Winterhaut

Coole Pflege

Draußen Eiseskälte, drinnen Heizungsluft: Im Winter wird es ungemütlich für Haut und Haar. Die besten Pflegetipps und Produkte bei Schnee-und Kältealarm

Katie Holmes

Wie hält man die frisch geföhnte Frisur bei und Niesel in Form?
Eine Zahl vorweg: 40 Prozent der Körperwärme gehen über den Kopf verloren. Bei Kälte also möglichst eine Mütze tragen! Damit die Frisur danach nicht platt aussieht, vorher die Ansätze antoupieren. Wind und Regen machen die Haare kraus oder lassen sie hängen. Hier helfen Sprays mit eingebautem "Regenschirm": Sie enthalten selbst keine Feuchtigkeit, sondern überziehen jedes Haar mit einem feinen Netz aus wasserabweisenden Polymeren. So bleibt die Frisur länger in Form. (z. B. "Regenschirm" von ).

Warum hat man jetzt häufiger Schuppen?
Manchmal rieselt der im Winter nicht nur vom Himmel, sondern auch aus dem Haar. "Wir unterscheiden zwischen fettigen und trockenen Schuppen", erklärt Dr. Frank Schaart, Dermatologe aus Hamburg. "Die fettigen weisen auf ein akutes Hautproblem wie Hefepilze hin und sind daher saisonunabhängig. Trockene Schuppen dagegen treten verstärkt im Winter auf, wenn Kälte und Heizungsluft die Kopfhaut austrocknen, sie aufrauen und schuppiger machen."

"Structure Action 2-Phases" von La Biosthetique, 2x 50ml, ca. 50 Euro; "Hydrate Mask" von SP Professional, 200ml, ca. 25 Euro; "

Structure Action 2-Phases von La Biosthetique, 2x 50ml, ca. 50 Euro; Hydrate Mask von SP Professional, 200ml, ca. 25 Euro; Melaleuca Peeling von Furterer, 75ml, ca. 22 Euro.

Wie verhindert man fliegendes Haar?
Das Klima in beheizten Räumen ist mit dem in der Wüste zu vergleichen. Die Schuppenschicht wird wöchentlich durchlässiger, der Feuchtigkeitsgehalt im Haar-Inneren sinkt. Die poröse Oberfläche raut mehr und mehr auf, das Haar trocknet aus, lädt sich statisch auf und hebt in alle Himmelsrichtungen ab. Antistatisch wirkende Shampoos stoppen den Höhenflug schon im Ansatz (z. B. "Winter Care Shampoo" von Seah, "Lifetex Anti-static Shampoo" von ). Bei feinem Haar beruhigt sich die Lage mit Anti-Static-Sprays, die das Haar mit feuchtigkeitsbindender Seide oder Panthenol auftanken ("Anti-Static Weightless Mist" von Fekkai, "Antistatic Hairspray" von Panthene Pro-V).

Was macht man gegen störrisches Haar?
Bei sinkenden Temperaturen wird dickes Haar oft zur Pelzmütze. Es fühlt sich trocken an, lässt sich schwer kämmen und zeigt sich unbeeindruckt von der üblichen liebevollen Behandlung. Grund dafür ist der akute Mangel an feuchtigkeitsbindenden Lipiden, die das Haar sonst elastisch halten. Von SP Professional (Salonfinder unter www.system-professional.de) gibt es Regenerationskuren mit einer Infusion, die das Haar sofort repariert. Zudem liefern Profi-Anwendungen, die Pflegepartikel quasi ans Haar heften, glänzende Ergebnisse ("Kérathermie"-Behandlung bei allen Kérastase-Friseuren, www.kerastase.de).

Wie sorgt man für frischen Glanz?
Ohne Föhn geht gar nichts, denn mit frisch gewaschenem, feuchtem Schopf mag man das Haus in der kalten Zeit nicht verlassen. Gesunde Haare haben von Natur aus einen Feuchtigkeitsgehalt von rund zwölf Prozent - die heiße Föhnluft verringert diesen Wert schnell, das Haar verliert an Glanz.

