Gucci

Die vierte Dimension

Das Modehaus Gucci lanciert ein neues Eau de Toilette und präsentiert es stolz der Welt - eine perfekte Performance vor und hinter den Kulissen

Frank Miller, Frida Giannini, Evan Rachel Wood

Frank Miller, Frida Giannini, Evan Rachel Wood

Draußen ist es heiß.

, Kreativdirektorin und Universaldesignerin des traditionsreichen Modehauses , hat ihr jüngstes Baby mitgebracht: "Guilty" (schuldig) heißt es, und es ist ein Eau de Toilette. Zwei Jahre Arbeit stecken darin. Nun wird es hier, vor den Toren Roms, der Öffentlichkeit präsentiert, und der Event gleicht einer Kindstaufe im Hochadel mit 170 Gästen, darunter 80 A-Prominente aus der Beauty-, Duft- und Modebranche, eigens eingeflogen in die Geburtsstadt der Gastgeberin.

Auch zwei sorgfältig ausgewählte Paten stehen parat, um dem Hoffnungsträger einen fulminanten Start ins Lifestyle-Leben zu bescheren. Für die groß angelegte TV-Kampagne wurde der legendäre US-amerikanische Comicautor und Regisseur beauftragt, ein kreatives Kunstwerk zu schaffen. Der Künstler, der für experimentelle Filme wie "" bekannt ist, im Dienst konventioneller Werbung? Mit Spannung wird seine Hommage an den neuen Duft erwartet. Nicht irgendwo, sondern in einem aufwendigen High-Tech-Kino vis à vis des monumentalen "Salone delle Fontane" - einem von Mussolinis Prachtbauten.

Erst die 3-D-Brillen lassen die zweite Patin von "Guilty" erkennen: , Schauspielerin, Sängerin und On-off-Gefährtin von Schockrocker , zum Greifen nah lasziv und sexy inszeniert. Im Film verkörpert sie die junge Zielgruppe des Dufts: ein verwegenes Glamgirl, das sich in ein spontanes Abenteuer stürzt. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Lesen Sie auf den Folgeseiten zwei Kurzinterviews mit Frank Miller und Evan Rachel Wood. Ariane Gerber

3-D-Technologie und Comics machen Guccis Werbe-Trailer zu einem plastischen Erlebnis. Die Bildsprache von Frank Miller soll vor

3-D-Technologie und Comics machen Guccis Werbe-Trailer zu einem plastischen Erlebnis. Die Bildsprache von Frank Miller soll vor allem jüngere Zielgruppen ansprechen.

Regisseur Frank Miller, 53, und Schauspielerin Evan Rachel Wood, 23, wirkten beim "Guilty"-Start mit. Rechts daneben die Gastgeb

Regisseur Frank Miller, 53, und Schauspielerin Evan Rachel Wood, 23, wirkten beim "Guilty"-Start mit. Rechts daneben die Gastgeberin Frida Giannini. Sie und 50 Mitarbeiter hinter den Kulissen sorgten für den reibungslosen Ablauf des Events.

Drei Fragen an ...


Frank Miller. Seine Comics, Drehbücher und Filme wie "Sin City" haben ihn unverwechselbar gemacht: Sein Stil orientiert sich am Film noir der Vierzigerjahre, daneben ist er bekannt für Spezialeffekte.

Ihr Werk hat man bisher weniger mit Glamour in Verbindung gebracht als mit düsteren Abgründen. Was hat Sie an Gucci gereizt?

Ich dachte, Mensch, das könnte Spaß machen. Ich hatte absolut keine Vorstellung, was auf mich zukommen würde, aber ich war verzückt von dem Namen Gucci, weil ich ihn kenne, seit ich denken kann.

Gingen Ihnen bei dem Wort "Guilty" gleich Bildsequenzen durch den Kopf?

Nein, ich kannte anfangs ja noch nicht einmal den Namen des Dufts. Ich wusste nur, dass es um Gucci geht.

Was sind Ihre Assoziationen, wenn Sie an Schuld denken?

Wir befinden uns in der Krise. Die Welt ist voller Schuld. Das Wort Schuld ist zeitlos, ewig, groß, es kann tausend Dinge bedeuten, daher denke ich, dass dieser Name ein cleverer Schachzug ist.

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Drei Fragen an ...


Evan Rachel Wood. Ihren Durchbruch im Filmgeschäft erlebte die Schauspielerin 2003 mit der Hauptrolle in "Dreizehn", für die sie für den Golden Globe nominiert wurde.

Plagen Sie manchmal Schuldgefühle?

Ich habe definitiv sündige Vergnügungen und Geheimnisse. Aber schuldig fühle ich mich deswegen nicht.

An welche Düfte aus Ihrer Kindheit erinnern Sie sich besonders?

Ich wuchs in North Carolina mit Wald, Lagerfeuern und Barbecues auf. Außerdem denke ich gern an die nächtlichen Umarmungen meiner Mutter, wenn sie vom Ausgehen heimkam: Sie roch nach einem Mix aus Haarspray und Zigaretten. Bei Gucci geht es um Verführung.

Finden Sie, Düfte können verführen?

Unbedingt! Speziell natürlich, wenn man frisch verliebt und der Schatz nicht greifbar ist. Dann erwischt man sich plötzlich, wie man an einem T-Shirt schnüffelt oder am Kopfkissen ... Ich selbst gebe zwei Sprühstöße in die Luft und trete dann unter den Nebel. Ich will im Fahrstuhl niemanden mit meiner bloßen Gegenwart umbringen.

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