an sich schlichten Outfit das perfekte Accessoire. 
Sophia Coppola zieht in einem fast durchsichtigen Kleid alle Blicke auf sich. Es funkelt jedoch nicht nur auf ihrer Brust, sondern auch an ihren Ohren. 
Jessica Hart posiert zwischen zwei Modelkollegen in einem Metallic-Kleid. Dazu kombiniert sie mehrere Armreifen, Ringe und eine Kette von Cartier. 

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Vier Edelsteinschleifer, 34 Juwelieren und eine Perlen-Reiherin arbeiten in der Cartier- Werkstatt in Paris.

Vier Edelsteinschleifer, 34 Juwelieren und eine Perlen-Reiherin arbeiten in der Cartier- Werkstatt in Paris.

Der Kundenkreis für die Haute Joaillerie bei Cartier ist erlesen, aber nicht unbedingt klein: Jeden Monat gibt es rund 20 Bestellungen, darunter fünf Sonderanfertigungen. "Wir hatten schon jemanden, der einen 380 Karat schweren Smaragd verarbeitet haben wollte", sagt Yves Prudent. Es wurden auch bereits Gürtel angefertigt oder Diademe, die nur einmal bei einem bestimmten Anlass getragen wurden. Oft muss Cartier für die eigenwilligen Kreationen technische Vorrichtungen erfinden, etwa Gelenke, die Tier-Broschen lebendig erscheinen lassen. Selbst der Wunsch eines Kunden, eine Uhr im Kopf eines Diamant-Panthers zu platzieren, wurde erfüllt. Die Spezialisten setzten eine Sprungfeder ein und schafften es sogar, dass sich das Gehäuse mittels eines Geheimknopfs öffnen ließ. Der Knopf war, wie simpel, ein hochkarätiger Diamant.

Eigentlich, denke ich beim Verlassen der Rue de la Paix, sind die Juwelen gar nicht das Teuerste, das die Sicherheitsschleusen schützen. Das Wertvollste ist das Können dieser Atelier-Handwerker.

Cartier

Wussten Sie schon, dass...

Hollywood-Stars wie Liz Taylor und Grace Kelly  waren berühmte Kundinnen des Unternehmens. Aber auch die Steine, die von Cartier
Wallis Simpson (mit Ehemann Edward VIII.) reiste aus Liebe zu Cartiers edlen Tierbroschen immer wieder nach Paris.
Seit 1899 befindet sich das Stammhaus von Cartier in der Pariser Rue de la Paix. Von dort eroberten die Brüder Jacques und Pierr
Erst mit einer Geschichte werden Juwelen zu Ikonen. In den Siebzigerjahren
machte das Love-Bracelet (M.) als "moderner Keuschhei

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