Jade Jagger
© WireImage.com Jade Jagger

Jade Jagger "Ich bin kein Partygirl"

Vom Vater hat sie den Hang zum Prahlen, von der Mutter die Sturheit - doch Jade Jagger lebt ihr eigenes Leben. Jetzt erobert die hübsche Karriefefrau sogar die Beautyszene - als Designerin des neuen Flakons von Shalimar

Gerade hat sie in einem Restaurant

auf den Champs-Élysées geluncht. Doch die anschließende Gauloise zum Espresso reichte wohl nicht. "Noch eine, das wär's jetzt", seufzt Jade Jagger. Vielleicht ist ihr Wunsch nach mehr Nikotin ein Grund dafür, dass sie beim Gala-Interview im Hause Guerlain in Paris zunächst etwas angestrengt wirkt: Hier darf nicht geraucht werden. Doch als die 38-Jährige, älteste Tochter von Mick und Bianca Jagger, anfängt, von ihrer Familie und ihren eigenen Töchtern zu erzählen, taut sie schnell auf. Die "Jezebel"-Partys, die Sie mit Ihrem Freund, dem DJ Dan Williams, weltweit veranstalten, gelten als legendär.

Das Aussehen hat sie von ihr, das Durchsetzungsvermögen auch: Jade mit Mutter Bianca, die ihr größtes Vorbild ist.
© WireImage.comDas Aussehen hat sie von ihr, das Durchsetzungsvermögen auch: Jade mit Mutter Bianca, die ihr größtes Vorbild ist.

Haben Sie gestern auch gefeiert?

Nein, ich war früh im Bett. Ehrlich gesagt: Es nervt mich, dass die Leute immer denken, ich sei ein Partygirl. Was soll das überhaupt sein? Ich glaube, alle, die sich vorstellen, dass ich wild bin, gehen um zehn ins Bett und führen ein ödes Leben. Ich habe aber genau wie jede andere Mutter auch meine Töchter ins Bett gebracht und streite heute noch mit ihnen, wenn sie ihre Zimmer mal wieder nicht aufgeräumt haben. Ich bin die meiste Zeit meines Lebens früh aufgestanden und habe mich um meine Kinder gekümmert. Auch wenn ich auf Partys war. Es ist alles eine Frage der Organisation.

Haben Sie das von Ihren Eltern gelernt? Immerhin waren die beiden die Jetset-Ikonen der Siebziger.

Meine Eltern sind für mich einfach meine Eltern. Sie haben mir mitgegeben, dass ich die Freiheit habe, alles in meinem Leben zu tun und zu erreichen, was ich will. Wenn ich etwas von meinem Vater geerbt habe, dann dass ich sage, was ich denke. Ich habe keine Angst, damit anzuecken. Na gut, das Angeben habe ich auch von ihm - aber das mache ich nur zu Hause. Von meiner Mutter habe ich die Sturheit geerbt. Sie hatte schon immer eine eigene Meinung, sie ist eine starke Frau. Meine Mutter hat immer für das gekämpft, woran sie geglaubt hat.

Nach der Scheidung Ihrer Eltern 1979 sind Sie bei Ihrer Mutter in New York aufgewachsen. Man sagt, Andy Warhol habe Ihren Babysitter gespielt ...

Eigentlich war ich sein Babysitter. Tagsüber war ich oft bei Andy. Mit ihm habe ich meinen ersten Champagner getrunken. Kein Wunder, dass ich mal auf sein Fotopapier gepinkelt habe. Aber er ist nicht durchgedreht, er fand den Effekt toll und hat mich später gebeten, es wieder zu tun. Ich glaube, ich habe irgendwo auch noch eine von seinen Zwei-Dollar-Noten. Ich finde, ich hatte Glück: Meine Mutter war immer umgeben von Künstlern, die mich später in meiner Arbeit inspiriert haben.

Weiter zur nächsten Seite
Übersicht zu diesem Artikel
  • Seite 1 / 2