Mann oh Mann
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Beauty Check Mann, oh Mann

Gibt es den Schönheitswahn etwa auch beim starken Geschlecht? Das fragte sich GALA-Autorin Sarah Lau und nahm die Hollywood-Stars mal ganz genau unter die Lupe

Nie und nimmer,

so betonte George Clooney noch bis vor wenigen Monaten, würde er sich einer Schönheitsoperation unterziehen. "Echter Brüller", mögen daraufhin die Karl-Heinzis dieser Welt gedacht haben. "Wenn ich Sexiest Man Alive wäre, hätt' ich's auch nicht nötig, mich unters Messer zu legen". Da George am Comer See immer mal wieder ein Pasta-Pläutzchen aufblitzen ließ und Weisheiten von sich gab wie "im Gegensatz zu Frauen haben wir Kerle doch den Vorteil, dass wir Falten kriegen, fett werden, glatzköpfig oder weißhaarig und keinen kümmerts", fühlte sich auch der Durchschnitts-Mann wohl in der Gemeinde der lässigen Clooney-Brüder.

Schon John Wayne entledigte sich in den 60er-Jahren per OP seiner Krähenfüße
© Wireimage.comEitler Westernheld: John Wayne ließ in den 60er-Jahren seine Augenpartie liften

Doch plötzlich ist wieder alles ganz anders. George reißt vor Paparazzi sein T-Shirt vom frisch gestählten Leib und streichelt stolz sein Sixpack. Einer Lidstraffung hat er sich auch unterzogen. Weil er findet, dass es "wichtig ist, wach auszusehen". Selbst an einem Mister-George-Sexgott-Clooney nagen demnach ab und zu Eitelkeit und Selbstzweifel.

Ein Problem, das viele seiner Kollegen kennen. Schon John Wayne entledigte sich in den 60ern per OP seiner Krähenfüße, und Gary Cooper orderte ein Facelifting, weil er überzeugt war, kinnabwärts einem Truthahn zu ähneln. Wenigstens konnte Kirk Douglas damals "noch mit Bauch und Speckrollen selbstbewusst den Spartacus spielen", erinnert sich Sohn Michael neidisch. Er selbst traute sich ja noch nicht mal, ohne Facelift die Rolle des Ehemanns der 25 Jahre jüngeren Catherine Zeta-Jones anzutreten.

Wie Gott sie schuf, zeigen sich mittlerweile die wenigsten Hollywood-Adonisse. Dann schon eher, wie ihre Fitness-Coaches und Chirurgen sie modellierten. Dass ein mancher nach schweißtreibenden Jahren exhibitionistische Attitüden entwickelt, sei entsprechend nachsichtig zu betrachten.

Der Schönheitswahn hat sich in der heutigen Zeit auch bei dem starken Geschlecht breit gemacht
© CorbisExhibitionistische Attitüde? Definierte Muckis machen schließlich viel Arbeit

Nicht jeder aber ist so freizügig wie Matthew McConaughey oder Daniel Craig, der seine Muckis im nächsten "James Bond" gern auch mal ganz unverhüllt zeigen würde. James McAvoy denkt heute noch mit Schaudern an eine Sexszene mit Keira Knightley: "Es gab diesen furchtbaren Moment, in dem ich dachte 'Oh Scheiße, ich will das nicht machen. Wir haben uns noch nicht mal richtig unterhalten, und sie denkt sicher, dass ich einen kleinen Penis habe'. Dass Knightley ihm bescheinigte, zumindest besser geküsst zu haben als Johnny Depp, dürfte beide Männer in die Krise gestürzt haben.

Männer sind eben auch nur Menschen. Und so teilen wir dann eben mehr oder weniger bereitwillig die Badezimmer- Ablage mit dem metrosexuellen Liebsten und sagen beruhigende Sätze wie "nein Schatz, du bist nicht zu fett". Immerhin weiß er angesichts seiner gewachsten Brust endlich unsere glatte Bikinizone angemessen zu schätzen.