Superfoods

Unterschätzte Superfood-Geheimwaffen

Superfoods sind sprichwörtlich in aller Munde. Was viele aber vergessen: Super-Obst und -Gemüse gibt es seit Ewigkeiten auch hierzulande.

Sängerin Rihanna - hier bei den Grammys - setzt neben viel Obst vor allem auf Nüsse und Mandelbutter

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Sie fehlen heutzutage in fast keinem Supermarkt mehr: die Superfoods. Oft kommen sie aus den entlegensten Winkeln der Erde, mit exotischen Namen und oft auch exorbitanten Preisen. Es müssen aber nicht immer Chia-Samen, Quinoa, Goji-Beeren, Matcha oder Acai-Beeren sein. Superfoods - also Lebensmittel mit besonders gesunden Eigenschaften - gibt es schon immer in den Regalen, oft auch aus heimischem Anbau. Hier sind einige Beispiele:

Wilde Blaubeeren

Blau, rund, lecker - und gesund. Wilde Blaubeeren kommen aus Kanada und sind tiefgefroren oder als Glasware das ganze Jahr über erhältlich. Es lohnt sich allemal, die kleinen Früchte mit nach Hause zu nehmen. Denn die enthaltenen Flavonoide beugen nicht nur Krebs- sowie Herzkreislauferkrankungen vor, sondern könnten in Zukunft auch als Stimmungsaufheller bei Kindern und Jugendlichen zum Einsatz kommen. Das hat die britische Professorin Claire Williams mit ihrer Studie "Effects of Acute Blueberry Flavonoids on Mood in Children and Young Adults" herausgefunden.

In der über das Portal "Nutrients" veröffentlichten Studie beurteilten die Testpersonen im Alter zwischen sieben und zehn sowie 18 und 21 Jahren ihre Stimmungslage deutlich besser, nachdem sie ein Getränk mit wilden Blaubeeren zu sich genommen hatten. Bereits in den vergangenen zehn Jahren dokumentierten zahlreiche Studien einen positiven Effekt von den in Blaubeeren enthaltenen Flavonoiden auf die Wahrnehmung oder das Langzeitgedächtnis. Ob sich Blaubeeren tatsächlich als Antidepressiva eignen, wird sich erst in Zukunft zeigen. Um das beurteilen zu können sind laut Experten noch weitere Forschungen nötig.

Cranberries oder Großfruchtige Moosbeere

Cranberries sind nicht nur eine Band, sondern eines der besten Superfoods - ihnen werden besonders gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Cranberry ist die englische Bezeichnung für die Großfruchtige Moosbeere. Cranberries enthalten Bitterstoffe, Pektin und einen hohen Anteil an Fruchtsäuren. Außerdem haben die Cranberry-Früchte einen hohen Vitamin-C-Gehalt.

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas setzten die Früchte der Cranberry gegen Blasenleiden ein. Laut einer aktuellen Studie der US-Fachzeitschrift "American Journal of Clinical Nutrition" reicht es schon, täglich ein Glas Cranberrysaft zu trinken, um wiederkehrende Symptome von Harnwegserkrankungen zu reduzieren. Bei 40 Prozent der teilnehmenden Frauen war dies der Fall - das weibliche Geschlecht leidet wesentlich häufiger unter Blasenbeschwerden. Harnwegserkrankungen können also auch auf natürlichem Wege drastisch reduziert werden. Damit einhergehend würde auch der Bedarf an Antibiotika sinken, die bei herkömmlicher Behandlung nötig sind.

Mandeln

Auch Mandeln sind ein Superfood; Ernährungsberater schwören darauf. Mandeln sind eine natürliche Eiweiß- und Ballaststoff-Quelle und reich an vielen wichtigen Nährstoffen, darunter Vitamin E und Kalzium. Man darf sich von dem hohen Fettanteil nicht irritieren lassen. 100g Mandeln enthalten zwar rund 50 Prozent Fett, es handelt sich dabei zu 90 Prozent um ungesättigte Fettsäuren. Sie wirken sehr sättigend, also hilfreich für Personen, die auf ihr Gewicht achten oder etwas abnehmen wollen. Außerdem schützen Mandeln das Herz. Mandelöl wirkt zudem zur Hautpflege verwendet.

