Jeff Koons
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Jeff Koons + Kiehl's Blumen für die Kinder

Jeff Koons über seine künstlerischen Ambitionen, die Kooperation mit Kiehl's und die Entführung seines Sohns

Für die "Creme de Corps" von Kiehl's hat der 55-jährige Kunst-Star ein neues Gewand entworfen: ein limitiertes Blütendesign. Der Erlös aus dem Verkauf der Kollektion geht an "The Koons Family Institute", das sich gegen Kinderhandel, Ausbeutung, Pornografie sowie die Entführung von Kindern einsetzt. Der Künstler weiß, wovon er spricht: Kurz nach der Scheidung 1992 verschwand seine Exfrau, die italienische Pornodarstellerin La Cicciolina, mit dem gemeinsamen Sohn Ludwig in ihre Heimat. Italienische Gerichte sprachen das Kind der Mutter zu. Seitdem hat Koons seinen Sohn nicht mehr gesehen.

Kult: "Creme de Corps" (l.), 250 ml, ca. 32 Euro; als "Body Butter" mit Sojamilch und Honig, 226 ml, ca. 42 Euro.
© PRKult: "Creme de Corps" (l.), 250 ml, ca. 32 Euro; als "Body Butter" mit Sojamilch und Honig, 226 ml, ca. 42 Euro.

Kannten Sie Kiehl's schon vor dieser Zusammenarbeit?

Meine jetzige Frau ist ein großer Fan der Marke, und ich habe Kiehl's immer mit sozialem und ökologischem Engagement verbunden.

Wie fühlt es sich an, sein Design täglich auf einer Cremedose zu sehen?

Wunderbar. Kiehl's unterstützt so viele karitative Projekte und ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie ein Unternehmen globalen Einfluss ausüben kann. Die Zusammenarbeit ist großartig.

Was wollen Sie durch Ihre Kunst vermitteln?

Das Bewusstsein, dass das Leben etwas Besonderes ist. Und dass wir uns nur weiterentwickeln können, wenn wir unsere Vergangenheit genau so akzeptieren, wie sie ist. Dann erst sind wir dazu in der Lage, zu dem Menschen zu werden, der wir sein wollen.

Sie sind selbst Vater eines entführten Kindes. Wie hat das Ihr Leben und Ihre Arbeit beeinflusst?

Ich war lange Zeit völlig unfähig, irgendetwas zu tun. Monatelang habe ich mein Schlafzimmer nicht verlassen, und es gab Phasen, da bin ich nicht mehr ans Telefon gegangen. Abgesehen von meinen Anwälten hatte ich keinerlei Kontakt mit der Außenwelt. Ich habe mich komplett zurückgezogen, weil ich den Glauben an die Menschheit verloren hatte. Zum Glück habe ich dann aber irgendwann verstanden, dass die Arbeit mir helfen und mich aufrecht erhalten kann.

OL/MK