Anna Netrebko
© Getty Images Anna Netrebko

Anna Netrebko Diva, Mama, Anna

Mit lässiger Eleganz verbindet Anna Netrebko Beruf und Familie. Gala sprach mit der Sängerin über ihren quirligen Sohn - und ihre Beauty-Geheimnisse

Am Abend zuvor hatte sie einen umjubelten Auftritt

als Jolanthe im Baden-Badener Festspielhaus: eine Rolle, die neben einer großen Stimme viel schauspielerisches Talent fordert. Ihre Bühnenpräsenz war - wieder mal - umwerfend. Jetzt, eine kurze Nacht später, schwebt Anna Netrebko auf himmelhohen Absätzen zum Interview im "Dorint Hotel Messmer" ein. Das elegante ärmellose Sommerkleid unterstreicht ihre Natürlichkeit, sie wirkt lässig und entspannt. Auch weil sie weiß, dass ihr Sohn Tiago im Hotelzimmer von der Nanny umsorgt wird. Noch am Abend will sie für einen Kurzbesuch nach Wien fliegen, wo sie mit ihrem Partner Erwin Schrott wohnt. Der probt dort gerade Mozarts "Don Giovanni" - und vermisst seine kleine Familie schrecklich.

Fünf Monate nach der Geburt Ihres Sohnes Tiago standen Sie schon wieder auf der Bühne, in Sankt Petersburg als Lucia di Lammermoor. War's anstrengend?

Nein. Ich bin einfach auf die Bühne gegangen und habe gesungen. Es gibt Sängerinnen, die viel früher wieder anfangen. Das einzige Problem war vielleicht, dass ich mich nach dem Auftritt beeilen musste, rechtzeitig im Hotel zu sein, um ausreichend Schlaf zu bekommen. Tiago wacht immer früh auf.

Wie organisieren Sie als junge Mutter Ihre Reisen?

Tiago ist immer dabei. Er reist gern, und er mag Menschen. Das macht es für mich leichter. Trotzdem ist es anstrengend, besonders wenn ich ohne Mann oder Nanny mit ihm unterwegs bin.

Sie engagieren sich seit langer Zeit für Kinder, zum Beispiel für "SOS-Kinderdörfer"...

...und seit ich ein eigenes Kind habe, liegt mir das Schicksal anderer noch mehr am Herzen. Ich bin seitdem empfindlicher geworden, etwas ängstlicher auch. Das Leben erscheint mir plötzlich so kurz. Der Blick auf die Welt verändert sich komplett.

Wie halten Sie sich fit?

Ich gehe gern spazieren, ins Fitnesscenter und schwimmen.

Klingt entspannt. Überträgt sich diese Gelassenheitauf Ihren Sohn?

Bestimmt, aber ich versuche schon, eine strenge Mutter zu sein. (lacht) Verwöhnte Kinder mag ich nicht.

Und wie geht Ihr Partner Erwin Schrott mit Tiago um?

Er liebt ihn über alles, so wie er auch seine Tochter liebt. Er möchte unbedingt noch mehr Nachwuchs haben.

Gibt es konkrete Pläne?

Wir werden sehen...

Ihr Lebensgefährte ist auch Opernsänger. Gibt es gemeinsame berufliche Pläne?

Wir betrachten unsere Karrieren als zwei getrennte Dinge. Aber einige gemeinsame Projekte wird es geben. Wir sind auch schon gemeinsam in Covent Garden aufgetreten oder bei einer Japan-Tournee.

Wie oft kommen Sie als Familie zusammen?

Viel seltener, als wir wollen. Mal bin ich in San Francisco, und er probt in Wien - in solchen Fällen schauen wir immer, dass einer den anderen besuchen kommt. Gerade ist er allein zu Hause. Seine Tochter Iara ist zu ihrer Mutter nach Montevideo zurückgeflogen, weil die Schule wieder anfängt, Tiago ist mit mir hier in Baden-Baden - da leidet mein Mann sehr.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen im Normalfall als Mutter für Ihr Beauty-Programm?

Ich habe nie sehr viel Zeit dafür aufgewandt und mache nur das Minimum. Gesichtscreme muss sein. Aber möglichst wenig, denn je mehr man aufträgt, desto mehr gewöhnt sich die Haut daran. Antifalten-Cremes oder so was nehme ich nicht. Ein wenig Augen-Make-up und Lippenstift schon, aber in dezenten Tönen - ich mag kein knalliges Rot. Vielleicht etwas Puder. Das ist schon alles. Viel mehr findet sich nicht in meinem Beautycase. Ich muss zugeben: Wenn es schnell gehen muss, vergesse ich manchmal, die Zahnpasta einzupacken. Aber in jedem Drogeriemarkt gibt es ja eine riesige Auswahl.

Auf der Bühne haben Sie ständig andere Frisuren, da sind Ihre Haare sicher viel Stress ausgesetzt.

Bei der Arbeit trage ich Perücken. Ich habe sprödes Haar und Extensions, deshalb lege ich Wert auf gute Haarpflege, zum Beispiel durch die Produkte von "Gliss"-Kur. Gute Haarpflegeprodukte sind wichtig. Und Vitamine. Schöne Haare tragen mindestens zu 50 Prozent zum Erfolg einer Frau bei.

Sie werben mit Ihrem Gesicht für die neue "Schwarzkopf"-Haarfarbe "Brillance Intense Couleur Schwarzrot". Färben Sie selbst auch?

Ja. Denn ich habe eigentlich braunes Haar, aber hier und da schleicht sich inzwischen schon mal ein graues ein.