Schwarze Johannisbeeren

Eine echte Wunderwaffe sind auch schwarze Johannisbeeren. Sie gelten als Fettverbrenner. 100g enthalten weniger als ein Gramm Fett, dafür neben Wasser reichlich Vitamine und Mineralien. Der Grund dafür sind die stoffwechselaktivierenden Aminosäuren. Dazu fördern schwarze Johannisbeeren die körpereigenen Abwehrkräfte. Anti-entzündliche Effekte können bei der Verhinderung und Behandlung von Erkältungen helfen. Außerdem wird bei regelmäßiger Einnahme das Risiko von Gefäßkrankheiten gemindert.

Sauerkraut

Sauerkraut ist ein Powerkraut. Das wussten schon die Seefahrer vor hunderten von Jahren. Auf langen Seereisen war es oft nicht möglich, regelmäßig ausreichend Vitamine zu sich zu nehmen. Das führte oft zum gefürchteten Skorbut. Im Gegensatz zu schnell verderblichem Frischobst und -gemüse ließ sich Sauerkraut aber für längere Zeit in Fässern lagern und so die Gefahr von tödlichen Mangelerscheinungen bannen. Auch heute ist das Sauerkraut eines der beliebtesten Gerichte auf den Tellern in Deutschland. Aus gutem Grund: Sauerkraut ist reich an Milchsäure, Vitamin A, B, C und Mineralstoffen, enthält kaum Fett und nur 3 bis 4 Prozent Kohlenhydrate. Sauerkraut ist nützlich für Menschen, die Probleme mit dem Herz-Kreislauf- und Nervensystem haben und hilft sogar bei der Beseitigung von Stress und Depressionen.

Kürbiskerne

Kürbiskerne sind ein wahrer Alleskönner. Sie sind reich an Vitamin B, C, D, E und K, Mineralien, Kohlenhydraten und Aminosäuren sowie gesunden Fetten und Ölen. Die Kerne haben entzündungshemmende Eigenschaften, senken den Cholesterinspiegel und stärken die Knochen. Mit Kürbiskernen kann man Prostata-Beschwerden effektiv behandeln und auch dagegen vorbeugen. Dazu stärken sie das Herz-Kreislauf-System und fördern sogar den Schlaf. Das reichlich enthaltene Tryptophan ist für die Bildung des Schlafhormons Melatonin förderlich. Am besten werden Kürbiskerne roh verspeist, denn durch das Kochen verlieren sie wertvolle Eigenschaften.

Walnüsse

Es hat einen guten Grund, dass Walnüsse oft im beliebten Studentenfutter enthalten sind. Die Nüsse haben nämlich viel Vitamin E und helfen dadurch die Gehirnfunktion zu erhöhen und das Gedächtnis zu verbessern. Außerdem wirken Walnüsse entzündungshemmend und senken den Cholesterinspiegel - damit kann bei regelmäßigem Konsum auch das Risiko einer Herzerkrankung gesenkt werden. Walnüsse sind auch reich an Omega-3- bzw. ungesättigten Fettsäuren, die die Insulinproduktion steigern.

Superfood: Es muss nicht exotisch sein

Superfoods wie Goji-Beeren, Acai-Beeren und Co. sind zwar auch super-gesund, aber häufig auch super-teuer. Ihnen werden durch geschicktes Marketing nahezu mystische Eigenschaften vorausgesagt, gesundheitsfördernde Lebensmittel hat es aber immer schon im Supermarkt gegeben. Jedem Trend muss man also nicht zwingend hinterherlaufen. Der Geldbeutel wird es Ihnen danken.

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