Intensiv Butter Kur von Guhl, ca. 7 Euro; Anti-Schuppen Reparatur von Elvital, ca. 3 Euro; Spitzenserum von Pantene Pro-V, ca. 6

Intensiv Butter Kur von Guhl, ca. 7 Euro; Anti-Schuppen Reparatur von Elvital, ca. 3 Euro; Spitzenserum von Pantene Pro-V, ca. 6 Euro.

Ideal zum Auftanken sind Produkte mit Algen und Meeresmineralien. Sie binden Feuchtigkeit. Auch Fruchtwirkstoffe wirken glänzend auf die Haarstruktur. Sie regen die Bildung von Keratin an, dem wichtigsten Haarbaustein. Fruchtzucker gilt als Energiespender für die Zellen: Im Fruchtfleisch von Zitronen, Orangen, Grapefruits und Kiwis steckt Säure, die das Haar zusammenzieht. Dadurch schmiegen sich die Hornschüppchen an den Schaft und reflektieren das Licht. Ein Highlight sind Glanz-Treatments beim Friseur. Schöner Schimmer und ein Hauch von Farbe wird dabei über einen Botenstoff ins Haar geschleust ("Crystal Gloss" bei Wella-Friseuren, "PM Shines" bei Paul Mitchell). Diese Technik gibt es jetzt auch für zu Hause, pur oder mit Farbe ("Glaze" von John Frieda, "Laminates Cellophanes" von Sebastian).

"Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für vollwertige Ernährung, schließen aber Lücken und stärken die Zellen gegen äußere Einflüsse", erläutert Dr. Frank Schönlau, Biochemiker an der Uni Münster. Das Lecithin aus Soja, Kohl und Eigelb lotst die Haut durch Phasen trockener Kälte: Es stärkt und schützt die Lipide der Zellmembran. Eine Alternative in kleinen Kapseln heißt "Wet Suit Hydrating Supplement" (von Dr. Murad). Die Dragees "Evelle" wiederum (Pharma Nord, in der Apotheke) enthalten einen Extrakt aus Pinienrinde, der das Kollagen stabilisiert und seine Erneuerung fördert. Ein anderer Ansatz: In "Vinexpert" von Caudalie sollen Resveratrol und Polyphenole aus der Traube die Hautzellen stärken.

Wie benutzt man ein Gesichtsöl?
Puristen lieben Öle. Einfach ein paar Tropfen auf den mit Gesichtswasser angefeuchteten Teint auftragen, die Augenpartie aussparen und gerötete Stellen intensiver behandeln - fertig! Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren stärkt den Hydrolipidmantel und vermindert Feuchtigkeitsverlust. Irritierte Haut wird sanft umhüllt und vor Kälte sowie anderen Witterungseinflüssen geschützt. Extra-Tipp: Bei Mischhaut das Gesichtsöl mit Feuchtigkeitscreme in den Handflächen vermengen, erst dann auftragen. (z. B. "Huile Santal" von Clarins, 40 ml, ca. 40 Euro, "Gesichtsöl" von Dr. Hauschka, 30 ml, ca. 18 Euro, "Gesichtsöl" von Ilà, 30 ml, ca. 69 Euro)

Chanel, ca. 56 Euro; Avène, ca. 20 Euro; ivin Nature, ca. 69 Euro; Clinique, ca. 54 Euro; Lierac, ca. 34 Euro; Helena Rubinstein

Chanel, ca. 56 Euro; Avène, ca. 20 Euro; ivin Nature, ca. 69 Euro; Clinique, ca. 54 Euro; Lierac, ca. 34 Euro; Helena Rubinstein, ca. 65 Euro.

