Kurvenstars

Das Leben ist rund!

Diät-Stress, Fitness-Diktat - das muss nicht sein. In Hollywood formiert sich eine Gegenbewegung, die auf schöne weibliche Formen setzt. Und das kommt an

Halle Berry

Coco Chanel hätte bei diesem Anblick

mit Sicherheit die Contenance verloren. Ihr Ideal waren schmale, fast knabenhafte Frauen - aber nun tobt da dieses dralle Wesen halbnackt über die Treppe ihres Pariser Apartments, jauchzt vor Freude, wirft die Arme in die Luft und trägt auch noch Haute-Couture-Dessous von , mon dieu!

Stars mit Rundungen

Heiße Kurvenlage

Heidi Klum ist als Supermodel zwar gertenschlank, ihr Dekolleté zeigt sie aber in Kleidern wie diesem Goldstück von Julien Macdonald aber gern.
Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence beugt sich nicht dem übertriebenem Schlankheitswahn von Hollywood. Was auch unötig ist, denn sie begeistert nicht nur mit ihrer lebensfrohen Art, sondern auch einer beneidenswert schönen Figur.
"X Factor"-Jurorin Demi Lovato hatte lange auch unter Essstörungen zu leiden, Reha und Therapie halfen ihr dabei, ein gesunde Beziehung zu ihren Kurven zu entwickeln.
Nicole Scherzinger schätzt auch, was sie und zeigt sich gern körperbetont. Ein Abbild von Weiblichkeit sind dabei nicht nur ihre

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Kreativdirektor höchstselbst hat Burlesque-Tänzerin Miss Dirty Martini in die Rue Cambon eingeladen, um sie dort für die "Size Issue" des US-amerikanischen "V Magazine" zu fotografieren. Das Shooting ist Teil eines großen Ganzen: Ihre gesamte Februar-Ausgabe widmet die Zeitschrift der üppigen Weiblichkeit, zeigt Fotostrecken mit Plus-Size-Models in Bikinis, engen Jeans und knappen Tops. Eine Hommage sei die "Size Issue", erklärt Chefredakteur Stephen Gan, eine Eloge auf feminine Formen, ein Statement gegen magere Zeiten.Dass ausgerechnet daran mitarbeitete, verwundert auf den ersten Blick. Noch vor Kurzem hatte er verkündet: "Runde Frauen will wirklich keiner sehen!" Wenn der Meister im Erspüren neuer Trends nun selbst solche Frauen vor die Kamera bittet, kann das nur eins bedeuten: Die dürren Jahre sind vorbei.

Crystal Renn, das erfolgreichste Plus-Size-Model ließ sich für eine Strecke des "V Magazine" fotografieren. Der Clou: Sie präsen

Crystal Renn, das erfolgreichste Plus-Size-Model ließ sich für eine Strecke des "V Magazine" fotografieren. Der Clou: Sie präsentiert in "One Size Fits All" die gleichen Kleider wie das dünne Model Jacquelyn Jablonski.

Tatsächlich zeichnet sich diese Wende in der Modewelt ebenso ab wie im Showbiz. und , und Salma Hayek, auch einst hauchzarte wie Jerry Hall und Linda Evangelista stehen jetzt stolz zu ihren Wohlfühlformen. Viele Designer rücken diese Formen inzwischen ins rechte Licht. Gala fragte Italiens Star-Couturier Roberto Cavalli nach seinem favorisierten Typ Frau. "Ich erwähle niemals magere Frauen zu meinen Musen, sondern immer kurvige und sinnliche", so Cavalli. "Sie sind perfekt für meine Kreationen." Sein US-Kollege Zac Posen will sich nicht so eindeutig festlegen, setzt aber auf Vielfalt. Sein Credo: "Ich finde es sehr wichtig, Kleider zu entwerfen, die jede Größe und jedes Alter widerspiegeln."

Wie zur Bestätigung der neuen Weiblichkeit buchte das deutsche Label Hausach Couture für die Fashion Week, die derzeit in Berlin stattfindet, erstmals , die Ikone der Plus-Size-Models. Die Idee, ein "etwas anderes Mädchen" auf den Laufsteg zu schicken, hatte Stylist Armin Morbach. "Der Trend zu fülligen Formen ist jetzt da - und ich stehe total dahinter. Wir möchten mit Crystal Renn zeigen, dass es mehr gibt als diese ultradünnen Mächen", sagte er zu Gala. Außerdem würden es die Kundinnen honorieren, wenn von einem etwas weiblicheren Model vorgeführt werden. "Von den Frauen, die für Couture Geld haben, hat kaum eine Größe 36."

