Entspannung Achtung, Stress! Neue Relax-Strategien

Schon bei dieser Nachricht können Sie entspannen: Stress ist keine Bedrohung. Es kommt nur darauf an, wie Sie mit dieser Reaktion des Körpers umgehen

Claudia Schiffer verordnet

sich einen strikten Arbeitsstopp am Wochenende, Naomi Watts tankt Gelassenheit in der Natur, Vanessa Williams tanzt Salsa: Die Rezepte gegen Stress sind vielfältig. Immer gleich ist dagegen die Definition: Stress ist die Reaktion auf eine gefühlte Bedrohung. Und wir sind in der Lage, die Stopptaste zu drücken, wenn wir die individuell passende Technik anwenden.

Die Estée Lauder Companies legten nun eine Studie zum Thema vor, eine psychologische Analyse von Stressbewältigungsstrategien bei Frauen und Männern im Alter von 30 bis 55 Jahren. Stress entsteht demnach, wenn Eigenes - Vorstellungen, Leitlinien, Bedürfnisse, Ideen - und Fremdes - Vorschriften, Anweisungen, große Leitbilder - nicht miteinander vereinbart werden können. Die Analyse belegt auch: Um den eigenen Stress zu managen, muss man nicht unbedingt einen radikalen Schnitt machen. Lange Auszeiten oder drastische Veränderungen sind nicht zwangsläufig nötig. Schon die kleinen Inseln im Alltag, ein paar Minuten Zeit für angenehme Gewohnheiten sorgen für wirksame Entspannung. Sie schaffen jene Me- oder Be-Momente, die jeden zu sich selbst bringen. Besonders wertvoll, ergab die Studie, sind Beauty-Rituale. 60 Prozent der befragten Frauen gaben an, dabei am besten die innere Balance wiederzufinden.

Wenn die Haut Alarm gibt "Weil die Haut eng mit dem Nerven-, Immun- und Hormonsystem in Kontakt steht, kann sie an ihrer Oberfläche innere Zustände widerspiegeln", sagt Dr. Thilo Evers, Facharzt für Dermatologie, Allergologie und außerdem ärztlicher Psychotherapeut im Dermatologikum Hamburg. "Es besteht eine unmittelbare Verbindung zwischen den menschlichen Emotionen und den Reaktionen der Haut. Die Vielzahl an Botenstoffen und deren Wirkungen ist ein zentrales Thema der medizinischen Forschung. Erfahrungen zeigen, dass Dauerstress die Abwehrlage der Haut verringern kann." Man wird tatsächlich dünnhäutig, ist unter Umständen anfälliger für Infektionen. Gleichzeitig kann die Bereitschaft der Haut zu entzündlichen Reaktionen, Akne oder Juckreiz gesteigert sein. Genauso reagiert die Haut aber auch auf positive Emotionen. "Entspannende Pflegerituale haben auch auf psychischer Ebene einen unmittelbaren Effekt. Und regelmäßige Berührungen machen glücklich", so Evers.

60% der Frauen entspannen sich nachhaltig bei Gesichts- und Körperpflege.
© PR60% der Frauen entspannen sich nachhaltig bei Gesichts- und Körperpflege.

1. Aktiviert Glückshormone: "Happylogy Day Crème" von Guerlain (50 ml, ca. 85 Euro, über www.douglas.de); 2. Anti-Aging-Pflege statt negativer Emotionen: "Hypnotherapy" von Orlane, für die Augenpartie (15 ml, ca. 189 Euro); 3. Beruhigend: "Relaxing Yuan Sleep Mist" von Molton Brown (ca. 35 Euro); 4. "Ayana Indisches Milchbad" von Tautropfen (ca. 15 Euro)

Locker lassen! Bei Dauerstress schüttet der Körper unentwegt das Hormon Cortisol aus. Die Folgen sind mit einer Cortisontherapie vergleichbar. Dies führt zur beschleunigten Hautalterung, einer Abnahme der Muskelmasse, zur Zunahme von Bauchfett, einem Anstieg des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Bluttfette. "Symptome, die auch im normalen Verlauf des Alterungsprozesses eintreten - nur eben später", erläutert der Hamburger Hormon- und Anti-Aging-Spezialist Prof. Christoph M. Bamberger. Chronischer Stress sei demnach "ein Altersbeschleuniger". Eine dauerhafte Cortisolbelastung bewirkt den Verlust der Regenerationsfähigkeit. Außerdem behindert Stress die Arbeit der Langerhanszellen, die für die Immunantwort der Haut zuständig sind. Bamberger: "Die Cortisolproduktion lässt mit dem Alter nicht nach, wohl aber die Produktion des körpereigenen Anti-Stress-Hormons DHEA. Es sinkt bereits ab dem 30. Lebensjahr und liegt im hohen Alter bei etwa 10 bis 15 Prozent des Jugendwerts." Doch es gibt ein veritables Gegenmittel, wie die Hundertjährigen-Forschung zeigt. Diese Menschen geben fast durchweg an, stets wenig Stress empfunden zu haben. Sie setzten auf möglichst viel Gelassenheit.