Warum braucht die Haut jetzt andere Pflege als im Sommer?
Der schützende Film, den die Talgdrüsen auf der Haut produzieren, breitet sich bei einer Temperatur von 20 Grad mit einer Geschwindigkeit von rund drei Millimetern pro Sekunde aus. Je kälter es wird, desto deutlicher verlangsamt sich der Prozess. Bei acht Grad ist Stillstand. Die Haut ist nicht mehr flächendeckend mit Fett versorgt, die Feuchtigkeit kann durch die Poren leicht verdunsten. Doch man kann Abhilfe schaffen. Damit die Haut geschmeidig bleibt, muss die Tagespflege jetzt mehr Fett enthalten. Cremes auf Wasser-in-Öl-Basis bilden den gewünschten Schutzfilm und halten den Feuchtigkeitsgehalt stabil. "Ist die Haut bereits sehr trocken, fühlt sie sich mit Urea wieder wohl. Urea ist der wichtigste natürliche Feuchthaltefaktor der Haut und bindet das Wasser", sagt Dr. Andrea Schölermann von Beiersdorf (z. B. "Hautglättende Gesichtscreme 5% Urea" von Eucerin). Wer mit unreiner Haut zu kämpfen hat, sollte sparsam mit Fettcremes umgehen. Sonst könnten sich Pickel bilden.

Ist im Winter UV-Schutz wirklich nötig?
An klaren Tagen können die UV-Strahlen auch in der kalten Jahreszeit so stark sein, dass Gefahr für die Haut besteht. "Das geht natürlich nicht so schnell wie im Sommer. Aber wer länger unter eisblauem Himmel unterwegs ist, sollte eine Creme mit Lichtschutzfaktor 15 auftragen", empfiehlt Dermatologe Prof. Dr. Eckhard Breitbart. In den Bergen sei noch mehr Vorsicht geboten. "Pro Höhenkilometer nimmt die UVB-Strahlung um mehr als sechs Prozent zu, außerdem reflektiert der Schnee das Licht. Ich empfehle Lichtschutzfaktor 50. Der filtert 98 Prozent der Strahlen heraus."

Was ist Bei der Reinigung zu beachten?
Reinigungsmilch oder -schaum mit lauwarmem Wasser abnehmen. Grund: Heißes Wasser löst den Säureschutzmantel der Haut stärker auf als kühleres und trocknet die Haut daher aus. Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch für Wannenbäder. Hier sollte das Wasser höchstens 38 Grad haben.

Sollte man die reichhaltige Nachtcreme auch am Tag auftragen?
Wenn die Tagescreme einen Lichtschutz hat, wäre das nicht sinnvoll. Lieber morgens über die Tagescreme eine dünne Schicht Nachtcreme geben, dann ist die Haut zusätzlich vor Kälte geschützt.

Hilft bei Spannungsgefühl ein Gesichtsspray?
Die treuen Begleiter aus dem Sommer haben nun auch im trockenen Raumklima ihre Berechtigung. Sie enthalten neben Thermalwasser Mineralien und Pflanzenauszüge, die schnell absorbiert werden, erfrischen und sensible oder zu Allergien neigende Haut beruhigen. Aus 30 Zentimetern Entfernung aufsprühen, dann leidet das Make-up nicht. (z. B. von Annayake, Vichy, Avène)

Soll man mit Peelings pausieren?
Peelings gehören im Winter generell in die Kategorie "manchmal". Sie sollten nur angewendet werden, wenn die Haut sehr stumpf erscheint. Am sanftesten gehen Produkte auf Enzym-Basis in Gel-Textur oder Varianten mit hochwertigem Öl und Honig vor. Diese sind auch für sensible Haut geeignet. (z. B. "Exfoliant Douceur Corps" von Annayake, "Gommage Sauvignon" von Caudalie, "Mildes Körperpeeling" von Avène).