Den Ritterschlag verpasste der Bewegung jedoch die Königin des Salatblatt-Zählens, eine Frau, deren Ja zu femininen Formen die Branche erschütterte. Mit dem Online-Portal modelinia.com sprach "Vogue"-Chefin Anna Wintour über Lara Stone, das verhältnismäßig kurvige Covergirl der Januar-"Vogue": "Obwohl Laras Image nicht in die existierende Norm passt, hoffe ich, dass ihr Erfolg die Mode-Industrie inspirieren wird, die bestehenden Präferenzen zu überdenken." Wenn sich das auch etwas hölzern anhört - die Botschaft kam an.

Vorbei die Zeiten von Radikal-Diäten: Lily Allen genießt jetzt das Leben und Schlemmereien zusammen mit ihrem Freund Sam Cooper.

Vorbei die Zeiten von Radikal-Diäten: Lily Allen genießt jetzt das Leben und Schlemmereien zusammen mit ihrem Freund Sam Cooper.

Eindeutige Präferenzen in puncto Figur setzen auch immer mehr Hollywood-Größen, die ihre Luxuskurven selbstsicher auf dem roten Teppich vorführen. Betonen statt verbergen, lautet das neue Motto. Eva Mendes etwa wählt mit Vorliebe taillierte Kleider mit tiefem Ausschnitt, die Hüften und Dekolleté hervorheben. Und die neuerdings so wunderbar weibliche Penélope Cruz überraschte mit dem für viele ihrer Kolleginnen schockierenden Statement, dass sie vor der letzten Oscar-Verleihung, bei der sie einen Preis für ihre Rolle in "Vicky Cristina Barcelona" gewann, schnell noch bei der Imbisskette In-N-Out haltmachte und einen Doppel-Burger verdrückte. "Was ist daran so überraschend?", fragte sie, als ihr Fast-Food-Geständnis wieder und wieder in den Medien aufgegriffen wurde.

Andere Frauen entdecken, dass Essen ungeahnt positive Nebenaspekte mit sich bringt. "Ich habe erstmals Brüste bekommen! Ich bin jetzt eine Frau!", jubelte Kate Moss, nachdem sie im vorigen Jahr ein paar Kilo zugelegt hatte. Abgenommen hat sie die zusätzlichen Pfunde bis heute nicht, sie präsentiert ihr Bäuchlein und den B-Cup-Busen nun stolz in engen Outfits. Und auch im Job bringt der Look Vorteile. "Passt doch prima zu meiner Lingerie-Kollektion für Topshop", bemerkte sie lässig. Kates Kollegin Bar Refaeli hat ihre für ein Top-Model relativ üppige Oberweite längst gewinnbringend bei Bademoden-Shootings eingesetzt. Von Abnehmen oder gar Hungern hält die Freundin von Leonardo DiCaprio rein gar nichts. "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich superdünn sein muss. Mir ist es wichtig, in Form zu bleiben", sagte sie dem britischen Magazin "Hello" in einem Gespräch über ihr persönliches Ernährungskonzept.

Karl Lagerfeld fotografiert jetzt auch fülligere Frauen, und mit "Gossip-"Frontfrau Beth Ditto versteht er sich sowieso. Kate Mo

Karl Lagerfeld fotografiert jetzt auch fülligere Frauen, und mit Gossip-Frontfrau Beth Ditto versteht er sich sowieso. Kate Moss macht auch mit, die hat seit 2008 ein paar Kilo zugelegt.

"Ich sehe momentan, dass sich Prominente vermehrt zu ihrem Körper bekennen, ob der nun dünn ist oder nicht", bestätigt Gunnar Peterson, einer der renommiertesten Fitnesstrainer Hollywoods im Interview. Das sei ein absolutes Novum. "Eine Zeitlang war süchtig danach, einem bestimmten Image zu entsprechen. Da verändert sich aber gerade einiges", so Peterson.

Das Leben von einem vorgegebenen Image diktieren lassen? Einer zum Klappergestell abgemagerten Stylistin wie Rachel Zoe folgen? Nein danke, sagen dazu immer mehr prominente Frauen. Statt von falschen Vorbildern lässt sich Mariah Carey von Liebe leiten: Sie fühle sich dank Ehemann Nick Cannon erstmals glücklich und selbstsicher und traue sich, beim Essen ordentlich zuzugreifen. Ähnlich geht es Lily Allen, die das Kalorienzählen aufgegeben hat. Stattdessen kocht sie Hausmannskost und genießt das Essen zusammen mit Lover Sam Cooper. Genuss pur. Ein Trend, auf den nicht nur Hollywood gewartet hat.

Martina Ochs
Mitarbeit: Julide Tanriverdi

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