Terry de Gunzburg
© PR Terry de Gunzburg

Terry de Gunzburg Mit diesem Stift begann eine Karriere

Visagistin, Kosmetik-Unternehmerin, Millionärin, Kunstsammlerin - jetzt will die Französin Terry de Gunzburg ihren Erfolg mit einer edlen Duftkollektion fortsetzen

Zehn Zentimeter hohe Louboutins

in Beige sind ein ideales Tool, um an Größe zu gewinnen. Terry de Gunzburg, die darin mit schnellen Schritten sicher über den glatten Marmorboden ihrer Pariser Villa marschiert, braucht diese Erhöhung eigentlich nicht. Denn die zierliche Frau überragt von Natur aus viele andere - an Tatendrang und Temperament. "Ich möchte nicht die Königin der Düfte werden", sagt sie. Pause. "Aber ich werde es." In die Vorbereitung ihrer "Haute Parfumerie Collection" hat die 57Jährige zehn Jahre Vorbereitung gesteckt, außerdem jede Menge Geld und Energie. Von beidem besitzt sie reichlich.

Auch beim Flakon hatte Terry klare Vorstellungen: Nicht oval und auch nicht perfekt rund sollte er sein, sondern wie ein Monolith aus Glas
© PRAuch beim Flakon hatte Terry klare Vorstellungen: Nicht oval und auch nicht perfekt rund sollte er sein, sondern wie ein Monolith aus Glas

Ihre Power stellte sie schon bei Yves Saint Laurent Beauté unter Beweis, wo sie 17 Jahre als Make-up-Artist und Kreativdirektor tätig war. Dort hat sie unter anderem den legendären "Touche Éclat" erfunden. Der Pinselstift ist Highlighter und Concealer in einem und immer noch ein Bestseller. Seit 1998 feiert sie mit ihrer eigenen dekorativen Make-up-Linie "By Terry" internationale Erfolge. Die möchte sie nun auf dem Duftsektor wiederholen.

"Mein Ziel ist es, ein Parfüm auf den Punkt zu bringen." Dass sie auch das kann, da ist sich die aparte Mutter von vier Kindern (heute zwischen 15 und 32 Jahre alt) sicher. "Ich zweifle jede Minute, aber nie an meiner Intuition. Es ist immer nur ein Kampf zwischen Kopf und Bauch."

Wenn ihr Bauchgefühl sich meldet, krempelt sie kurzerhand alles um, was längst beschlossen war. Ihre Mitarbeiter, weltweit sind es 75, finden das nicht halb so amüsant wie ihre Chefin. "Ich bin aber die Regierung", sagt Terry de Gunzburg schmunzelnd. Sie ar beite schnell und viel, "doch ohne Glück nützt alles Talent nichts." Ihr Gespür fürs Glück hat sie geleitet. Schon damals, als sie ihr Medizinstudium in Paris abbrach, um Schminkkurse bei den Friseur-Schwestern Carita zu belegen. Und genauso kurz da rauf, als sie mit dem ersten Auftrag für ein "Vogue" Shooting ihre Karriere im Beauty-Bereich startete.

"Ein Duft verlocken und verführen" So betört "Ombre Mercure" mit Iris, Veilchen und Patschuli, "Lumière D’Épices" mit Jasmin, Honig und Muskat und "Rêve Opulent" mit Gardenie, Rose und Zimt. Je 50 ml EdP, ca. 75 Euro
© PR"Ein Duft verlocken und verführen" So betört "Ombre Mercure" mit Iris, Veilchen und Patschuli, "Lumière D’Épices" mit Jasmin, Honig und Muskat und "Rêve Opulent" mit Gardenie, Rose und Zimt. Je 50 ml EdP, ca. 75 Euro

Um die Alleinherrschaft über ihr neues Projekt nicht zu gefährden, hat sie beschlossen, keinen Starparfümeur darauf anzusetzen. Stattdessen suchte sie junge Talente. Den Zuschlag bekamen zwei Frauen und ein Mann, die beim renommierten Duftstoffhersteller Robertet in Grasse Rezepturen entwickeln. Terry de Gunzburg gab ihnen nur ein paar knappe Anweisungen mit auf den Weg: Die Düfte sollten "Licht widerspiegeln" und möglichst viele natürliche, außergewöhnliche Inhaltsstoffe enthalten. Ansonsten ließ sie den Newcomern bei der Zusammenstellung freie Hand.

Acht Monate später hatte sie tausend (!) Fläschchen mit Riechproben auf dem Tisch, die sie dann zwei Jahre lang durchschnupperte. "Ich bin in eine neue Welt eingetreten und lernte zu fühlen, was ich roch", erzählt sie. Klar, der Bauch hat entschieden. So entstanden fünf Parfüms. Sie sind jedes für sich ein Statement, modern und ausdrucksstark wie die Kunstwerke in Terry de Gunzburgs Privatsalon, der eher Galerie als Wohnzimmer ist. Kunst, wohin man schaut, Baselitz, Uecker, La lanne, Mirò. Madame ist schließlich eine der einflussreichsten Sammlerinnen der Welt.

Von den Art-Objekten will sie keines verkaufen, von den Düften dagegen möglichst viele. Dabei setzt sie, so unterschiedlich die Kreationen in ihren kantigen Flakons auch sind, auf intensive Wirkung. Selbst die sanfteste Variante "Flagrant Délice", eine milchige Feigennote, entspricht ihrer Erfinderin. Sie ist wie Terry - hypnotisierend.

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