Naturkosmetik

Mit Haut und Haar verzaubert

Konkurrenz auf dem Beautymarkt: Bio-Produkte können immer mehr, sehen besser aus und versprühen jetzt sogar diesen Hauch von Glamour, den sie lange vermissen ließen

Naturkosmetik

Naturkosmetik

Trends kommen und gehen

, aber dieser hier entwickelt sich seit Jahren mit enormer Beständigkeit. Der Ökomarkt boomt. Auch in Sachen Beauty. Vergangenes Jahr setzte die gut 600 Millionen Euro um, doppelt soviel wie im Jahr 2003. Dass sich in Zeiten boomender Hightech-Formulierungen plötzlich alle wieder auf die Wurzeln besinnen, hängt nicht nur mit wachsendem Umwelt­bewusstsein zusammen, sondern auch mit neuen Vertriebswegen.

Naturkosmetik garantiert einen bezaubernden Glamour

Naturkosmetik garantiert einen bezaubernden Glamour

Musste man sich vor kurzem noch mit Teppichtaschenträgerinnen im Reformhaus um eine Ringelblumensalbe aus dem Kiefernregal prügeln, kann man sich nun getrost in schicken Luxusparfümerien beraten lassen, welche Pflanze zum Hauttyp passt.

Ein gutes Beispiel dafür ist erster "Pure-Shop" in Hamburg. Das Sortiment besteht aus edlen, hundert­prozentig biologischen Lifestyle- und Beautyprodukten. Im Berliner KaDeWe fügt sich die Beauty-Kabine von Dr. Hauschka ganz selbstverständlich in die Nachbarschaft von La Prairie und Kanebo.

Vegane Quittencreme zum Luxus-Lippenstift

Die Kosmetikhersteller denken um, überarbeiten antiquierte Texturen, beschäftigen Parfümeure, um den bestmöglichen Duft aus Kräutern und Blüten zu extrahieren, und trauen sich natur­reine Selbstbräuner, Anti-Age-Serien, Make-up, Haarstyling und sogar Anti-Cellulite-Cremes auf den Markt zu bringen.

Vor nicht allzu langer Zeit hätten Ökoliebhaber solche vermeintlichen Oberflächlichkeiten noch mit Nicht­beachtung gestraft. Da aber nun vegane Quittencreme problemlos zum Chanel-Lippenstift getragen werden darf, mausern sich die grünen Nischenmarken zum optischen Highlight.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Kategorien der umweltfreundlichen vor.

Christina Gath

Öko-Luxus von Stella McCartney

Stella McCartney mag weder Leder noch Pelz

Stella McCartney mag weder Leder noch Pelz und in Cremes nur biologische Zutaten wie Kernöl, Tee oder Soja

Warum bringt sie nun Kosmetik heraus?

wollte eine hochwertige und natürliche Pflege. "Ich will mir die Sachen ins Bad stellen, und Naturkosmetik sah immer schrecklich aus. Der Markt braucht Luxus."

Wieso kommt die Erkenntnis erst jetzt?

Drei Jahre dauerte die Entwicklung. Mutterkonzern , bis dato im Natur­sektor weniger aktiv, wollte erst investieren, wenn sich die Designerin einen Namen im Beautymarkt gemacht hat. Sie startete mit Parfums.

Stellas "Care"-Sortiment

Stellas "Care"-Sortiment

Was war wichtig?

Beim Inhalt wollte sie keine Kompromisse – und dies mit Ecocert-Siegeln belegen. Sie findet nichts schlimmer als Produkte, die sich "Organic" nennen und es nicht sind.

Stellas "Care"-Sortiment kommt in recyclebaren Kartons. Moisturizer, Seren und Reinigung kosten zwischen 30 und 66 Euro

Naturnahe Alternativen

Origins Creme

Puristische Tiegel von Kultmarken

Sie gelten als Kult-Marken, ihre Firmenphilosophie ist um­weltbewusst, Pflanzen spielen bei der Herstellung eine große Rolle, und doch kommen sie für keines der Ökosiegel in Frage: Beauty von Korres, Origins, L'Occitane, Ole Henriksen, Aveda oder Kiehl's hat viel zu bieten – absolute Chemiefreiheit gehört jedoch nicht dazu.

Ihre Pluspunkte sind die besonders hübschen Verpackungen, geschmackvolle, teils rein biologische Duftkomponenten und ein bemerkenswertes Engagement in sozialen oder ökologischen Fragen. L’Occitane aus der Provençe etwa versieht die Packungen mit Blindenschrift und treibt die Aufforstung von Mandel- und Olivenbäumen voran.

Mit grüner Seele: Basilikum

Mit grüner Seele: Basilikum-Limone-Duschgel von Korres, ca. 10 Euro

Auch das griechische Designlabel Korres, einst als homö­opathische Apotheke in Athen gestartet, setzt sich aktiv für biodynamischen Anbau ein.

Gründer Giorgos Korres unterstützt mit diversen Projekten die griechische Flora und Fauna und vertreibt nur Produkte, die frei von Mineralölen und Silikonen sind und aktive Pflanzenwirkstoffe aufweisen.

Origins Kosmetik

"Clean Energy" Gentle cleansing oil von Origins, ca. 20 Euro

Bereits vor 17 Jahren machte sich die Estée-Lauder-Tochter Origins mit natürlichen ätherischen Ölen und puristischen Outfits einen Namen.

Dank der Idee, Cremes und Wohlgefühl zu koppeln und bei der täglichen Pflege alle Sinne einzubeziehen, gelten die Produkte heute als Vorreiter der Wellnessbewegung.