Hand Creme von Juvena, ca. 45 Euro; Iso-Urea Milche von La Roche Posay, ca. 25 Euro; Duschöl von Biodroga, ca. 16 Euro

Hand Creme von Juvena, ca. 45 Euro; Iso-Urea Milche von La Roche Posay, ca. 25 Euro; Duschöl von Biodroga, ca. 16 Euro

Ist Sauna gut für Winterhaut?
Die Außentemperatur erscheint uns jetzt bis zu zehn Grad kühler als sie tatsächlich ist. Im Wetterbericht heißt das "gefühlte Temperatur". Schuld an dieser Wahrnehmung ist der Wind. Regelmäßige Saunagänge senken das Kälteempfinden des Körpers. Sie trainieren die Gefäße, sich über die Poren schneller nach außen hin abzuschotten. Besonders hautschonend taut der Körper im Dampfbad auf. Die feuchte Luft verbessert die Durchblutung, macht sie prall und rosig. Wer lieber trocken schwitzt, fühlt sich in der Biosauna wohl: Bei 40 bis 50 Grad geht es der Haut nicht zu sehr ans Leder.

Wieso leiden im Winter viele an Neurodermitis?
Kürzere Tage, abgeflachter Sonnenstand, dickere Kleidung: viele Ursachen dafür, dass nun deutlich weniger Sonne an die Haut kommt. Damit verringert sich auch der positive Einfluss der UV-Strahlung oder er fällt sogar ganz weg. Entzündliche Hauterkrankungen brechen also vermehrt aus. Eine beruhigende und stärkende Pflege kann einem Neurodermitis-Schub vorbeugen - am besten morgens und abends parfum- und farbstofffreie Lotionen verwenden, die extra für Betroffene entwickelt wurden. Bewährt haben sich natürliche Öle und Omega-Fettsäuren (z. B. "Omega Fettsäuren Creme" von Eucerin, "Barrier Repair" von Dermalogica, "Trixéra" von Avène). Gut verträglich sind auch Cremes auf Basis von Meeresschlick oder Meersalz. Sie wirken remineralisierend, verstärken die Hautbarriere, lindern Juckreiz und Rötungen (z. B. "Med Meersalzcreme" von La Mer).

Warum jucken die Schienbeine gerade jetzt so?
Körperstellen mit wenigen Talgdrüsen können Feuchtigkeit in der Haut schlechter binden. Daher sind die Unterschenkel häufig trocken oder sogar schuppig. Prof. Rolf Daniels, Leiter des Bereichs Pharmazeutische Technologie an der Universität Tübingen, hält viel von Creme-Schaum (z. B. von Allpresan, in der Apotheke). "Durch die poröse Struktur wird die hauteigene Atmung nicht beeinträchtigt", sagt der Experte. Dieser Effekt sei sehr positiv für empfindliche, gereizte Haut. Tipp: Wechselduschen fördern die Durchblutung.

Intensiver Repair Körperbalsam von Neutrogena, ca. 5 Euro; Reparierender Pflegebalsam von Garnier, ca. 8 Euro.

Intensiver Repair Körperbalsam von Neutrogena, ca. 5 Euro; Reparierender Pflegebalsam von Garnier, ca. 8 Euro.

Soll man die Hände ständig eincremen?
"Die Durchblutung der Hände wird in kalter Luft reduziert. Die Erneuerung der obersten Hautschicht verlangsamt sich, und auch die Reparaturmechanismen geraten ins Stocken. Deshalb ist eine reichhaltige Handcreme immer eine gute Idee", findet der Hamburger Dermatologe Dr. Frank Schaart. Wöchentliche Handmasken vertiefen das Wohlgefühl. Dick auftragen, Baumwollhandschuhe drüber, abends während des Spielfilms oder über Nacht einwirken lassen. (z. B. "Pflegende Handmaske" von Douglas, "Moisture Restoring Gloves" von Borghese, inklusive Handschuhe)



Susanne Faust und Carolin Lockstein

Star-News der Woche