Klassiker mit Bestandsgarantie

Topseller unter den Oldies: Wildrosenöl von Weldeda, ca. 11 Euro

Topseller unter den Oldies: Wildrosenöl von Weleda, ca. 11 Euro

Anthroposoph Rudolf Steiner gilt auch als Pionier der Naturkosmetik. 1924 schlug er für ein kleines Unternehmen in Schwäbisch Gmünd den Namen Weleda vor.

Bis heute arbeitet man dort nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Als Firmengrundsatz dient ein Klosterspruch: "Man soll nur so viel Holz schlagen wie nachwächst."

Gesichtscreme Quitte von Dr. Hauschka, ca. 10 Euro

Ein Naturkosmetik-Klassiker: Gesichtscreme Quitte von Dr. Hauschka, ca. 10 Euro

Diesem Prinzip hat sich auch Dr. Hauschka verschrieben. 1935 als Arzneimittelhersteller gegründet, dauerte es gut 30 Jahre, bis die ersten Blüten von Heilpflanzen in Cremetöpfen landeten.

Die Begeisterung von Hollywoodgrößen wie Cate Blanchett für Hauschka nimmt man dort wohlwollend-gelassen.

Die 1925 gegründete Firma Elektrobio wurde früh Partner von Reformhäusern und in den Sechzigern mit der Marke Heliotrop berühmt. Heute zählen auch Neobio, Sante und Logona zum Sortiment.

Die Newcomer im Öko-Regal

Ist Naturkosmetik besser für die Haut? Experten streiten sich, denn Sensible können etwa auf ätherische Öle genauso gereizt reag

Ist Naturkosmetik besser für die Haut? Experten streiten sich, denn Sensible können etwa auf ätherische Öle genauso gereizt reagieren wie auf chemische Konservierungsstoffe

Mit neuen Ideen und modernen Verpackungen strömen immer mehr Natur-Firmen in den boomenden Markt. Dazu gehört beispielsweise Druide, 1979 in Kanada gegründet und als erstes US-Unternehmen von Ecocert zertifiziert. Dessen Sortiment ist jetzt auch bei uns zu haben und reicht von Haarprodukten über Seifen und Massagecremes bis hin zur Babypflege. Viele der Produkte sind komplett vegan, also ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten hergestellt, Ziegenmilch oder Honig werden nur in Ausnahmefällen verwendet.

Hauptsächlich um Haare dreht sich alles bei Greenpart. Emulgatoren und Tenside sind rein pflanzlich, das verwendete Wasser hat Quellqualität, auf tierische Substanzen wird verzichtet. Ein neues Gesichts-Gel "Pure Pulp" von Veld's besteht zu 99% aus einem südafrikanischen Aloe-vera-Extrakt, der die Haut mit extrem viel Feuchtigkeit versorgen soll.

Die Umweltbewussten

Die "Tea Tree" Serie von Paul Mitchell

Die "Tea Tree" Serie von Paul Mitchell

Nicht nur Naturkosmetikhersteller arbeiten mit grünem Daumen. Auch andere Firmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und spenden für ökologische Zwecke. So kooperiert Haarspezialist Paul Mitchell mit American Forests. Ein Teil der Erlöse seiner "Tea Tree"-Linie wird zur Aufforstung von Wäldern genutzt. 20.000 Bäume wurden bis heute gepflanzt.

Die Foundation Yves Rocher sponsert seit Jahren Umwelterziehungs-Projekte und lässt Kinder Schulwälder anlegen. Und das Apotheken-Label Kiehl's finanziert Gletscher-Expeditionen und setzt sich für die Rettung Grönlands ein

Anders einkaufen – im Internet

www.myCALM.com Ausgewählte organische Beauty und Lifestyle Treatments im Online-Shop zum ersten Yoga Spa Deutschlands.

www.lovelula.com Die selbsternannte "organische" Apotheke versendet Paraben-freie Kosmetik, z. B. von Trilogy, Su­ki und Lavera.

www.nature-girl.com & www.rich-hippie.com Gründerin Nannette Pallrand vertreibt coole Cremes, Bodylotions und Parfum aus den USA.

www.theorganicsalon.com Zehn verschiedene Bio-Labels, u. a. Living Nature und The Organic Pharmacy.

www.grueneerde.de Großes Angebot an Naturkosmetik mit Ziegenmilch oder Aloe vera.

www.cosmaterra.fr Patyka, Douxme plus weitere Öko-Beauty aus Frankreich.

www.koerperkult-hamburg.de Produkte u. a. von Pangea Organics und dem australischen Kultlabel Aesop.

www.thirtyandco.com Die Unisex-Pflegelinie kombiniert natürliche Wirkstoffe mit Hightech. Der Hersteller verzichtet auf die Verarbeitung gefährdeter Pflanzen, die Verpackungen sind vollständig recycelbar.

www.sharini.com Sojakerzen, biologische Parfums und Räucherstäbchen.

www.naturesense.co.uk Aus England kommen vegane Nischenmarken und Deos.

www.justpure.de Gabriela Just stellt ihre Naturserie unter Beachtung von Mondphasen und anthroposophischen Gesichtspunkten her.

www.styx.at Naturkosmetik aus Österreich wie Kartoffel-Handbalsam oder Stutenmilch-Bodylotion.

Reine Bio-Kosmetik

Reine Bio-Kosmetik darf keine Paraffine, synthetisch hergestellte Farb-, Duft-, oder Konservierungsstoffe enthalten

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